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Trend: Vermietungsmarkt treibt Nachfrage nach Green Buildings in Deutschland

Green Value: Grünere Gebäude können leichter Käufer finden.
Bild: MEV Verlag GmbH, Germany

Energieeffizienz und Nachhaltigkeit von Gebäuden sind wesentliche Themen für den europäischen Immobiliensektor. Zur verlässlichen Einschätzung des Werts einer Immobilie muss ihr „Green Value“ berücksichtigt werden. BNP Paribas Real Estate (BNPPRE) Valuation hat die Trends in Frankreich, Großbritannien und Deutschland untersucht. Die Nachfrage der deutschen Investoren nach Green Buildings wird derzeit vor allem vom Vermietungsmarkt angetrieben.

Der Vermietungsmarkt in Deutschland treibt die Nachfrage des Investmentmarkts nach Green Buildings deshalb an, weil die Mieternachfrage das Wiedervermietungsrisiko der Immobilie bestimmt und daher ein starker Treiber für deren Gesamtrisikoprofil und erzielbares Renditeniveau ist.

Angesichts der sehr hohen Nachfrage bei einem eingeschränkten Angebot können grünere Gebäude leichter Käufer finden, jedoch sind Standardgebäude in guten Lagen und mit guten Mietern nach wie vor ebenfalls sehr gut veräußerbar. „Tatsächlich werden nicht zertifizierte Gebäude von bestimmten institutionellen Investoren praktisch nicht mehr gekauft, was die Attraktivität anderer Gebäude schmälern kann“, sagt Manuel Westphal.

Ein direkter Bonus für „grüne“ Gebäude lässt sich bislang jedoch nicht feststellen; vielmehr etabliert sich zumindest im Core-Segment allmählich das Konzept einer Abwertung im Sinne eines „Brown Discount“, also eines Abschlags für ineffizientere und (energetisch) veraltete Gebäude.

Frankreich: Investoren gehen CSR-Verpflichtungen einzugehen

Laut der Analyse von BNP Paribas Real Estate Valuation sind Immobilieninvestoren und Nutzer zunehmend bereit, Corporate-Social-Responsibility-Verpflichtungen (CSR) einzugehen. „Aus Investorensicht ist der Green Value mit einer gesteigerten Liquidität verbunden und birgt weniger Risiken“, so Vincent Verdenne, Head of Development von BNP Paribas Real Estate Valuation in Frankreich.

BNP Paribas Real Estate hat in Frankreich beobachtet, dass bei einer größeren Nachfrage nach Green Buildings die feste Mietlaufzeit oftmals länger ist. Indem der Energieverbrauch der Mieter durch die Qualitätseigenschaften des Gebäudes reduziert wird, können Unterhaltskosten gesenkt werden.

Großbritannien: Wandel nimmt mit Inkrafttreten neuer Bestimmungen Fahrt auf

Ungeachtet der anhaltenden wirtschaftlichen Herausforderungen bleibt auch in Großbritannien Nachhaltigkeit für die Immobilienstrategien sowohl von Nutzern als auch von Investoren von gewerblichen Immobilien relevant.

Für Nutzer bildet der Green Value einen Bestandteil ihrer Verpflichtungen im Bereich CSR. Er wird als wichtiger Faktor bei der Anwerbung und Bindung von Mitarbeitern betrachtet. Ein Versäumnis kann sich negativ auf das Compliance- und Reputationsrisiko auswirken. Momentan gibt es hier jedoch kaum Anzeichen dafür, dass der Green Value bei der Preisbildung und damit auch bei der Bewertung von Immobilien besonders herausgestellt wird.

In Großbritannien sind 2016 neue Energieeffizienzbestimmungen in Kraft getreten, die sich bei gewerblichen Immobilien niederschlagen werden. Die neuen Bestimmungen sehen einen Zeitraum bis zum 01.04.2018 vor, in dem Vermieter notwendige Arbeiten zur Verbesserung der Energieeffizienz von Gebäuden vornehmen können, die ein festgelegtes Energieeffizienzminimum nicht erreichen.

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Schlagworte zum Thema:  Vermietungsmarkt, Green Building

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