Fiabci Prix d´Excellence Germany: Die Sieger stehen fest

Wo 2014 der letzte Opel Zafira vom Band rollte, entwickelt Landmarken in Bochum den Innovations-Campus "O-Werk". Dafür gab es Gold in der Kategorie "Gewerbe" beim Prix d´Excellence Germany 2020. Sieger in der Kategorie "Wohnen" ist das Community-Wohnprojekt "Geisberg" in Berlin von Copro.

Die Gewinner des Wettbewerbs für Projektentwicklungen, der von Fiabci Germany und dem BFW Bundesverband Freier Immobilien- und Wohnungsunternehmen ausgelobt wird, wurden in diesem Jahr mit einer Videodokumentation geehrt, die am 27. November veröffentlicht worden ist.

Beworben hatten sich 40 Projektentwicklungen für die Fiabci Prix d’Excellence Germany Awards 2020. Ausgezeichnet wurden neben den Siegern in den beiden Hauptkategorien "Gewerbe" und Wohnen" auch die besten Projektentwicklungen in einer "Fiabci Prix d´Excellence Official Selection". Sonderpreise gab es für "Bezahlbares Bauen", "Innovation" und erstmals in einer Kategorie "Langer Atem".

Sieger in der Kategorie "Gewerbe": Das "O-Werk" in Bochum

""Wo Ende 2014 der letzte Opel Zafira vom Band rollte, entstand mit dem O-Werk der Leuchtturm eines Quartiers für Wissenschaft, Technologie und Unternehmensgründung", so die Wertung der 13-köpfigen Jury. Dafür erhielt die Landmarken AG den Gold Award in der Kategorie "Gewerbe".

Mit der Revitalisierung des 1962 erbauten Opel-Verwaltungsgebäudes sei das Konzept eines Innovations-Campus entwickelt worden, der den Aufbruch in eine neue, wissenschaftsorientierte Zukunft dieses industriehistorischen Standorts schafft. Auf Mark 51°7 (so der heutige Name des ehemaligen Werksgeländes) entstehen moderne Büros und Kollaborationsflächen.

Silber ging an das "Silent Green Kulturquartier" in Berlin (Jörg Heitmann und Bettina Ellerkamp) und Bronze an den "i Live Tower" in Aalen (i Live Holding).

Sieger in der Kategorie "Wohnen": Das "Geisberg" in Berlin

Die Corpo Projektentwicklung hat beim Prix d'Excellence Germany 2020 mit ihrem Wohnprojekt "Geisberg" überzeugt. "Aus dem 95 Jahre alten, denkmalschützen Post-und Telegrafenamt wurde ein zeitloses Community-Wohnprojekt", so die Jury zum Siegerprojekt in der Kategorie "Wohnen".

Das 1925 errichtete Postgebäude wurde behutsam restauriert, modernisiert, durch ergänzende Flügelgebäude und Aufbauten erweitert und in ein Wohnquartier umgenutzt. In der Verbindung von neuen und alten, denkmalschützten Gebäudeteilen ist nach sieben Jahren Projektlaufzeit ein ganz neues Stadtquartier entstanden. "Es wurde ein Ort geschaffen, an dem architektonische Wertigkeit und nachhaltiges Bauen mit einer neuen Kultur des gemeinschaftlichen Wohnens vereint wird. Die Community als zentrales Projektkonzept schafft eine neue Wohnkultur in Form einer lebendigen und inspirierenden Hausgemeinschaft –gelebt und erlebbar in unterschiedlichen Räumen für Austausch und Begegnung", so die Bewertung.

Silber ging an das Berliner Wohnprojekt "Bouchégärten" von Archigon Projektentwicklung und mit dem Bronze Award 2020 wurde das Wohnquartier "Guter Freund" in Aachen geehrt, das ebenfalls von der Landmarken AG entwickelt wird.  
 

Geisberg Wohnprojekt Berlin
Aus einem denkmalschützen Post-und Telegrafenamt wurde ein Community-Wohnprojekt: das "Geisberg" Berlin

Die Sonderpreise 2020

"Alltag jeder Projektentwicklung ist – neben den unternehmerischen Risiken - eine Flut von Regulierungen, knappes und teures Bauland und steigende Baukosten. Ökonomisch, nachhaltig, innovativ und zugleich architektonisch anspruchsvoll planen und bauen zu können, wird immer mehr zur Quadratur des Kreises", sagte Andreas Ibel, Präsident des BFW Bundesverbandes Freier Immobilien- und Wohnungsunternehmen und Vorsitzender der Jury, bei der Präsentation der Gewinner. Er erinnerte an die mitunter widrigen Bedingungen, unter denen Projektentwicklungen heute geplant und gebaut werden müssen.

Erstmals wurde deshalb in diesem Jahr ein Sonderpreis "Langer Atem" verliehen, mit dem besondere Beharrlichkeit gewürdigt wird beim Überwinden rechtlicher Hürden, gegen Widerstände in Politik und Verwaltung oder im Umgang mit streitlustigen Nachbarn. Ausgezeichnet wurde der Gold-Gewinner der Kategorie "Wohnen" 2020: "Das Projekt Giersberg" war in der Planungs- und Bauphase mit einer Vielzahl an bürokratischen und bauplanungsrechtlichen Herausforderungen konfrontiert", hieß es in der Begründung.  

Bereits zum fünften Mal wurde der "Sonderpreis für bezahlbares Bauen“ in Kooperation mit dem Bundesbauministerium ausgelobt. Schirmherrin und Staatssekretärin Anne Katrin Bohle (parteilos) verlieh den Sonderpreis an das Projekt "Hoffnungshäuser" (Esslingen). Bohle und die Jury würdigten das Projekt, das mit seinem flexiblen Baukastensystem standortunabhängig und der seriellen Holzbauweise schnell und innovativ bezahlbaren Wohnraum schafft. Die Esslinger "Hoffnungshäuser" erhielten außerdem den "GBH-Sonderpreis Innovation". Hier würdigte die Jury die konsequente Nutzung des nachhaltigen Baustoffes Holz und das innovative Sozialkonzept. 

Die besten Projektentwicklungen in einer "Fiabci Prix d´Excellence Official Selection 2020" sind: Berlin Rivera (Berlin), Greifswalder Straße (Berlin), Lindenhof (Berlin), spb Schmollerplatz (Berlin), Wave Waterside Living Berlin (Berlin), Hoch hinaus mit Holz (Hamburg), Römeraue Muldenäcker (Ludwigsburg), Centro Tesoro (München), Nova Neufahrn Gewerbepark (Neufahrn), Cento New (Rostock) und Splace Apartements (Wolfsburg). 

Das Video zur Preisverleihung der "Fiabci Prix d'Excellence Germany 2020" Awards

Fiabci Prix d’Excellence Germany 2019: Die Sieger

Im vergangenen Jahr siegte in der Kategorie "Wohnen" das Metropolenhaus am Jüdischen Museum in Berlin. Im Erdgeschoss des sechsstöckigen Wohngebäudes befinden sich Läden, Gastronomie und nicht-kommerzielle Projekträume, querfinanziert durch den Verkauf der Einheiten in den Obergeschossen. Letzteres wurde in der Jury-Begründung besonders hervorgehoben: Unter dem Motto "Privateigentum finanziert Gemeinwohl" werde der Grundsatz der Sozialverpflichtung des Eigentums verfolgt. Die Eigentümer der Wohnungen sicherten die ökonomische Basis des Kultur- und Gewerbekonzeptes und "übernehmen langfristig Verantwortung für nachhaltige Stadtentwicklung".

In der Kategorie "Gewerbe" überzeugte 2019 das "Haus der Bayerischen Geschichte" in Regensburg. Die Herausforderung hier: Die architektonischen Anforderungen eines musealen Betriebes mussten mit den städtebaulichen Restriktionen des UNESCO Welterbes der Regensburger Altstadt in Einklang gebracht werden. "Die umfassende Auseinandersetzung mit dem städtebaulichen Kontext der Regensburger Altstadt sowie der Schaffung des innovativen und interaktivem Museumsbetriebes" habe man gewürdigt, heißt es in der Jury-Begründung.

Die Fiabci Prix d’Excellence Awards bestehen seit 1992 als weltweiter Wettbewerb und werden seit 2014 auch in Deutschland ausgeschrieben. Die Gewinner-Projekte qualifizieren sich jeweils als deutsche Beiträge für die Fiabci Prix d’Excellence International Awards.


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