Beitragsbemessungsgrenze BBG 2021 Sozialversicherung

Wenn sich die Beitragsbemessungsgrenzen bei der Sozialversicherung erhöhen, spüren das gutverdienende Arbeitnehmer im Portemonnaie. Jetzt liegt der Referentenentwurf der SV-Rechengrößenverordnung 2021 vor. Bei entsprechendem Einkommen würde sich die geplante Erhöhung der Beitragsbemessungsgrenzen mit bis knapp 430 EUR im Jahr auswirken.

Bundeskabinett beschließt SV-Rechengrößenverordnung 2020

Die Beitragsbemessungsgrenzen (BBG) in der Sozialversicherung sollen zum 1.1.2020 weiter erhöht werden. Das geht aus dem Referentenentwurf der Sozialversicherungs-Rechengrößenverordnung 2020 vom 4.9.2020 hervor. Bundeskabinett und Bundesrat müssen dem Entwurf noch zustimmen.

Für Arbeitnehmer, deren Einkommen oberhalb der bisherigen BBG liegt, steigen deshalb die Sozialversicherungsbeiträge, in gleicher Höhe auch für die Unternehmen.

Beitragsbemessungsgrenze BBG 2021 in der Kranken- und Pflegeversicherung

Die bundeseinheitliche Beitragsbemessungsgrenze in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) wird von derzeit 4. 687,50 EUR auf 4.837,50 EUR im Monat (von 56.250 EUR auf 58.050 EUR jährlich) steigen. Für die Pflegeversicherung (PV) gelten die gleichen Werte.

Bei einem allgemeinen GKV-Beitragssatz von 14,6 % und dem durchschnittlichen Zusatzbeitrag von 1,1 % erhöht sich der KV-Jahresbeitrag bei Arbeitnehmern mit einem Jahreseinkommen über 56.250 EUR um 141,30 EUR.  

Bei der PV erhöht sich der PV-Jahresbeitrag bei Mitarbeiter(innen) mit Kindern um max. 27,45 EUR, bei Mitarbeiter(innen) ohne Kinder mit max. 31,95 EUR). Für Arbeitnehmer in Sachsen gelten andere Werte.

Für Arbeitnehmer mit einem Jahreseinkommen bis 56.250 EUR ändert sich die absolute Beitragshöhe für GKV und PV nicht.

Beitragsbemessungsgrenze BBG 2021 in der Renten- und Arbeitslosenversicherung

Die BBG in der Rentenversicherung (RV) und Arbeitslosenversicherung (AV) steigen ebenfalls. Die BBG West wird für 2020

  • auf 7.100 EUR im Monat (bisher: 6.900 EUR) bzw.
  • auf 85.200 EUR im Jahr (bisher 82.800 EUR)

festgesetzt. Laut Entwurf betragen die maximalen Mehrausgaben für RV und AV gemeinsam bei einem Einkommen oberhalb der zukünftigen BBG bis zu 253,20 Euro für Mitarbeiter wie Unternehmen jährlich.

In den neuen Bundesländern sieht der Referentenentwurf für 2021 die BBG Ost von

  • monatlich 6.450 EUR (bisher 6.150 EUR) bzw.
  • jährlich 77.400 EUR (bisher 73.800 EUR)

vor.

Hier betragen die entsprechenden maximalen Mehrkosten durch RV und AV bei einem Einkommen oberhalb der bisherigen BBG bis zu 223,20 EUR für Mitarbeiter wie Unternehmen jährlich.

Für Arbeitnehmer mit einem Jahreseinkommen bis 82.800 EUR (West) bzw. 73.800 EUR (Ost) ändert sich die absolute Beitragshöhe für RV und AV nicht.

Beispiel für eine maximale Beitragserhöhung:

Für eine Arbeitnehmerin (gesetzlich krankenversichert, Geltungsbereich West, ohne Kind) mit einem Jahreseinkommen von 90.000 EUR erhöhen sich die SV-Beiträge insgesamt um 425,25 EUR. Die Verteilung im Einzelnen:


2021

2020

Differenz

GKV

4.556,93 EUR

4.415,63 EUR

141,30 EUR

PV

1.030,39 EUR

998,44 EUR

31,95 EUR

RV

7.700,40 EUR

7.477,20 EUR

223,20 EUR

AV

1.022,40 EUR

993,60 EUR

28,80 EUR

Summe



425,25 EUR

Bei den Berechnungen wurde von den SV-Beitragssätzen von 2020 ausgegangen. Über Änderungen der Beitragssätze in 2021 ist noch nichts bekannt.