KfW-Umfrage

Mieter hängen bei der Energiewende zurück

66 Prozent der Haushalte in Deutschland sind laut einer KfW-Studie bereit, in die Energiewende zu investieren – doch Mieter bleiben abgehängt. Für Vermieter gilt: Wer jetzt handelt, sichert sich Wettbewerbsvorteile am Wohnungsmarkt.

Wohnanlage Mehrfamilienhaus Photovolatik Balkonkraftwerk

Die Bereitschaft zu privaten Investitionen in den Klimaschutz ist in Deutschland nach einem Abwärtstrend im vergangenen Jahr wieder gestiegen, wie die staatliche Förderbank KfW in der Auflage 2026 des jährlich erscheinenden Energiewendebarometers feststellt. Zwei Drittel (66 Prozent) der Haushalte sind handlungsbereit – 2025 hatte der Wert mit 59 Prozent den niedrigsten Stand seit Erhebungsbeginn 2018 markiert.

84 Prozent der befragten Haushalte halten den Umbau des Energiesystems hin zu erneuerbaren Energien für wichtig oder sehr wichtig – im Vorjahr 83 Prozent. Befragt wurden 4.381 Haushalte zwischen Dezember 2025 und April 2026.

Energiewende: Tempo beim Technologiehochlauf

14 Millionen Haushalte (34 Prozent) nutzen laut KfW-Umfrage bereits mindestens eine Energiewende­technologie wie Wärmepumpe, Holzpelletheizung, Photovoltaik­anlage (PV-Anlage) auf dem Dach, Batteriespeicher, Solarthermieanlage oder Elektroauto. Das sind 1,1 Millionen Haushalte mehr als 2025, als der Anstieg zum Vorjahr mit rund 800.000 Haushalten noch geringer ausgefallen ist – der Hochlauf hat also Fahrt aufgenommen.

Außerdem planen weitere fünf Prozent der Haushalte eine erstmalige Investition innerhalb der nächsten zwölf Monate in eine der genannten Energiewende­technologien. "Der außergewöhnliche Hitzesommer 2026 hat die Notwendigkeit des Klimaschutzes nochmal klar verdeutlicht", sagt KfW-Chefvolkswirt Dirk Schumacher.

Transformation hängt von Einkommen und Wohnsituation ab

18 Prozent aller für das Energiewendebarometer 2026 befragten Haushalte nutzen eine Dachsolaranlage zur Stromgewinung, fünf Prozent verwenden zumindest ein Balkonkraftwerk und weitere 30 Prozent beziehen einen Ökostromtarif. Bei Wohneigentümern haben bereits 68 Prozent unmittelbaren Zugang zu grünem Strom. Mehr als jede zweite Aufdachphotovoltaik­anlage wird mit einem Batteriespeicher kombiniert.

Besonders dynamisch entwickeln sich PV-Anlagen auf dem Dach und Elektroautos. Inzwischen haben 53 Prozent der Haushalte Zugang zu grünem Strom – im Vorjahr waren es noch 47 Prozent.

41 Prozent der Eigentümer ohne Wärmepumpe können sich deren Anschaffung grundsätzlich vorstellen. Das größte Hindernis sind aber Zweifel an der Wirtschaftlichkeit der Investition, gefolgt von fehlenden finanziellen Mitteln. Haushalte, die sich bei Energieberatern oder Handwerks­betrieben über den energetischen Zustand des Hauses informiert haben, nutzen häufiger eine Wärmepumpe.

Mieter und Eigentümer: Gefälle bei der Energiewende

Im obersten Einkommens­quartil nutzen 51 Prozent, im untersten 20 Prozent mindestens eine Energiewende­technologie. In selbstgenutzten Ein- und Zweifamilienhäusern sind es 59 Prozent, in Mietwohnungen nur 15 Prozent. Wer zur Miete wohnt, ist auf den Vermieter angewiesen: Der Investitionsdruck wächst – wer frühzeitig handelt, sichert sich hier Wettbewerbsvorteile am Mietmarkt.

Damit die Transformation alle Haushalte erreicht, bleiben Wirtschaftlichkeit, gezielte Investitions­förderung und passende Informations­angebote entscheidend. Haushalten mit geringen Einkommen fehlen oft die Mittel für klimaschonende Technologien – sie heizen häufiger mit Öl und Gas, weshalb die steigende CO2-Bepreisung sie überproportional trifft. Seit Januar 2026 liegt der CO2-Preis bei bis zu 65 Euro je Tonne. Noch heizen 63 Prozent aller Haushalte in Deutschland mit Gas oder Öl, nur neun Prozent nutzen eine Wärmepumpe, sechs Prozent Holzpellets.

"Um die Energiewende in die Breite zu tragen, ist es wichtig, auch einkommensschwächere Haushalte durch gezielte Fördermaßnahmen zu gewinnen", so Schumacher. Das Verhältnis von Strompreis und fossilen Alternativen wie Gas und Öl sei entscheidend für das Gelingen der Dekarbonisierung heißt es im Fazit der KfW-Studie.

KfW-Energiewendebarometer 2026

Das KfW-Energiewendebarometer ist eine seit 2018 jährlich erscheinende Studie auf Basis einer Zufallsstichprobe von regelmäßig etwa 4.000 privaten Haushalten. Befragt wird jeweils eine volljährige Person, die Entscheidungen zur Energieversorgung und zum Energieverbrauch trifft. Ziel der Befragung ist es, herauszufinden, in welchem Umfang für die Energiewende relevante Technologien zum Einsatz kommen.

Die Daten für die Auflage 2026 wurden nach Angaben der KfW im Zeitraum vom 10.12.2025 bis zum 1.4.2026 4.381 Haushalte befragt.

KfW-Energiewendebarometer 2026

 

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