Statistisches Bundesamt

Wohnungen und Häuser verteuern sich bundesweit


Wohnungen und Häuser verteuern sich bundesweit

Die Preise für Wohnimmobilien sind nach aktuellen Daten des Statistische Bundesamts im dritten Quartal 2025 erneut gestiegen, dabei gibt es selbst auf dem Land kaum noch Ausnahmen.

Häuser und Wohnungen haben sich weiter verteuert. Im dritten Quartal 2025 lagen die Preise für Wohnimmobilien in Deutschland durchschnittlich um 3,3 Prozent über dem Niveau des dritten Quartals 2024. Das geht aus Berechnungen hervor, die das Statistische Bundesamt Ende Dezember 2025 veröffentlicht hat. Damit stiegen die Wohnimmobilienpreise zum vierten Mal in Folge verglichen mit dem jeweiligen Vorjahresquartal.

Wohneigentum: Zeitliche Preisentwicklung

Auch in der kurzen Frist ging es weiter nach oben: Im Zeitraum Juli bis September 2025 war Wohneigentum bundesweit im Schnitt ein Prozent teurer als im Frühjahr. Nach einer Serie von Preisrückgängen seit dem vierten Quartal 2022 drehte der Markt im Schlussquartal 2024: Im Zeitraum Oktober bis Dezember 2024 zogen die Preise für Wohnimmobilien um 1,9 Prozent an, im ersten Quartal 2025 ging es um 3,5 Prozent nach oben, im zweiten Quartal gab es einen Sprung um 3,1 Prozent.

Zum Vergleich: Im Jahresdurchschnitt 2024 hatten die Preise für Häuser und Wohnungen noch um 1,5 Prozent nachgegeben.

Wohnimmobilien: Regionale Preisentwicklung

Im dritten Quartal 2025 kosteten Wohnimmobilien nach Angaben des Bundesamtes in allen Regionen Deutschlands im Durchschnitt mehr als im Vorjahresquartal. Verglichen mit dem zweiten Vierteljahr 2025 stiegen die Preise ebenfalls in den meisten Regionen.

So mussten Käufer von Eigentumswohnungen in städtischen Kreisen 4,7 Prozent mehr zahlen als im dritten Quartal 2024, in kreisfreien Großstädten waren es fünf Prozent mehr. In den sieben größten StädtenBerlin, Hamburg, München, Köln, Frankfurt am Main, Stuttgart und Düsseldorf kletterten die Preise von Eigentumswohnungen innerhalb Jahresfrist im Schnitt um 2,8 Prozent.

Auch auf dem Land gehen die Preise nach oben

Ein- und Zweifamilienhäuser verteuerten sich im Durchschnitt verglichen mit dem Vorjahresquartal am stärksten in städtischen Kreisen (plus 3,6 Prozent) und in kreisfreien Großstädten (plus 3,5 Prozent). In den sieben Top-Metropolen erhöhten sich die Hauspreise auf einem bereits hohen Niveau um 2,7 Prozent.

Auch auf dem Land zeigt der Trend nach oben: In dünn besiedelten ländlichen Kreisen kosteten Eigentumswohnungen im dritten Quartal im Schnitt 2,6 Prozent mehr als ein Jahr zuvor, für Ein- und Zweifamilienhäuser mussten Käufer 3,2 Prozent höhere Preise in Kauf nehmen. Lediglich verglichen mit dem Vorquartal entspannte sich die Lage in diesen Regionen etwas.

Entspannt der Bauturbo die Lage am Wohnungsmarkt?

Mehr neue Wohnungen sind ein erklärtes Ziel der schwarz-roten Bundesregierung. Die Ampel-Regierung hatte 400.000 neue Wohnungen in Deutschland pro Jahr versprochen, dieses Ziel aber nie erreicht.

Im vergangenen Jahr wurden 251.900 Wohnungen fertiggestellt  – so wenig wie seit 2015 nicht mehr. Die amtierende Bundesregierung will mit dem sogenannten Bauturbo über schnellere Genehmigungen den schleppenden Wohnungsbau voranbringen.

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Experten erwarten auch 2026 steigende Immobilienpreise

IW-Immobilienexperte Voigtländer erwartet, dass die Preise für Wohnungen und Häuser auch im Jahr 2026 weiter anziehen. "Ich rechne mit einem moderaten Anstieg von drei bis vier Prozent, aber nicht rasant wie in den 2010er Jahren."

Ähnlich sieht das der Vorstandschef des Kreditvermittlers Dr. Klein, Michael Neumann: "Es gibt keine Anzeichen, dass die Nachfrage auf dem Immobilienmarkt nachlässt. Im Gegenteil, es wird nach wie vor zu wenig neu gebaut und das Angebot an Bestandsobjekten bleibt in gefragten Regionen gering." 2026 sei im Bundesdurchschnitt eine Preissteigerung von um die drei Prozent realistisch. In den gefragten Metropolen könne es auch mehr sein, sagt Neumann. Steigende Mieten und die in weiten Teilen der Bevölkerung wachsenden Gehälter dürften die Nachfrage nach Wohneigentum stützen.

Gerade in den Ballungszentren ist günstiger Wohnraum kaum zu finden und der Druck auf die Mieten unvermindert hoch. Der Wohnungsmangel in den Metropolen werde wohl noch Jahre andauern, meint Jens Tolckmitt, Hauptgeschäftsführer beim Verband Deutscher Pfandbriefbanken. Zwar dämpft die Wirtschaftskrise, die viele Jobs gerade in der Industrie kostet, den Immobilienmarkt. Doch auch Daniel Ritter, geschäftsführender Gesellschafter beim Makler Von Poll Immobilien, rechnet mit einem Preisanstieg im "überschaubaren Maß". Ein neuer Immobilienboom sei wegen der gestiegenen Zinsen aber nicht in Sicht.


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dpa

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