Mit einer Mahnung fordert der Gläubiger den Schuldner auf, seine vertraglich geschuldete und fällige Leistung zu erbringen. Eine Mahnung, auch Zahlungserinnerung genannt, ist in vielen Fällen notwendig, um den Verzug in Gang zu setzten.

Die Mahnung bedarf grundsätzlich keiner Form, wird üblicherweise aber schriftlich verfasst. Um wirksam zu sein und den Schuldner zur Leistung bewegen zu können, muss die Mahnung eindeutig und bestimmt sein – also die geschuldete Leistung konkret benennen bzw. beziffern.

Der Zugang einer wirksamen Mahnung beim Schuldner hat rechtliche Folgen für beide Vertragsparteien. Sie setzt ihn in Verzug, d. h., der Gläubiger kann ab diesem Zeitpunkt den Schaden, der ihm durch die Verzögerung entsteht bzw. bereits entstanden ist, ersetzt verlangen und Verzugszinsen geltend machen.


News 07.11.2018 Forderungsmanagement

Mahnung ist in bestimmten Fällen entbehrlich

Einer Mahnung bedarf es ausnahmsweise nicht, wenn

  • die Leistung kalendermäßig bestimmt oder berechenbar ist (Beispiele: Zahlung am 15.9.2014, Zahlung 14 Tage nach Rechnungseingang),
  • der Schuldner die Leistung endgültig und ernsthaft verweigert,
  • aus besonderen Gründen unter Abwägung der beiderseitigen Interessen eine Mahnung unzumutbar erscheint (Beispiele: Wasserrohrbruch soll repariert werden; der Schuldner verspricht von sich aus die Leistung zu einem bestimmten Zeitpunkt und hält dadurch den Gläubiger von einer Mahnung ab).

Eine Mahnung ist darüber hinaus nicht nötig bei allen Entgeltforderungen basierend auf gegenseitigen Verträgen, die nicht unter die genannten Ausnahmetatbestände fallen. Hier kommt der Schuldner spätestens 30 Tage nach Fälligkeit und Erhalt einer Rechnung oder einer gleichwertigen Zahlungsaufforderung automatisch in Verzug (§ 286 Abs. 3 BGB). Diese 30-Tage-Regelung kann der Gläubiger jedoch jederzeit durch eine vorherige verzugsbegründende Mahnung verkürzen.

News 17.10.2017 Mietrecht

Mahnt der Vermieter unter Fristsetzung die Zahlung von Mietrückständen an, kann er den Mietvertrag vor Ablauf der Zahlungsfrist nicht wegen dieser Rückstände kündigen. Mit der Mahnung verzichtet der Vermieter konkludent auf eine Kündigung bis zum fruchtlosen Ablauf der Frist.mehr

no-content
News 06.09.2016 Arzthaftung

Einem Mann entgehen Invaliditätsleistungen aus seiner Unfallversicherung, weil sein Arzt das nötige Attest zu spät an die Versicherung übermittelt hat. Ist der Arzt in der Haftung?mehr

no-content
News 20.10.2015 Aus der Praxis – für die Praxis

In dieser Rubrik finden Sie Kundenanfragen und deren Beantwortung zu wichtigen Themen aus dem Bereich des Rechnungswesens. Heute Fragen zu Mahnschreiben, die säumigen Zahlern geschickt werden sollen.mehr

no-content
News 25.06.2015 Mahnverfahren

Wer im Mahnverfahren bewusst die wahrheitswidrige Erklärung abgibt, der geltend gemachte Anspruch hänge nicht von einer Gegenleistung ab, obwohl dies der Fall ist, kann sich später nicht auf die Verjährung hemmende Wirkung des Mahnverfahrens berufen.  mehr

no-content
News 12.01.2015 Mietrecht

Für einen gewerblichen Großvermieter ist es bei Mietrückständen nicht erforderlich, zwischen eigenen Mahnungen und der gerichtlichen Geltendmachung einen Anwalt zum Versenden weiterer Mahnungen einzuschalten.mehr

no-content
News 11.08.2014 BFH Kommentierung

Die Bekanntgabe eines Bescheids durch Telefax ist erst mit dem Ausdruck durch das Empfangsgerät wirksam.mehr

no-content
News 25.06.2014 Forderungsbeitreibung

Ein gewerblicher Großvermieter kann keinen Ersatz von Inkassokosten verlangen, wenn er rückständige Mieten nicht selbst anmahnt, sondern dies durch ein Inkassounternehmen erledigen lässt.mehr

no-content
News 18.03.2014 Aus der Praxis für die Praxis

Ein funktionierende Mahnwesen ist für Unternehmen in Zeiten schlechter Zahlungsmoral äußerst wichtig. Fragen an die Redaktion zu den Risiken der Insolvenzanfechtung und zum Schutz vor Regressnahme beantworten wir heute für Sie im Folgenden.mehr

no-content
News 30.11.2012 Mietrecht

Auch ein gewerblicher Großvermieter kann die Kosten für ein anwaltliches Mahnschreiben ersetzt verlangen, wenn seine Mahnungen zuvor erfolglos waren.mehr

no-content
Meistgelesene beiträge
News 17.10.2012 Mietrecht

Ein großes Wohnungsunternehmen mit über 150.000 Einheiten kann die Mahnung rückständiger Mietzahlungen selbst übernehmen. Es ist nicht notwendig, ein Inkassobüro einzuschalten.mehr

no-content