Wo die Renditechance beim Wohnungskauf hoch ist
In den sogenannten B-, C- und D-Städten entwickelt sich die Nachfrage nach Bestandswohnungen derzeit besonders dynamisch. Eine ImmoScout24-Analyse zeigt, wo die Preise bislang nur verhalten steigen – und sich dadurch attraktive Renditechancen ergeben.
Untersucht wurden 118 Großstädte der zweiten Reihe zwischen dem vierten Quartal 2024 und dem vierten Quartal 2025: Hier sind die Kaufpreise in diesem Zeitraum im Schnitt um 2,4 Prozent gestiegen, die Nachfrage wiederum hat im Januar und im Februar 2026 deutlich stärker zugelegt, im Durchschnitt um 14 Prozent.
Nachfrageschub bei moderater Preisentwicklung
"In vielen mittelgroßen Städten steigt die Nachfrage deutlich schneller als die Preise. Das sehen wir besonders in Zentren mit guter Infrastruktur", sagt Daniel Hendel, Geschäftsführer von ImmoScout24.
In Bamberg ist die Nachfrage laut ImmoScout24 in den ersten beiden Monaten 2026 gegenüber dem vierten Quartal 2025 um 55 Prozent gestiegen – mehr als doppelt so stark wie im Durchschnitt der B- bis D-Städte. Die Preise legten im selben Zeitraum nur um 0,4 Prozent zu. In Passau nimmt das Kaufinteresse um 50 Prozent zu, während die Kaufpreise um 1,8 Prozent nachgeben.
Die Diskrepanz zwischen Nachfrage- und Preisentwicklung zeigt sich auf unterschiedlichen Preisniveaus: In Duisburg (2.179 Euro pro Quadratmeter) und Moers (2.652 Euro pro Quadratmeter) liegen die Kaufpreise unter 3.000 Euro pro Quadratmeter. Gleichzeitig zählen mit Erlangen (4.424 Euro pro Quadratmeter), Ingolstadt (4.343 Euro pro Quadratmeter) und Ulm (4.067 Euro pro Quadratmeter) auch hochpreisige Standorte zu den Märkten, in denen das Kaufinteresse deutlich stärker wächst als die Preise.
Wo Eigentumswohnungen besonders gefragt sind
Die stärkste Nachfrageentwicklung verzeichnet Minden mit einem Plus von 95 Prozent. Auch in Bottrop (plus 60 Prozent) nimmt das Kaufinteresse deutlich zu.
Augsburg ist mit einem Quadratmeterpreis von 4.531 Euro die teuerste und zugleich größte Stadt unter den zehn Regionalzentren mit besonders dynamischer Nachfrage (plus 36 Prozent). Ein Nachfrageanstieg von mehr als 40 Prozent zeigt sich außerdem in Offenbach am Main (plus 42 Prozent), Würzburg (plus 41 Prozent) und Göttingen (plus 44 Prozent).
In diesen Städten lag die Preisentwicklung im vergangenen Jahr zwischen plus 2,1 Prozent und plus 4,5 Prozent.
Wo das Kaufinteresse bei Wohnungen zurückgeht
Nicht überall gehen steigende Preise mit wachsender Nachfrage einher. Unter den 118 untersuchten Städten verzeichnet Hagen mit plus 8,9 Prozent die stärkste Preissteigerung im Jahresvergleich. Gleichzeitig ist die Nachfrage dort um fünf Prozent gesunken.
Auch in Siegen (plus 5,8 Prozent) und Salzgitter (plus 6,6 Prozent) steigen die Preise deutlich, während das Kaufinteresse zurückgeht. Anders in Recklinghausen: Dort legen die Preise um 6,3 Prozent zu, während die Nachfrage um 35 Prozent steigt. Hier entwickeln sich beide Kennzahlen dynamisch.
Unter den zehn Städten mit der stärksten Preisentwicklung weist nur Mainz ein Kaufpreisniveau von rund 4.000 Euro pro Quadratmeter auf. Im vierten Quartal 2025 legten die Preise im Jahresvergleich um sechs Prozent zu. Die Nachfrage liegt mit plus 14 Prozent im Durchschnitt der untersuchten Städte.
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