Mehr Raum für soziale Verbindung im Büro
Unternehmen richten ihre Büros zunehmend auf Zusammenarbeit und Unternehmenskultur aus. Das geht aus dem abschließenden Teil der Studienreihe "2026 Global Workplace & Occupancy Insights" von CBRE hervor.
Seit 2021 ist der Anteil sogenannter Amenity-Flächen – Bereiche für soziale Begegnung und informellen Austausch – um 120 Prozent gestiegen. Gleichzeitig sank der Anteil klassischer Einzelarbeitsplätze von 56 Prozent auf 35 Prozent.
Desk Sharing statt fester Arbeitsplatz
Auch die Arbeitsplatzkonzepte verändern sich grundlegend. Fest zugewiesene Plätze haben laut CBRE seit 2021 massiv an Bedeutung verloren: Der Anteil sank von 83 Prozent auf 55 Prozent.
Hybride Modelle und Desk Sharing sind im vergleichbaren Zeitraum von zwölf Prozent auf 36 Prozent gestiegen. 83 Prozent der Unternehmen planen Arbeitsplatzquoten tätigkeitsbezogen, 78 Prozent stützen sich dabei auf Auslastungsdaten.
KI macht das Büro unverzichtbar
Der wachsende Einsatz Künstlicher Intelligenz (KI) stärkt die Rolle des Büros, heißt es in der Studie. Die Nutzung von KI-Agenten wird demnach innerhalb eines Jahres um 327 Prozent wachsen. Bereits 79 Prozent der Unternehmen setzen KI-Lösungen ein.
Da KI Routineaufgaben übernimmt, gewinnen Kreativität, Urteilsvermögen und persönliche Zusammenarbeit an Gewicht – Qualitäten, die das Büro gezielt fördert.
Büroauslastung steigt bis 2027
Beschäftigte mit hoher KI-Nutzung arbeiten heute durchschnittlich 2,75 Stunden pro Woche mehr, so ein weiteres Ergebnis.
Unternehmen, die frühzeitig in kollaborative Flächen, Aufenthaltsqualität und intelligente Gebäudetechnologien investieren, werden laut CBRE am stärksten von dieser Entwicklung profitieren.
Workplace-Technologien: Reifegrad steigt
Die technologische Reife in Unternehmen steigt kontinuierlich, wie es im vorigen Teil der Studienreihe heißt: 82 Prozent der befragten Organisationen weisen heute mindestens einen mittleren Reifegrad bei der Nutzung von Workplace-Technologien auf.
Gleichzeitig wächst die Zahl der Unternehmen mit einem sehr hohen Reifegrad: Drei Prozent erreichen mittlerweile die höchste Stufe der Technologieintegration – im Vorjahr lag dieser Wert noch bei null Prozent.
Daten entscheiden Immobilienstrategie
Besonders deutlich wird dieser Wandel bei der Nutzung von Datenfeeds. 94 Prozent der Unternehmen integrieren automatisierte Datenquellen in die Flächenmanagementsysteme. Am häufigsten (86 Prozent der Studienteilnehmer geben das an) stammen diese aus Human Resources (HR)-Systemen, wodurch Unternehmen detaillierte Einblicke in Mitarbeiterstrukturen, Funktionen und Standorte erhalten.
Auch die Weiterverarbeitung der Daten gewinnt stark an Bedeutung: 91 Prozent der Unternehmen verfügen über Outbound-Datenfeeds. Dabei wächst vor allem die Nutzung von Data Warehouses, Data Lakes und webbasierten Dashboards, die bereits von rund der Hälfte (54 Prozent) der Unternehmen eingesetzt werden – im Vorjahr waren das laut CBRE noch 42 Prozent. Damit wird die Grundlage für umfassendere Analysen und eine datengetriebene Steuerung der Immobilienportfolios geschaffen.
Hybride Arbeitsmodelle und Reservierungssysteme
Bei der technologischen Unterstützung hybrider Arbeitsmodelle zeigt die Studie noch Defizite: 48 Prozent der Unternehmen verzichten demnach auf digitale Tools zur Erfassung und Steuerung von Büroanwesenheiten – und der Anteil wächst sogar. Im Jahr 2024 waren es nur 39 Prozent.
77 Prozent der Unternehmen nutzen CBRE zufolge Reservierungssysteme für Arbeitsplätze und Besprechungsräume. Am häufigsten kommt Microsoft Outlook zum Einsatz (46 Prozent). Besonders relevant sind Funktionen wie Check-in- und Check-out-Systeme für Besprechungsräume (70 Prozent) sowie Analysen zur Raumauslastung (50 Prozent). Die liefern Erkenntnisse über tatsächliche Nutzungsmuster und unterstützen Unternehmen bei der Optimierung von Büroflächen.
Über die CBRE-Studie
Die Studie "2026 Global Workplace & Occupancy Insights" basiert auf fünf Jahren Benchmarking-Daten und Stimmungsanalysen zur Entwicklung von Büroarbeitsumgebungen seit 2021. Ausgewertet wurden Daten von CBRE-Kunden, die Büroflächen von insgesamt 28 Millionen Quadratmetern mit einer durchschnittlichen Portfoliogröße von 465.000 Quadratmetern halten. Die Auswertung liefert Erkenntnisse differenziert nach Portfoliogröße, Branche sowie Region beziehungsweise geografischem Markt.
CBRE-Studie "2026 Global Workplace & Occupancy Insights" (Download)
Das könnte Sie auch interessieren:
Hybrides Arbeiten tut der Büroauslastung gut
-
Bafin senkt Risikopuffer für Wohnimmobilienkredite
34
-
Bauzinsen über vier Prozent: Was Käufer wissen müssen
331
-
Wo ein Wohninvestment jetzt gute Erträge bringt
30
-
Basel-III-Spielregeln: Fahrplan und Kritik
18
-
Kosten für Büroausbau steigen kaum noch
17
-
Neue Regeln für Immobilienfonds
16
-
Trendregionen für den Kauf von Eigentumswohnungen
131
-
Selbst genutztes Wohneigentum verteuert sich um 2,5 Prozent
13
-
Bafin warnt vor riskanten Immobilienfinanzierungen
10
-
Bauzinsen bleiben auf dem hohen Niveau
8
-
Mehr Raum für soziale Verbindung im Büro
28.07.2026
-
Immobilienbanken drängen EU zu Kapitalentlastung
28.07.2026
-
"Ich befürchte, das ist erst der Anfang"
21.07.20261
-
Bessere Rahmenbedingungen für Kreditnehmer
17.07.2026
-
Talsohle durchschritten? Immobilienklima dreht deutlich
15.07.2026
-
Bauzinsen über vier Prozent: Was Käufer wissen müssen
13.07.20261
-
Warum Unternehmen Immobilien verkaufen
07.07.2026
-
Inflation, Zinsen, Krieg – das Neugeschäft leidet
06.07.20261
-
Neuer Mustervertrag: Erbbaurecht für bezahlbares Wohnen
03.07.2026
-
Bildungsimmobilien gehören ins Portfolio
29.06.2026