Wohnimmobilien: Der Trend geht zum Investor Development

Wohnimmobilien in den deutschen Metropolen sind begehrt. Der Trend geht zur Entwicklung für den Eigenbestand (Investor Development) – gerade bei den privaten Investoren, wie eine Studie von Empira zeigt. Bislang wurde das Segment von kommunalen oder landeseigenen Wohnungsgesellschaften dominiert.

Bis zum Jahr 2024 werden im Rahmen von Investor-Development-Projekten, also Entwicklungen für den Eigenbestand, in den sieben größten Städten (Berlin, Düsseldorf, Frankfurt am Main, Hamburg, Köln und Stuttgart) insgesamt 5,4 Millionen Quadratmeter Wohnfläche erstellt – das entspricht 1,1 Millionen Quadratmeter pro Jahr. Zu diesem Ergebnis kommt die Develop-and-Hold-Studie 2020, die der Investment Manager Empira mittlerweile zum zweiten Mal in Kooperation mit Marktforscher Bulwiengesa erstellt hat.

Auch die anteilige Bedeutung von Develop-and-Hold-Ansätzen wächst weiter: nach 30 Prozent am gesamten Wohnprojektentwicklungsgeschäft 2019 stieg der Wert auf mittlerweile 33 Prozent. 

Stuttgart, Berlin, München: Hier werden besonders viele Wohnungen für den Eigenbestand entwickelt

Vier Prozent mehr Wohnungen als in der Studie 2019 befinden sich in diesem Segment im Bau und sieben Prozent mehr in der Entwicklung. Der theoretische Marktwert aller Projekte in den betrachteten Städten – unter Berücksichtigung der Wohnlage sowie der Miet- und Preisprognose–, hat im Vergleich zum Studienjahr 2019 um sieben Prozent auf 34,8 Milliarden Euro zugelegt.

Gleichzeitig haben klassische Projektentwicklungen (Trading Developments) in den Top-7-Städten an Bedeutung verloren, der Anteil ging gegenüber 2019 um 8,5 Prozent zurück – das Volumen der geplanten und entwickelten Wohnungen für den Verkauf nach Fertigstellung oder in der Planungsphase als Forward-Deal ist auf 2,1 Millionen Quadratmeter pro Jahr (2019: 2,2 Millionen Quadratmeter) gesunken.

Besonders hoch ist der Anteil der von Empira so genannten Develop-and-Hold-Projekte in Stuttgart mit einem Anteil von 43 Prozent. Ähnlich sieht es in Berlin (39 Prozent) und München (37 Prozent) aus. In Hamburg liegt der Anteil aktuell bei 29 Prozent, in Frankfurt bei 39 Prozent. In Köln (26 Prozent) und Düsseldorf (24 Prozent) ist der Anteil etwas geringer. Der theoretische Marktwert aller Projekte über die Städte hinweg ist laut Empira um sieben Prozent gewachsen.

Develop-and-Hold-Segment: Zunehmend von privaten Investoren erschlossen

Das Investor-Development-Segment wurde laut Empira bislang vor allem von kommunalen Wohnungsbaugesellschaften und -genossenschaften dominiert. Dass das Feld jetzt zunehmend von privaten Investoren bespielt wird, liegt den Studienautoren zufolge unter anderem daran, dass für sicherheitsorientierte institutionelle Investoren die nachhaltige Stabilität der Assetklasse an Bedeutung gewonnen hat – ein Trend der sich durch die Corona-Krise noch beschleunigen dürfte. Die Nachfrage ist weiterhin hoch, das Angebot nicht ausreichend.

"Institutionelle Investoren schätzen die Kombination aus hoher Wertschöpfung und stabilen Miet-Cashflows gerade in den Top 7-Wohnungsmärkten." Lahcen Knapp, CEO der Empira Gruppe

In den deutschen Top 7 stemmen die öffentlichen Akteure – wie kommunale oder landeseigene Wohnungsgesellschaften – 51,5 Prozent (2019: 53,7 Prozent) der Wohnungen im Develop-and-Hold-Segment, Akteure mit sozialem Hintergrund und klassische Wohnungsgenossenschaften halten zusätzlich einen Anteil von 17,9 Prozent. Der Anteil der klassischen privaten Akteure an den Investor Developments beträgt 30,6 Prozent (2019: 26,9 Prozent), das sind 3,7 Prozent mehr als 2019, während sich der Anteil der öffentlichen Akteure entsprechend verringert hat.

Während Hamburg und Düsseldorf privatwirtschaftlich geprägt sind, sind die Akteursstrukturen in Stuttgart, München, Frankfurt, Berlin und Köln nach wie vor teils stark von öffentlichen Bauherren dominiert, heißt es bei Empira. Im Ranking der Privaten mit Develop-and-Hold-Ansatz spielt die Buwog mit rund 3.400 Wohnungen in der Entwicklung (plus 40 Prozent) und mehreren neuen Projekten überwiegend in Berlin, die Hauptrolle, gefolgt vom Wohnungskonzern Deutsche Wohnen mit zirka 2.000 Wohnungen (plus 100 Prozent) und der Empira Gruppe (zirka 1.800 Wohnungen). 

Develop-and-Hold-Studie 2020


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Schlagworte zum Thema:  Wohnimmobilien, Projektentwicklung, Investment