BWP: Wärmepumpen von der Rolle im Klimaschutzplan noch weit entfernt Bild: Bundesverband Wärmepumpe e.V.

Im vergangenen Jahr wurden nach Angaben des Bundesverbandes Wärmepumpe (BWP) 66.500 Heizungswärmepumpen abgesetzt. Das waren 17 Prozent mehr als 2015. Insgesamt sind derzeit 750.000 Heizungswärmepumpen in Deutschland installiert. Jedes dritte Wohngebäude (Neubau) hat laut BWP 2016 eine Wärmepumpe eingesetzt. Der Erfolg im Gebäudebestand blieb bislang aber aus.

Der Marktanteil im Bestand lag 2016 bei unter fünf Prozent, damit sind dem BWP zufolge zwei Drittel der 21 Millionen Heizungen in Deutschland unzureichend effizient.

Hier sei auch die Politik gefragt: Während der Preis für Heizöl auf unter fünf Cent gesunken sei, verharre der Heizstrompreis bei über 21 Cent. Dabei machen laut BWP Steuern, Abgaben und Umlagen 76 Prozent des Heizstrompreises aus, während Heizöl in Deutschland – im Unterschied zu den meisten anderen EU-Ländern – kaum besteuert werde.

Wärmepumpe noch weit entfernt als zentrale Heizung der Zukunft

Gemessen am Gesamtabsatz für Wärmeerzeuger beträgt der Marktanteil von Wärmepumpen nach Berechnungen des BWP noch immer unter zehn Prozent. Das ist weit von der zentralen Rolle entfernt, die der Wärmepumpe im (vorerst gescheiterten) Klimaschutzplan 2050 zugeschrieben wird.

Laut einer Studie des Statistischen Bundesamts blieb der Anteil an Wärmepumpen in neu gebauten Wohngebäuden mit knapp 32 Prozent im Vergleich zum Vorjahr konstant. Noch 2007 hatten sich dem Bundesverband Wärmepumpe zufolge nur rund 13 Prozent der Bauherren für diese Heizmethode entschieden.

Erdgekoppelte Systeme legen um 21,8 Prozent zu

Größter Gewinner sind dem Verband zufolge erdgekoppelte Systeme: Gegenüber dem Vorjahr legten sie um 21,8 Prozent auf 20.700 Geräte zu (2015: 17.000 Geräte). Die Zahl der Luftwärmepumpen stieg um 14,5 Prozent auf 45.800 Stück (2015: 40.000 Stück). Beliebt waren nach Angaben des Verbandes insbesondere Monoblockgeräte mit einem Zuwachs von 19,5 Prozent auf 25.100 (2015: 21.000). Bei den Splitgeräten fiel das Wachstum mit 8,9 Prozent etwas kleiner aus (20.700, nach 19.000 im Jahr 2015).

Die Marktanteile zwischen erdgekoppelten Wärmepumpen und Luftwärmepumpen veränderten sich laut BWP gegenüber dem Vorjahr kaum: Luftwärmepumpen beherrschten auch 2016 den Absatz mit 68,9 Prozent (Vorjahr: 70,2 Prozent). Erdwärmepumpen legten um ein knappes Prozent zu (2016: 31,1 Prozent; 2015: 29,8 Prozent).

Der Absatz von Warmwasserwärmepumpen sei mit 12.500 Geräten unverändert gegenüber dem Vorjahr geblieben. Insgesamt seien aktuell etwa 750.000 Heizungswärmepumpen in Deutschland installiert.

 

Schlagworte zum Thema:  Immobiliendienstleister, Wärmepumpe

Aktuell
Meistgelesen