Kosten für Büroausbau steigen kaum noch
Der europäische Büromarkt zeigte sich 2025 trotz geopolitischer und wirtschaftlicher Unsicherheiten widerstandsfähig. Rund 10,5 Millionen Quadratmeter Bürofläche wurden nach Recherchen von Cushman & Wakefield neu vermietet – besonders gefragt bleiben hochwertige Gebäude in guten Lagen, deren Vermietungsvolumen gegenüber dem Vorjahr um acht Prozent zulegte.
Eine Orientierung bei Ausbau- und Umbaukosten bietet der "Fit Out Cost Guide EMEA Office 2026", der die Entwicklung in 53 Städten in Europa, dem Nahen Osten und Afrika (EMEA) analysiert. Die durchschnittlichen Kosten stiegen um rund 3,8 Prozent und damit deutlich moderater als in den Vorjahren.
Kosten für Ausbau und Umbau in deutschen Büros
Die deutschen Städte Berlin, Frankfurt am Main, München und Hamburg gehören laut Analyse zu den teuersten Märkten.
Die Kosten für eine mittlere Büroausstattung liegen zwischen 2.333 und 2.512 Euro pro Quadratmeter, wobei Berlin am unteren und Hamburg am oberen Ende rangiert. Auch die Rückbaukosten bleiben mit einheitlich 208 Euro pro Quadratmeter hoch.
Fit Out Kosten (Euro pro Quadratmeter)
Stadt | niedrig | mittel | hoch |
Berlin | € 1.480 | € 2.333 | € 2.910 |
Frankfurt/Main | € 1.530 | € 2.408 | € 3.010 |
Hamburg | € 1.590 | € 2.512 | € 3.140 |
München | € 1.520 | € 2.432 | € 3.040 |
Quelle: Cushman & Wakefield
Büroausbaukosten nach Standards
"Anhand der Ergebnisse des Fit-Out-Cost-Guide 2026 beobachten wir eine Stabilisierung der Baukosten auf hohem Niveau in Einklang mit der allgemeinen Kostensteigerung. Für Unternehmen bedeutet eine zeitnahe Planung, von stabilisierten Lieferketten und besserer Verfügbarkeit profitieren zu können", sagt Martin Wellnitz, Head of Project & Development Services DACH bei Cushman & Wakefield.
Bei Basisstandards beträgt der Kostenanstieg 0,5 Prozent, bei mittleren Standards 3,8 Prozent und bei hochwertigen Ausstattungen sogar vier Prozent. Die Rückbaukosten stiegen zwischen 3,7 Prozent bei hohen Standards und 5,7 Prozent beim Basisstandard.
Ob die Auseinandersetzungen im Nahen Osten spürbare Folgen für die ohnehin gebeutelte Bauwirtschaft haben werden, kann laut Wellnitz aktuell nicht hinreichend eingeschätzt werden. Fest stehe: Die Unsicherheit bei den Unternehmen, die sich mit den belegten Büroflächen beschäftigen, könne zunehmen und sich auf die Entscheidung "Stay or Leave" auswirken. Laut Analyse bleiben zunächst die Arbeitskosten der zentrale Kostentreiber.
Arbeits- und Materialkosten steigen weiter
Fester Bestandteil der Befragung des Fit-Out-Cost-Guide ist der "Contractor Sentiment Survey" – die Einschätzung der Bauunternehmen über den weiteren Fortgang der Rahmenbedingungen im Baugewerbe insgesamt.
Aus den Ergebnissen geht hervor, dass Bauunternehmer nach wie vor den Kostendruck sorgfältig bewältigen müssen. Auf allgemeiner Ebene sind die Meinungen relativ gleichmäßig verteilt, ob Bauunternehmer die Preise in naher Zukunft stabil halten (39 Prozent) oder leicht anheben (57 Prozent) werden, was darauf hindeutet, dass der derzeitige Aufwärtsdruck von etwa vier Prozent pro Jahr wahrscheinlich bestehen bleibt.
Weitere Ergebnisse im Überblick:
- 78 Prozent der Auftragnehmer erwarten steigende Materialkosten.
- 80 Prozent erwarten steigende Arbeitskosten (in acht von 13 Märkten).
- 66 Prozent rechnen mit höheren Preisen der Zulieferer.
- 60 Prozent der Auftragnehmer erwarten eine Verbesserung der Marktbedingungen.
Besonders stark sind die Preissteigerungserwartungen in Spanien, Polen, Tschechien und der Slowakei, wo mehr als 75 Prozent der Befragten von höheren Nettoeinkaufspreisen ausgehen. In Deutschland rechnen nur 14 Prozent mit steigenden Einkaufspreisen.
Bedarfs- und nutzergerechte Planung und eine qualitativ hochwertige Ausführung seien wichtiger denn je, so Wellnitz und durchdachte Investitionen in Technik, Nachhaltigkeit und flexible Arbeitswelten zahlten sich langfristig aus – für Eigentümer wie für Nutzer.
Office Fit Out Cost Guide 2026: Büroausbaukosten in Deutschland und EMEA (Download)
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