Immobilienmarkt Deutschland

Wohnungspreise in Metropolen: Hamburg legt am stärksten zu

Die Kaufpreise für Wohnungen und Häuser sind laut Pfandbriefbanken im zweiten Quartal 2026 um 1,9 Prozent gestiegen – in Hamburg sogar um 3,8 Prozent. Der Wohnungsmangel und zu wenig Neubau treiben die Preise weiter. Auch die Neuvertragsmieten werden teurer.

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Der Immobilienpreisindex des Verbands deutscher Pfandbriefbanken (vdp) stieg im zweiten Quartal 2026 im Jahresvergleich insgesamt um 1,3 Prozent – Wohnimmobilien verteuerten sich um 1,9 Prozent, während Büros (minus 1,2 Prozent) und Einzelhandelsobjekte (minus 0,2 Prozent) an Wert verloren haben. Auch die Mieten steigen weiter.

Der Verband veröffentlicht vierteljährlich auf Grundlage von tatsächlichen Transaktionen Miet- und Preisindizes zur Entwicklung der Wohn- und Gewerbeimmobilienmärkte. Gegenüber dem ersten Quartal 2026 gingen die Immobilienpreise um 0,1 Prozent zurück.

Wohnungsmangel: Mieten steigen um 3,2 Prozent

Die Neuvertragsmieten in Mehrfamilienhäusern sind nach vdp-Daten im zweiten Quartal 2026 gegenüber dem zweiten Quartal 2025 um 3,2 Prozent gestiegen. Grund sei der Wohnungsmangel, der Druck habe aber etwas nachgelassen.

In Deutschland fehlen geschätzt rund eine Million Wohnungen. Zugleich wird oft auf dem Land gebaut, während in Ballungsräumen die Nachfrage das Angebot bei weitem übersteigt. Die Daten beruhen auf realen Vertragsabschlüssen von mehr als 700 Banken und gelten als belastbar.

In den "Top 7"-Städten Berlin, Düsseldorf, Frankfurt am Main, Hamburg, Köln, München und Stuttgart zogen die Mieten mit 1,5 Prozent deutlich schwächer an als im bundesweiten Schnitt. Während es das stärkste Wachstum in Düsseldorf gab (plus 3,6 Prozent), legten am unteren Ende die Mieten in Berlin kaum zu (plus 0,6 Prozent).

Gemessen am vdp-Index für Liegenschaftszinsen gaben die Renditen in den Ballungsräumen um 0,7 Prozent nach.

Immobilienpreise in den Metropolen steigen

Auch die Immobilienpreise sind den Daten zufolge im zweiten Quartal 2026 noch einmal gestiegen. Wohnungen und Häuser verteuerten sich um 1,9 Prozent gegenüber dem zweiten Quartal 2025 und gemessen am ersten Quartal um 0,3 Prozent.

In den sieben Metropolen kletterten die Immobilienpreise mit 2,1 Prozent innerhalb eines Jahres etwas stärker als deutschlandweit. Dabei ging es am kräftigsten in Hamburg nach oben (plus 3,8 Prozent), gefolgt von Köln (plus 2,5 Prozent), Frankfurt am Main und Düsseldorf (jeweils plus 2,4 Prozent) sowie München (plus 2,3 Prozent). Am Ende standen Berlin (plus 1,6 Prozent) und Stuttgart mit plus 0,7 Prozent. Insgesamt fiel die Preiszunahme in den "Top 7" deutlich geringer aus als im ersten Quartal, als in vier der Großstädte Preissteigerungen von mehr als vier Prozent verbucht wurden.

Da sich die Neuvertragsmieten stärker als die Preise von Mehrfamilienhäusern erhöhten, nahm die Rendite gemessen am vdp-Index für Liegenschaftszinsen zu: um 1,5 Prozent.

vdp begrüßt Maßnahmen der Bundesregierung

Der Wohnungsmangel treibe Mieten und Preise, teilte der Verband mit. Hauptgeschäftsführer Jens Tolckmitt lobte die Reformen der Bundesregierung, die mit dem Bauturbo und dem Gebäudetyp E Genehmigungen beschleunigen und Baukosten senken will.

Zudem sei die angekündigte Abschaffung des sektoralen Systemrisikopuffers für Wohnimmobilienfinanzierungen längst überfällig. Schon bei Inkraftsetzung habe die sachliche Rechtfertigung für diese Maßnahme gefehlt.

Auch die in Aussicht gestellte bundesgesetzliche Regelung, die eine Vergesellschaftung großer privater Mietwohnungsbestände auf Landesebene verhindern soll, werde begrüßt.

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Preise von Büros und Handelsimmobilien geben nach

Die Preise von Büros und Handelsobjekten sind im zweiten Quartal 2026 um 1,2 Prozent beziehungsweise 0,2 Prozent gefallen – das ist laut vdp der erste Rückgang auf Jahressicht nach fünf Quartalen. Treiber waren die Entwicklungen im Quartalsvergleich: Hier verloren Büropreise 1,5 Prozent und Einzelhandelsimmobilien 0,7 Prozent.

Die Büromieten sind im Jahresvergleich gestiegen: um 2,7 Prozent, bei den Einzelhandelsimmobilien melden die Researcher ein Plus von 1,5 Prozent. Basierend auf den Preis- und Mietentwicklungen legten die Renditen gemessen am vdp-Liegenschaftszinsindex um vier Prozent bei Büros und um 1,6 Prozent bei Handelsimmobilien zu.

"Die weitere Entwicklung der Gewerbeimmobilienmärkte hängt unter anderem davon ab, ob und wann eine Beruhigung der zahlreichen geopolitischen Konflikte erreicht und die von der Bundesregierung angekündigte Reformagenda umgesetzt wird und greift", sagte Tolckmitt. Beides könne positive Implikationen für die Konjunktur und den Gewerbeimmobilienmarkt haben.

 vdp-Immobilienpreisindex: Methodik

Der Verband deutscher Pfandbriefbanken (vdp) veröffentlicht vierteljährlich auf Basis stattgefundener Transaktionen Miet- und Preisindizes zur Entwicklung der Wohn- und Gewerbeimmobilienmärkte. Die Ermittlung der vdp-Index-Entwicklung erfolgt seit 2026 teilweise auf Basis einer angepassten Methodik, die von der Deutschen Bundesbank gemeinsam mit vdp Research entwickelt worden ist.

Beide Organisationen veröffentlichen parallel neue, umfassende Indizes zu Gewerbeimmobilienpreisen in Deutschland. Diese neuen Indizes basieren auf der für regulatorische Zwecke bereits existierenden Marktschwankungsdatenbank und greifen auf die umfassende Transaktionsdatenbank der vdp Research, in die Quartal für Quartal echte Verkaufsfälle (tatsächlich realisierte Kaufpreise und Mieten) von mehr als 700 Banken einfließen, und auf die Zentrale Immobilienmarktdatenbank der Sparkassen-Finanzgruppe zurück. 

Für die neuen Gewerbeimmobilienpreisindizes der Bundesbank werden die Preisentwicklungen für Mehrfamilienhäuser, Büro- und Einzelhandelsimmobilien für verschiedene regionale Abgrenzungen berechnet und zu einem Deutschland-Index aggregiert. Für Mehrfamilienhäuser wird zusätzlich noch ein separater Preisindex für die "Top 7"-Städte ermittelt. Startzeitpunkt ist rückblickend das erste Quartal 2013.

Daten zu den vdp-Immobilienpreisindizes in interaktiven Grafiken und als Rohdaten

 

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dpa

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19.06.2025 17:10 Uhr

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