Warum der Dachsolarausbau ins Stocken gerät
Mit dem Umstieg auf erneuerbare Energien im Gebäudebereich geht es voran. Vor allem die Wärmeversorgung im Neubau verschiebt sich merklich in Richtung erneuerbarer Energien, Strom und Fernwärme.
Doch während die Nachfrage nach Wärmepumpen und Batteriespeichern steigt und Gasheizungen im Neubau Anteile verlieren, flacht das Tempo beim Ausbau von Dachsolaranlagen spürbar ab. Das zeigt das Herbst-Update 2026 des Dena-Gebäudereports 2026.
Neubau: Wärmepumpe dominiert, Gasheizung auf Tiefstand
Rund 74 Prozent der im Jahr 2025 fertiggestellten Wohngebäude wurden laut Gebäudereport mit einer Wärmepumpe beheizt, bei den neu genehmigten Häusern liegt der Anteil bereits bei 83 Prozent. Erneuerbare Energien, Strom und Fernwärme kamen zusammen auf mehr als 89 Prozent in fertiggestellten Wohngebäuden (2024: 85 Prozent). Gasheizungen erreichten im Neubau mit rund elf Prozent einen historischen Tiefstand.
Aktuelle Verkaufszahlen bestätigen demnach den Trend: Bis August 2026 wurden 194.500 Wärmepumpen verkauft – das ist ein Plus von 40 Prozent gegenüber dem entsprechenden Vorjahreszeitraum. Der Marktanteil stieg von 48 Prozent im Jahr 2025 auf 55 Prozent im ersten Halbjahr 2026.
"Bei Bestandsgebäuden hingegen muss das Tempo erhöht werden", mahnte Corinna Enders, Vorsitzende der Dena-Geschäftsführung. Dazu müssten Regelungen verständlich vermittelt und Eigentümern Planungssicherheit für Investitionen gegeben werden. "Entscheidend ist, dass die Rahmenbedingungen langfristig verlässlich bleiben."
Gebäudebestand: Gasheizungen überwiegen noch immer
Im Gebäudebestand vollzieht sich der Wandel langsamer, wie der Dena-Report zeigt. Gasheizungen hatten 2025 einen Anteil von rund 56 Prozent, Ölheizungen kamen auf zirka 17 Prozent. Wärmepumpen und weitere solar- oder geothermische Systeme erreichten einen Anteil von rund 4,5 Prozent.
Immerhin: Nachdem der Gasheizungsanteil in den Vorjahren kontinuierlich anstieg, ging er 2023 erstmals leicht zurück und sank 2025 erneut – von 56,2 auf 56,1 Prozent. Der Anteil von Wärmepumpen im Bestand stieg 2025 im Vergleich zum Vorjahr um fünf Prozent. Der Absatz von Gasheizungen lag im ersten Halbjahr 2026 bei 134.000 Geräten – ein Prozent über dem Vorjahreswert.
Mit dem Gebäudemodernisierungsgesetz und den neuen BEG-Förderbedingungen sieht die Dena die notwendige Klarheit gegeben. Entscheidend werde es sein, diese Klarheit dauerhaft zu erhalten und in konkrete Investitionen zu überführen.
Gasheizung nach GModG: Teurer als die Wärmepumpe
Photovoltaik: Dachsolarausbau verliert an Dynamik
Der Zubau gebäudenaher Photovoltaik ist laut Gebäudereport-Update im ersten Halbjahr 2026 um rund 17 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum gesunken. Als Ursachen nennt die Dena die geänderten Rahmenbedingungen im Solarspitzengesetz sowie anhaltende Förderunsicherheiten.
Dennoch bleibt der Ausbau auf einem hohen Niveau: Insgesamt wurde die Marke von rund 80 Gigawatt Gebäudesolar erreicht. Der Rückgang zeigt aber den Experten zufolge, wie sensibel der Markt auf politische Rahmenbedingungen reagiert – und wie schnell Dynamik verloren gehen kann, wenn Planungssicherheit fehlt. So entfällt etwa die Einspeisevergütung für privaten Solarstrom ab 2027.
Batteriespeicher wachsen schneller als der Solarmarkt
Besonders dynamisch entwickelt sich den Zahlen zufolge derzeit das Segment Batteriespeicher. Im Juli 2026 wurden die Marken von 30 Gigawattstunden Speicherkapazität und rund 2,6 Millionen installierten Geräten erreicht. Aktuell kommen rund 47.400 neue Speicher pro Monat dazu.
Mit rund 24 Gigawattstunden entfällt der Großteil der installierten Kapazität auf Heimspeicher in Wohngebäuden. Seit mehr als einem Jahr wächst der Speichermarkt schneller als der Solarmarkt – das sehen die Experten als ein Zeichen für die zunehmende Bedeutung von Flexibilität und Eigenverbrauch in der Energiewende.
Die Gebäudewende müsse künftig stärker als Technologie-Mix gedacht werden, so Enders: "Digitalisierung hat dabei eine verbindende Rolle. Mit einem forcierten Smart-Meter-Ausbau können neue digitale Geschäftsmodelle entstehen, die den Umbau des Gebäudebestands forcieren."
Dena-Gebäudereport und Updates
Der Gebäudereport der Deutschen Energie-Agentur (Dena) im Auftrag des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie erscheint seit 2021 einmal pro Jahr. Er bietet Basiszahlen zum energetischen Zustand der Gebäude, zu Eigentümer- und Mieterstrukturen, zu Wärmeerzeugern und Energieträgern und zur CO2-Bilanz – und zeigt Perspektiven in ausgewählten Fokusthemen auf. Die Daten sind als interaktive Grafiken verfügbar.
Die im Jahr 2024 veröffentlichten Daten des Zensus 2022 haben den Datenumfang des Gebäudereports 2025 laut Dena umfassend verbessert. Außerdem erscheinen seit 2025 zwei Mal jährlich Updates im Frühjahr und im Herbst.
Dena-Gebäudereport 2026 (Download)
Dena-Gebäudereport 2026 – Update April (Download)
Dena-Gebäudereport 2026 – Update September (Download)
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