Jung kauft Alt: KfW erhöht Kredit im August
Das KfW-Programm "Jung kauft Alt" fördert gezielt Familien mit geringem und mittlerem Einkommen beim Kauf von sanierungsbedürftigen Bestandsgebäuden mit zinsverbilligten Krediten aus Bundesmitteln. Förderfähig sind alle Ausgaben – inklusive der (anteiligen) Grundstückskosten. Nicht gefördert werden Kaufnebenkosten.
Zum 3.8.2026 werden die Förderkonditionen erneut deutlich verbessert, die letzten Anpassungen gab es im Oktober 2025. Der Förderhöchstbetrag steigt auf bis zu 180.000 Euro (bisher 150.000 Euro). Die Darlehenszinsen werden verbessert.
KfW-Förderung: Wer kann einen Antrag stellen?
Antragsberechtigt sind Familien und Alleinerziehende mit mindestens einem minderjährigen Kind, die eine Bestandsimmobilie mit niedrigem Energiestandard kaufen und sich verpflichten, das Gebäude energetisch zu sanieren.
Das maximale Haushaltseinkommen darf 90.000 Euro bei einem Kind, zuzüglich 10.000 Euro für jedes weitere Kind, nicht überschreiten.
Die Familie muss ein Haus oder eine Wohnung kaufen und selbst bewohnen (mindestens 50 Prozent Miteigentumsquote). Es gibt keine Förderung, wenn man ein altes Haus zu einer Ferienwohnung umbaut oder vermietet. Die Zweckbindung gilt für fünf Jahre.
Wie hoch Ihre Förderung ist und für wie viele Kinder sie genehmigt wird, hängt von der Situation am Tag der Antragstellung ab. Zwei Beispiele:
- Förderung gibt es auch für ein Kind, das am Tag der Antragstellung 18 Jahre alt wird.
- Förderung gibt es nicht für Kinder, die nach der Antragstellung geboren werden.
Die gekaufte Immobilie muss innerhalb von 54 Monaten ab der Förderzusage energetisch saniert werden.
Kredite, Zinsen, Sanierung: Förderung ab August 2026 im Überblick
Die Verbesserungen der Förderung "Jung kauft Alt":
- Höhere Kreditbeträge: Die Kredithöchstbeträge werden angehoben. Künftig können Familien bis zu 140.000 Euro (ein Kind), 160.000 Euro (zwei Kinder) oder 180.000 Euro (drei und mehr Kinder) erhalten. Bisher lagen die Höchstbeträge bei 100.000 Euro, 125.000 Euro beziehungsweise 150.000 Euro.
- Rechenbeispiel Zinssatz (Stand: 1.7.2026): Eine Familie mit zwei Kindern erhält einen Kreditbetrag von 160.000 Euro zu einem Endkundenzins von 0,53 Prozent pro Jahr bei 35 Jahren Kreditlaufzeit und zehn Jahren Zinsbindung. Damit liegt der Zinssatz für "Jung kauft Alt" weit unter dem aktuellen Zinssatz für vergleichbare Hausbankdarlehen. Die Ersparnis gegenüber einem Hausbankkredit beträgt – bei normalem Kreditverlauf – etwa 34.000 Euro. Vor Anhebung der Kredithöchstbeträge wären es 26.500 Euro Ersparnis.
- Mehr Flexibilität bei der Sanierung: Bisher galt die Vorgabe, das ganze Haus auf das Niveau Effizienzhaus 85 EE oder Effizienzhaus Denkmal EEzu sanieren. Künftig können Familie wählen: Ganzes Haus oder energetische Einzelmaßnahmen, die Schritt für Schritt zum klimafreundlichen Gebäude führen. Dazu zählen der Heizungstausch, die Dämmung von Dach oder oberster Geschossdecke, der Fenstertausch und die Dämmung der Außenwände.
Was für die Einzelmaßnahmen gilt:
- Einfacherer Nachweis: Die Ausführung von energetischen Einzelmaßnahmen kann durch eine Fachunternehmererklärung nachgewiesen werden. Damit muss nicht in jedem Fall zwingend eine Energieeffizienzexpertin oder ein Energieeffizienzexperte beauftragt werden. Das kann Zeit und Kosten sparen.
- Mindestniveau: Die energetischen Einzelmaßnahmen müssen dem Niveau der Bundesförderung für effiziente Gebäude – Einzelmaßnahmen (BEG – EM) entsprechen. Damit bleibt sichergestellt, dass die Förderung zu einer tatsächlichen energetischen Verbesserung des Gebäudebestands beiträgt.
- Praxisgerechte Ausnahmen für bereits sanierte Bauteile: Wurden einzelne Bauteile oder die Heizung auf ein angemessenes energetisches Niveau gebracht, müssen diese Maßnahmen nicht erneut ausgeführt werden. Damit wird vermieden, dass Bauteile vorzeitig ausgetauscht werden müssen, nur um die Förderbedingungen zu erfüllen.
"Jung kauft Alt": Kombination mit Förderprogrammen
Das Programm "Jung kauft Alt" ist unter anderem kombinierbar mit dem KfW-Wohneigentumsprogramm (124) .
Für die Sanierung können zusätzlich zinsgünstige Kredite und Zuschüsse der BEG genutzt werden – wie etwa die KfW-Heizungsförderung. Die Höhe des Tilgungszuschusses ist abhängig von dem erreichten energetischen Niveau.
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Wohneigentum im Bestand: Hintergrund zur Förderung
Der Bedarf an Förderung von Wohneigentumserwerb im Bestand ist groß. Im September 2024 startete deshalb das KfW-Programm "Jung kauft Alt". Der Haushaltsausschuss im Bundestag gab die Mittel dafür am 7.8.2024 frei.
Zum 1.1.2025 wurde die Förderrichtlinie erstmals angepasst. Damit wurde auch der Kauf von sanierungsbedürftigen denkmalgeschützten Häusern möglich. In Deutschland sind rund zehn Prozent des Gebäudebestandes denkmalgeschützt.
"Wir haben in den vergangenen Monaten aufmerksam zugehört", sagte Bauministerin Verena Hubertz (SPD) nach der jüngsten Verbesserung der Zins- und Förderkonditionen bei "Jung kauft Alt" im Oktober 2025. Viele Familien hätten zurückgemeldet, dass sie sich eine so große Sanierung zunächst nicht zugetraut haben. "Um die Hemmschwelle abzusenken, muss nun innerhalb von 4,5 Jahren nach Erwerb des Eigentums nur noch auf das energetische Mindestniveau eines Effizienzhaus 85 EE saniert werden. Man spart also nicht nur Geld, sondern auch Zeit und Aufwand."
KfW-Programm "Jung kauft Alt": Weitere Informationen und Antragsvoraussetzungen
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