| Hahn Retail Report

Deutsche Handelsimmobilien bleiben überdurchschnittlich attraktiv

Bei den geplanten Akquisitionen sind Fachmärkte am stärksten nachgefragt
Bild: Haufe Online Redaktion

Der Handelsimmobilienmarkt in Deutschland bleibt für die Mehrheit der Investoren im Vergleich zu anderen europäischen Staaten "überdurchschnittlich attraktiv". Im Hahn Retail Report 2012/2013 nannten 85 Prozent der Befragten die gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen als Grund.

Weitere 66 Prozent begründeten die überdurchschnittliche Attraktivität mit der Stabilität des deutschen Einzelhandels im internationalen Vergleich, während 62 Prozent die Größe des Marktes als wichtigsten Attraktivitätsfaktor sehen. Rechtliche Rahmenbedingungen sowie die Produktverfügbarkeit am Markt  sind für 39 beziehungsweise 35 Prozent ausschlagegebend. Der Report wurde in Kooperation mit CB Richard Ellis und GfK Geo Marketing erstellt.

Fachmarkzentren etablieren sich als Assetklasse

Insgesamt wurden in den vergangenen eineinhalb Jahren mehr als 3,2 Milliarden Euro in Fachmarktzentren investiert. Derzeit sind sie laut Expertenbefragung mit einem Anteil von 83 Prozent der geplanten Akquisitionen die am stärksten gesuchten Objekttypen bei Investoren (Vorjahr: 65 Prozent). Mit Abstand folgen Shopping-Center und Geschäftshäuser beziehungsweise High-Street-Objekte (beide 50 Prozent; Mehrfachnennungen möglich).

Bei den Expansionsverantwortlichen der Handelsunternehmen glauben 60 Prozent, dass Fachmarktzentren zukünftig bevorzugt nachgefragt werden, Shopping-Center und Nahversorgungszentren folgen mit 50 beziehungsweise 43 Prozent. Bei den befragten Einzelhändlern zeigt sich zudem ein Trend in die Innenstädte: 60 Prozent wollen zukünftig verstärkt dort vertreten sein.

Schwerpunkt liegt weiterhin auf Core-Objekten

60 Prozent der Befragten wollen in den nächsten zwölf Monaten am deutschen Handelsimmobilienmarkt zukaufen. 23 Prozent der Unternehmen beabsichtigen, das Investitionsvolumen unverändert zu belassen. Erstklassige Einzelhandelsimmobilien in guten Lagen und mit langen Vertragslaufzeiten stehen dabei bei privaten und institutionellen Investoren nach wie vor hoch im Kurs. Solche Core-Immobilien haben wie auch schon im Vorjahr 70 Prozent der Befragten im Fokus. Bei rund 27 Prozent dominieren Value-Add-Immobilien das künftige Engagement am Markt (Vorjahr 13 Prozent).

B-Standorte stark nachgefragt

Die Nachfrage nach Handelsimmobilien übersteigt das Angebot deutlich und lässt nationale wie internationale Investoren vermehrt auf B-Standorte in Deutschland ausweichen, die ein vergleichbares Renditeniveau aufweisen. So entfielen seit Anfang 2011 rund 70 Prozent aller Investitionen auf B-Standorte und Regionalzentren. CB Richard Ellis geht davon aus, dass Standorte mit 125.000 und 250.000 Einwohnern und noch geringem Bestand an großflächigem Einzelhandel - sogenannte "Junior Märkte" - sich als Investitionsstandort weiter etablieren.

Obwohl im Segment E-Commerce weiterhin mit Umsatzsteigerungen zu rechnen ist, wird der Online-Handel den stationären Handel nicht ersetzen. So sind allerdings rund 69 Prozent der befragten Expansionsverantwortlichen der Einzelhandelskonzerne der Ansicht, dass der Online-Handel "den stationären Handel sinnvoll ergänzen und für diesen einen zusätzlichen Absatzkanal und damit einen stabilisierenden Faktor darstellen kann." Rund 22 Prozent der Expansionsverantwortlichen prognostizieren, dass der Online-Handel "im Wesentlichen nur den klassischen Versandhandel ersetzen, aber insgesamt weiterhin nur eine untergeordnete Rolle spielen wird".

Schlagworte zum Thema:  Handelsimmobilien, Shopping-Center, Investor

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