| Sozialversicherung 2017

Anstieg der Beitragsbemessungsgrenzen (BBG) 2017 kann über 300 Euro kosten

Bild: Haufe Online Redaktion

Wenn sich die Beitragsbemessungsgrenzen (BBG) bei der Sozialversicherung ändert, spüren das viele Arbeitnehmer im eigenen Portemonnaie.  Bei entsprechendem Einkommen zweigen die SV-Kassen in 2017 bis zu 300 Euro jährlich mehr für sich ab. Dabei ist die Beitragssatzerhöhung bei der Pflegeversicherung noch nicht eingerechnet.

Die Beitragsbemessungsgrenzen (BBG) in der Sozialversicherung werden zum 1.1.2017 weiter erhöht. Für Arbeitnehmer, deren Einkommen oberhalb der bisherigen BBG liegt, steigen deshalb die Sozialversicherungsbeiträge, ebenfalls für die Unternehmen.

Beitragsmessungsgrenzen der Kranken- und Pflegeversicherung

Die bundeseinheitliche Beitragsbemessungsgrenze in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) wird von derzeit 4.237,50 EUR auf 4.350 EUR im Monat (von 50.850 EUR auf 52.200 EUR jährlich) steigen. Für die Pflegeversicherung (PV) gelten die gleichen Werte.

Mehrbelastungen für Unternehmen und Mitarbeiter

Die Anhebung der  GKV-BBG wird Unternehmen und die betroffenen Mitarbeiter bis zu 98,55 EUR jährlich kosten. Der gesetzliche Beitragssatz bleibt mit 7,3 % für Arbeitgeber und Arbeitnehmer stabil. Ob die Krankenkassen individuell höhere Zusatzbeiträge erheben als bisher, ist derzeit noch unklar.
Bei der PV (ab 2017 1,275 Prozent jeweils, zuvor 1,175 Prozent) kämen maximal 68,06 EUR für Unternehmen sowie Mitarbeiter(innen) mit Kindern hinzu (Bei MitarbeiterInnen ohne Kinder betragen die Mehrkosten maximal 82,46 EUR). Für Arbeitnehmer in Sachsen gelten andere Werte.

Beitragsbemessungsgrenzen der Renten- und Arbeitslosenversicherung

Die BBG in der Rentenversicherung (RV) und Arbeitslosenversicherung (AV) steigen ebenfalls. Die BBG West wird für 2017

  • auf 6.350 EUR im Monat (bisher: 6.200 EUR) bzw.
  • auf 76.200 EUR im Jahr (bisher 74.400 EUR)

festgesetzt, Hier betragen die maximalen Mehrausgaben für RV und AV gemeinsam bei einem Einkommen oberhalb der bisherigen BBG bis zu 195,30 Euro für Mitarbeiter wie Unternehmen jährlich.
In den neuen Bundesländern gilt 2017 die BBG Ost von

  • monatlich 5.700 EUR (bisher 5.500 EUR) bzw.
  • jährlich 68.400 EUR (bisher 64.800 EUR).

Hier betragen die entsprechenden maximalen Mehrkosten durch RV und AV bei einem Einkommen oberhalb der bisherigen BBG bis zu 260,40 EUR für Mitarbeiter wie Unternehmen jährlich.

Beispielrechnung: Mehrbelastung von 361,91 Euro im Jahr (alte Bundesländer)

Wer als Kinderloser in den alten Bundesländern 76.200 EUR oder mehr im Jahr verdient, hat folgende Mehrbelastung:

Krankenversicherung:

  98,55 EUR

Pflegeversicherung

  68,06 EUR

Rentenversicherung

168,30 EUR

Arbeitslosenversicherung

  27,00 EUR

Summe

361,91 EUR

Bei stabilen Einkommen in 2016 und 2017 von nicht mehr als 74.400 EUR (West) bzw. 64.800 EUR (Ost) ändern sich die Abzüge nur aufgrund des erhöhten PV-Beitragssatzes.

Hintergrund

Die Bundesregierung hat dem Bundesrat im September 2016 den Referentenentwurf der Sozialversicherungs-Rechengrößenverordnung 2017 zugeleitet.

Schlagworte zum Thema:  Beiträge zur Sozialversicherung

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