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Bild: Corbis

Mit den vielfältigen Möglichkeiten des Internets und der raschen Digitalisierung gehen neben den zahllosen positiven Argumenten auch negative Begleiterscheinungen einher. Dementsprechend müssen Unternehmen Vorkehrungen und Sicherheitsmaßnahmen einrichten.




Was ist Cyberkriminalität: Definition

Beim Bundesministerium des Innern (BMI) wird Cyberkriminalität als Straftat definiert, bei denen die Täter moderne Informationstechnik nutzen. Im engeren Sinne versteht man darunter Straftaten, die auf Computersysteme und Netzwerke selbst zielen. Dabei kann es sich auch um Cyberspionage oder Cyberterrorismus handeln. Ein wichtiges Merkmal von Cyberkriminalität ist, dass die Kriminellen international agieren und sich deswegen leicht verbergen können.

Unternehmer müssen dafür sorgen, dass Cyberkriminalität in ihrem Unternehmen nicht vorkommt und auch darauf achten, mit wem Kontakte gepflegt werden.

Cyberkriminalität in Deutschland

Im Rahmen der Allianz für Cyber-Sicherheit initiierte das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) in Kooperation mit der Thiele IT-Beratung die Cyber-Sicherheits-Umfrage 2017. Die Ergebnisse werden im Januar publiziert. Eine solche Umfrage wird jedes Jahr durchgeführt. Befragt werden Unternehmen verschiedener Branchen.

2016 waren 65,6%der untersuchten Institutionen Ziel erfolgreicher oder erfolgloser Cyber-Angriffe. Bei 47%der Unternehmen waren die Angriffe erfolgreich. 44%der Befragten gaben an, alle Angriffe erfolgreich abgewehrt zu haben. Die meisten Schäden waren begrenzt und verursachten vor allem folgende Probleme:

  • Produktions, bzw. Betriebsausfall
  • Reputationsschaden
  • Diebstahl eigener digitaler Identitäten
  • Erhebliche Kosten für Aufklärung und Wiederherstellung

Als Gefahr wurden vor allem Hacking und Malware bewertet, wobei der größte Teil der Befragten Malware mit Ramsoftware als besondere Gefahr betrachtet.

Cybersicherheit in Unternehmen

Unternehmen sollten zur Bekämpfung der Cyberkriminalität technische Sicherheitsmaßnahmen durchführen. Dazu gehören zum Beispiel die Absicherung von Netzübergängen, die Verschlüsselung der E-Mail-Kommunikation, die Erstellung von Notfallplänen oder auch regelmäßige Sensibilisierungsmaßnahmen für alle Mitarbeiter.

Cyber Risiko

Die Studie „Future Report“ des Bayerischen Verbands für Sicherheit in der Wirtschaft (BVSW) e.V. hat ergeben, dass Spionage und organisierte Kriminalität für deutsche Unternehmen zu den größten Sicherheitsrisiken zählen. Die Angreifer setzen dabei zunehmend auf Methoden der IT-Kriminalität und suchen gezielt nach Technologie-Know-How. Die Mehrheit (83,9 Prozent) der befragten Firmen ist der Auffassung, dass, begünstigt durch Industrie 4.0 und das Internet der Dinge, Cyberattacken und Cyber-Terror wesentliche Gefahren für die deutsche Wirtschaft darstellen. Als weitere Risiken betrachtet man die zunehmende Abhängigkeit vom Internet (80,7 Prozent), einen möglichen Blackout (74,0%) und die Produkthaftung nach einem Cyberschaden (61,4 Prozent).

Bundesamt für Cyberkriminalität

Für die Strafverfolgung und Bekämpfung von Cyberkriminalität sind in Deutschland die Landeskriminalämter und auf Bundesebene das Bundeskriminalamt zuständig. Das BKA nimmt zudem eine koordinierende Funktion als Zentralstelle wahr.

Um das grenzüberschreitende Problem zu lösen, ist eine gute internationale Zusammenarbeit notwendig. Hierbei spielt insbesondere das European Cybercrime Centre (EC3) bei Europol eine zunehmend wichtige Rolle. Auch Interpol setzt am neuen Standort in Singapur einen Schwerpunkt bei der Bekämpfung der Cyberkriminalität.

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