Die Welt befindet sich in einem massiven wirtschaftlichen und geopolitischen Wandel. Dadurch ändern sich die Rahmenbedingungen für Unternehmen erheblich. Was bedeutet das für Entscheider und Risikomanager?

Unternehmen müssen in diesen volatilen Zeiten – gerade wenn sie in ihrem Kerngeschäft von Zulieferern und Ländergesellschaften abhängig sind – ihren Gesamtprozess regelmäßig nach Schwachstellen im System überprüfen. Hierzu sollten alle verfügbaren Informationen aus Studien, Länderreports und Datenbanken in einem Gesamtsystem ausgewertet und die richtigen Schlüsse aus den Ergebnissen gezogen werden.

Unterschiedliche Faktoren für die Entscheidungsfindung berücksichtigen  

In unserer komplexen und vielschichtigen Welt, braucht es eine mehrdimensionale Sichtweise auf Themen und Fragestellungen. Denn Unternehmenslenker müssen heute ungleich mehr Faktoren in die Entscheidungsfindung einfließen lassen: 

  • Geopolitische Verwerfungen,
  • neue Zölle und Handelshemmnisse, 
  • Wechselkursrisiken und
  • Compliance-Fragen. 

Letztere müssen Risikomanager und Compliance-Verantwortliche auch mit dem notwendigen Fokus für regionale Besonderheiten betrachten und Antworten im jeweils nationalen Kontext finden. Hintergrund ist, dass sich Fragen nach Compliance-Risiken nicht abschließend mit Standardregeln und aus der Konzernzentrale heraus beantwortet lassen. Im Grunde geht es vor allem darum, tragfähige Kompromisse im Compliance-Umfeld zu finden, um Regeln, Kulturunterschiede und lokale Gegebenheiten in die jeweiligen Überlegungen der Organisation einzubringen. Der führende Versicherungsmakler und Risikoberater Funk schreibt in diesem Zusammenhang: "Zu politischen Risiken zählen dabei nicht nur Terrorismus und Krieg, sondern auch Gefahren wie Korruption, Risiken des operativen Geschäfts oder eine Enteignung." Ein wesentlicher Schlüssel für den Erfolg ganzheitlicher Compliance-Strukturen sind die Mitarbeiter. In diesem Sinne braucht es Schulungen und Awareness-Kampagnen für alle. Im Umkehrschluss müssen alle an einen Tisch sitzen und voneinander lernen: Der Mitarbeiter im jeweiligen Land genauso wie die Führungskraft aus der Konzernzentrale. 

Digitalisierung braucht Planung

Glaubt man Experten, so verschlafen viele deutsche Unternehmen die digitale Entwicklung und Transformation. Zu dieser Erkenntnis kommt unter anderem der Digitalverband Bitkom in einer Befragung vom letzten Jahr. Zu den Ergebnissen heißt es: "So gibt nur etwas mehr als jedes dritte Unternehmen an, die Digitalisierung habe mittleres oder großes Potenzial, um neue Geschäftsmodelle zu entwickeln (38 Prozent) oder die Entwicklung neuer Produkte und Dienste voranzubringen (37 Prozent)." 
Im Umkehrschluss bedeutet das: Unternehmen verkennen die Chancen der Digitalisierung, gerade vor dem Hintergrund einer umfassenden Veränderung der Geschäfts- und Privatwelt. Der Rückversicherer Munich Re schreibt hierzu: "Die Digitalisierung ist im Begriff, sämtliche Bereiche von der Wirtschaft bis ins Private zu erschließen. Computerisierung und Vernetzung schreiten in Produktion, Transportwesen, Wissenschaft, Verwaltung und Zuhause zügig voran. Dies eröffnet weitreichende Chancen: Prozesse werden beliebig reproduzierbar, exakter, sicherer und insgesamt günstiger." Dies vor Augen, besteht für Unternehmen ohne digitalen Zukunftsplan das Risiko den Anschluss an das digitale Zeitalter zu verpassen. Umso wichtiger ist es, einen individuellen Digitalisierungsplan für die Gesamtorganisation zu entwickeln – angepasst an die individuellen  Produktions- und Dienstleistungsbedürfnisse. Und hierbei kommt dem Topmanagement eine entscheidende Rolle zu, das diesen Prozess initiieren, begleiten und überwachen muss.

Hackerangriffen vorbeugen 

Das Thema des Überwachens hat noch eine andere Bedeutung. Im Falle zunehmend digitalisierter Prozesse und Abhängigkeiten ganzer Branchen  heißt das für Unternehmen eine zunehmende Anfälligkeit gegenüber Hackerangriffen. Ein regelmäßiger Blick in die Medien genügt, um fast täglich neue Fälle von digitalen Beutezügen zu lesen. Nun ist es eine Binsenweisheit, dass es keine Chancen für das eigene Geschäft gibt, ohne gleichzeitig ein Risiko einzugehen. Diese Risiken können dennoch minimiert werden. Neben den technischen Voraussetzungen mit Firewalls, Berechtigungen, Updates & Co. müssen alle Mitarbeiter in den Risikomanagementprozess einbezogen werden. Das Ziel mit Blick auf die Soft Skills muss lauten: Den Aufbau einer Unternehmenskultur im Sinne aller und zugeschnitten auf die jeweilige Organisationsform – vom Topmanagement bis zum Mitarbeiter in der jeweiligen Abteilung, vorausschauend und mit modernen Methoden. 

Diesen vorausschauenden Blick auf ein zukunftsweisendes Chancen- und Risikomanagement bietet der kommende Risk Management Congress, am 15. und 16. Oktober 2018, in Köln. 

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