DW-Zukunftspreis der Immobilienwirtschaft 2026 verliehen
Beim Wohnzukunftstag in Berlin wurden am 30. Juni vier Neubauprojekte mit dem DW-Zukunftspreis der Immobilienwirtschaft 2026 ausgezeichnet.
Das Fachmagazin "DW Die Wohnungswirtschaft" vergibt den Preis zusammen mit Aareon. Partner sind der GdW Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen, der Verband Berlin-Brandenburgischer Wohnungsunternehmen (BBU) und der Bundesverband Freier Immobilien- und Wohnungsunternehmen (BFW).
DW-Zukunftspreis der Immobilienwirtschaft: die Preisträger 2026
GWL Lippstadt: "Quartiersentwicklung Juchaczstraße"
Die GWL Grundstücks- und Wohnungsbau GmbH Lippstadt zeigt mit dem im Frühjahr 2026 fertiggestellten Projekt "Quartiersentwicklung Juchaczstraße", wie sich energetische Sanierung, die Förderung des sozialen Miteinanders und die Aufwertung von Außenanlagen zu einem ganzheitlichen Ansatz verbinden lassen. Ziel der Modernisierung war der Effizienzhaus-70-Standard.
Dafür wurde auf regenerative Energien mit Erdwärme und Photovoltaik umgestellt. Herzstück des neugestalteten Quartiers ist ein Spielplatz auf einer ehemaligen Parkplatzfläche. Das erweiterte Bewohnerzentrum schafft Räume für Begegnung und Austausch. Die Mieten sind günstig bei voraussichtlich niedrigen Betriebskosten. Mit der Quartiersentwicklung ist es laut Jury gelungen, neben energetischen Verbesserungen auch die Wohn- und Lebensqualität für die Bewohnerinnen und Bewohner deutlich zu steigern.
Jenawohnen GmbH: "Smartes Quartier Jena-Lobeda"
Mit dem "Smarten Quartier Jena-Lobeda" hat die Jenawohnen GmbH ein Modellprojekt für vernetztes Wohnen im Bestand geschaffen. Bis 2024 wurden innerhalb von fünf Jahren 250 Wohnungen in drei WBS70-Gebäuden saniert und mit digitaler Technik ausgestattet.
Dazu gehören digitale Schließsysteme sowie intelligente Steuerungen für Licht und Raumklima. Durch Sanierung und intelligente Heizungssteuerung wird der Wärmeverbrauch laut Untersuchungsergebnissen der Westsächsischen Hochschule Zwickau um bis zu 30 Prozent gesenkt. Ergänzt wird das Angebot durch einen Telemedizinraum und barrierearme Gesundheitsapartments.
Datenschutz, IT-Sicherheit und die Absicherung des laufenden Betriebs wurden im Quartier von vornherein mitgedacht. Trotz hoher Investitionen ist die Hälfte der Wohnungen mietpreisgebunden. Die Lösungen sind skalierbar und auf andere Quartiere übertragbar. Das Projekt zeigt eindrucksvoll, dass bezahlbares Wohnen und innovative Technologie kein Widerspruch sein müssen.
GWG Tübingen: "henA Quartiersgebäude am Hechinger Eck"
Das Projekt "henA Quartiersgebäude am Hechinger Eck" der GWG Tübingen mbH ist ein Lehrstück dafür, wie generationsübergreifendes Zusammenleben gelingen kann. Das im Sommer 2024 fertiggestellte Quartiersgebäude entstand in Kooperation mit der Stadt Tübingen und der Altenhilfe Tübingen.
Es vereint unter einem Dach 29 geförderte Mietwohnungen, ein Pflegeheim mit 60 Plätzen, eine Apotheke und vier Klassenräume mit Mensa zur Erweiterung der Grundschule. Die räumliche Nähe der unterschiedlichen Nutzungen schafft vielfältige Begegnungsräume und fördert den Austausch zwischen Jung und Alt. Die Mieten sind moderat.
Das Gebäude wurde in Holzhybrid-Bauweise errichtet, in einem eng getakteten Ablauf mit hohem Vorfertigungsgrad und vereint laut Jury nachhaltiges Bauen mit einem durchdachten Nutzungskonzept für das gesamte Quartier.
Sonderpreis 2026 für Wohnungsbaugenossenschaften
Wagniswest: "Gemeinschaftsmacher statt Reihenhäuser"
Zum DW-Zukunftspreis hat es nicht ganz gereicht – doch die Jury würdigte das Projekt mit einem Sonderpreis: Die Wohnbaugenossenschaft Wagnis eG und die Wohnungsgenossenschaft München-West eG haben gemeinsam in München-Freiham gebaut.
Entstanden sind sechs Holzhybrid-Gebäude mit 134 Wohnungen, darunter sieben Clusterwohnungen und fünf ambulant betreute Wohnungen für Menschen mit Behinderung. Die Bewohner waren aktiv an der Planung des 2024 fertiggestellten Vorhabens beteiligt.
Der Treff des SOS-Kinderdorfs, die Gastronomie und der Raum "Casino" haben sich zu Begegnungsorten entwickelt. Auch Aspekte der Kreislaufwirtschaft und des Re-Use wurden umgesetzt. Das Projekt zeigt die Vielfalt, die Wohnprojekte bieten können: Von der Kooperation zweier Genossenschaften über gemeinschaftsbildende Architektur bis zu innovativen Grundrissen und ökologischer Planung zu einer bezahlbaren Miete.
Wohnen: Zahl der Einreichungen unterstreicht Relevanz des Mottos
"Das Motto 'Wohnen' macht deutlich, dass gutes und zeitgemäßes Mieten auch von verlässlichen Services, funktionierenden Nachbarschaften und praktischen Angeboten im Quartier lebt", erklärte Axel Gedaschko, GdW-Präsident und Schirmherr des DW-Zukunftspreises. Die prämierten Projekte zeigten, wie Wohnungsunternehmen den Alltag der Mieter konkret erleichtern: sozial, digital und nah an den Bedürfnissen. Genau solche Lösungen machen laut Gedaschko das Wohnen zukunftsfähig.
"Wohnen ist mehr als vier Wände, denn Bezahlbarkeit, Funktionalität und Wohlfühlfaktoren entscheiden über die Lebensqualität", betonte Carsten Wiese, Mitglied der Geschäftsleitung der Aareon Deutschland GmbH: Die Vielzahl an Einreichungen unterstreiche die Relevanz des Mottos sowie die signifikante Innovationskraft der Wohnungs- und Immobilienwirtschaft. "Insbesondere die beeindruckenden Siegerprojekte setzen für die Zukunft des Wohnens und die gesellschaftsrelevante Quartiersgestaltung wichtige Benchmarks in der Branche", sagte Wiese.
DW-Zukunftspreis: Innovative Plattform für die gesamte Branche
Das Fachmagazin "DW Die Wohnungswirtschaft" richtet den Award jährlich aus, um – mit wechselndem Schwerpunkt – herausragende Beispiele aus der Praxis der Wohnungswirtschaft zu ehren. Präsentiert wird der Branchenpreis von Aareon. Die Schirmherrschaft liegt in den Händen von GdW-Präsident Gedaschko. Die technische Betreuung übernimmt der BBU. Unterstützt wird der DW-Zukunftspreis außerdem vom BFW.
Jury unter neuem Vorsitz
Die Jury des Preises setzt sich aus namhaften Vertretern der Wohnungs- und Immobilienwirtschaft zusammen. Den Juryvorsitz übernahm 2026 erstmals Prof. Elisabeth Endres, Leiterin des Instituts für Bauklimatik und Energie der Architektur an der TU Braunschweig.
"Der DW-Zukunftspreis der Immobilienwirtschaft ist für mich besonders, da nicht nur gute Absichten prämiert werden, sondern das gebaute Beispiel im Vordergrund steht", sagte sie. Wer als Gewinner hervorgehe, habe Mut und Engagement bewiesen, zukunftsfähigen Wohnraum zu schaffen und damit weit über das Bauen hinaus einen sozial-gesellschaftlichen Beitrag geleistet.
Weitere Informationen zum DW-Zukunftspreis der Immobilienwirtschaft
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