Wenn sich die Beitragssätze und Beitragsbemessungsgrenzen bei der Sozialversicherung erhöhen, spüren das vor allem gutverdienende Arbeitnehmer im eigenen Portemonnaie. 2019 jedoch werden höhere Beitragsbemessungsgrenzen durch die Entlastung beim KV-Zusatzbeitrag weitgehend ausgeglichen. Der höhere Beitragssatz zur Pflegeversicherung wird durch die Absenkung des Arbeitslosenversicherungsbeitrags in gleicher Höhe kompensiert.

Die Beitragsbemessungsgrenzen (BBG) in der Sozialversicherung werden zum 1.1.2019 weiter erhöht. Das geht aus dem Referentenentwurf der Sozialversicherungs-Rechengrößenverordnung 2019 hervor. Für Arbeitnehmer, deren Einkommen oberhalb der bisherigen BBG liegt, steigen deshalb die Sozialversicherungsbeiträge, ebenfalls für die Unternehmen.

Beitragsmessungsgrenzen der Kranken- und Pflegeversicherung

Die bundeseinheitliche Beitragsbemessungsgrenze in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) wird von derzeit 4.425 EUR auf 4.537,50 EUR im Monat (von 53.100 EUR auf 54.450 EUR jährlich) steigen. Für die Pflegeversicherung (PV) gelten die gleichen Werte.

Unternehmen tragen auch Krankenversicherungs-Zusatzbeitrag zur Hälfte

Bei der Krankenversicherung (KV) wird sich neben den BBG auch die Belastung bei dem Zusatzbeitrag auswirken. Hier ist ab 2019 ebenfalls die hälftige Aufteilung zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer vorgesehen. Dadurch werden alle Arbeitnehmer unabhängig von der Einkommenshöhe entlastet.

Bei der PV wirkt sich die Erhöhung des Beitragssatzes von 2,55% auf 3,05% aus. Es kommen maximal 153,34 EUR für Unternehmen sowie Mitarbeiter(innen) mit Kindern hinzu (bei MitarbeiterInnen ohne Kinder betragen die Mehrkosten durch den Zusatzbeitrag von 0,25% maximal 155,03 EUR). Für Arbeitnehmer in Sachsen gelten andere Werte.

Beitragsbemessungsgrenzen der Renten- und Arbeitslosenversicherung

Die BBG in der Rentenversicherung (RV) und Arbeitslosenversicherung (AV) steigen ebenfalls. Die BBG West wird für 2019

  • auf 6.700 EUR im Monat (bisher: 6.500 EUR) bzw.
  • auf 80.400 EUR im Jahr (bisher 78.000 EUR)

festgesetzt. Hier betragen die maximalen Mehrausgaben für RV und AV gemeinsam bei einem Einkommen oberhalb der bisherigen BBG bis zu 195,30 Euro für Mitarbeiter wie Unternehmen jährlich.
In den neuen Bundesländern gilt 2019 die BBG Ost von

  • monatlich 6.150 EUR (bisher 5.800 EUR) bzw.
  • jährlich 73.800 EUR (bisher 69.600 EUR).

Hier betragen die entsprechenden maximalen Mehrkosten durch die RV bei einem Einkommen oberhalb der bisherigen BBG bis zu 204,60 EUR für Mitarbeiter wie Unternehmen jährlich. Durch die Absenkung des Beitragssatzes wird jedoch der AV-Beitrag um rund 160 EUR reduziert.

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