Lohnt sich der Hauskauf auch 2017? Deutsche Bank Research geht davon aus Bild: Corbis

Die Researcher der Deutschen Bank gehen davon aus, dass die Hypothekenzinsen in Deutschland 2017 als Folge der höheren US-Zinsen erneut leicht anziehen werden, nach zuletzt 1,4 Prozent im November 2016. Doch auch vor diesem Hintergrund werde der Kauf von Häusern und Wohnungen im Jahr 2017 weiterhin erschwinglich sein, heißt es in der Studie.

Die Deutsche Bank geht davon aus, dass die von Januar bis Oktober 2016 erteilten rund 300.000 Baugenehmigungen in Wohnraum umgesetzt werden. Ausgehend von einem Bedarf von mindestens 350.000 Wohnungen pro Jahr würde damit der Nachfrageüberhang dennoch weiter wachsen.

Wohneigentum bleibt erschwinglich

Der bundesweite Erschwinglichkeitsindex verläuft Deutsche Bank Research zufolge aktuell seitwärts auf dem niedrigen Niveau der Vorjahre. Steigende Hauspreise einerseits, die positive Einkommensdynamik und die niedrigen Bauzinsen andererseits kompensierten sich.

Auch bei leicht steigenden Hypothekenzinsen und Hauspreisen seien Häuser und Wohnungen im Jahr 2017 weiterhin erschwinglich, wobei im Hinblick auf Preise und Wirtschaftskraft große regionale Divergenzen bestehen. Laut einer Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaft Köln (DIW) sind Haushalte mit geringen Einkommen kaum in der Lage, Wohneigentum zu bilden

Bild: Deutsche Bank Research

Wohnimmobilienkreditrichtlinie: Weitere Klarstellungen folgen

Die Bundesregierung hat Ende 2016 die Wohnimmobilienkreditrichtlinie konkretisiert: Künftig darf eine Wertsteigerung durch Baumaßnahmen oder Renovierung einer Wohnimmobilie bei der Kreditwürdigkeitsprüfung berücksichtigt werden.

Zusätzliche Klarstellungen könnten im Jahr 2017 folgen, glaubt Deutsche Bank Research, und die Rechtsunsicherheit, die im Zuge der Einführung der Wohnimmobilienkreditrichtlinie entstanden sei, könnte weiter reduziert werden.

Demzufolge dürften die dämpfenden Effekte auf das Neugeschäft in den kommenden Monaten nachlassen. Vor Einführung der Kreditrichtlinie lag das Neugeschäft laut Deutsche Bank Research bei 20,5 Milliarden Euro pro Monat (von April 2015 bis März 2016) und danach bei 19 Milliarden Euro (von April bis November 2016).

Drei Viertel der Marktteilnehmer gehen dem deutschen Immobilienfinanzierungsindex (DIFI) von JLL zufolge von unveränderten Finanzierungsbedingungen im ersten Halbjahr 2017 aus.

Schlagworte zum Thema:  Baufinanzierung

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