Transaprenz ist laut JLL wichtig in einem Umfeld, in dem Investoren und Unternehmen immer höhere Standards verlangen Bild: Corbis

Der deutsche Immobilienmarkt wird im alle zwei Jahre erscheinenden Transparenzindex von JLL und LaSalle Investment Management erneut als "sehr transparent" eingestuft und belegt im weltweiten Ranking der 100 untersuchten Länder Platz acht. Besser beurteilt als in der Studie 2016 wurde hierzulande nur der Teilmarkt für Immobilien-AGs. In Europa sind die Niederlande (Platz 6) und Schweden (Platz 10) hervorzuheben, die dank PropTech-Ökosystemen und Open-Data-Initiativen erstmals top gelistet werden.

Am transparentesten weltweit sind im zehnten Global Real Estate Transparency Index (GRETI) 2018 von JLL auch weiterhin die angelsächsischen Märkte: Großbritannien rangiert dabei auf Platz eins, vor Australien und den USA. Auf den Plätzen vier und fünf folgen Frankreich und Kanada.

Einige der technologieversiertesten kontinentaleuropäischen Märkte habe die Position auf der obersten Transparenzstufe gefestigt. So notiert die Niederlande mit den meisten Verbesserungen und Schweden wird erstmals als "sehr transparent“ eingestuft. Insgesamt haben sich von den 100 untersuchten Märkten 85 steigern können.

Deutschland hat Nachholbedarf im Bereich "Regulatory and Legal"

Die Unterschiede zwischen den Ländern innerhalb der Gruppe "sehr transparent" sind JLL zufolge marginal. In Deutschland hat die Immobilienwirtschaft etwa mit dem Aufrücken der Vonovia in den DAX 30 die Wahrnehmung in der Öffentlichkeit deutlich erhöht. Allerdings taucht Deutschland im Teilindex "Regulatory and Legal" nicht einmal unter den Top 20 auf.

Bei Regulierungen und Maßnahmen von Regierungsseite in Bezug auf den Verschuldungsgrad von Unternehmen und Privathaushalten besteht laut JLL Nachholbedarf. Im Vergleich zu anderen Ländern fehlt es hierzulande an tiefergehenden Daten und Einblicken insbesondere hinsichtlich des gewerblichen Immobilienmarkts.

Je höher die Transparenz, desto höher das Investitionsvolumen?

Auf elf der als "sehr transparent" eingestuften Länder entfielen laut JLL in den vergangenen fünf Jahren 75 Prozent des globalen Gewerbeimmobilien-Investitionsvolumens: das waren von 2013 bis 2017 knapp 3,4 Billionen US-Dollar. Ihre Transparenz wurde nach Beobachtung von JLL von einer Kombination aus PropTech, Open Data-Initiativen, dem Wachstum alternativer Sektoren und der starken Investorennachfrage gesteigert.

Auf die Probe gestellt werde die Transparenz jedoch durch disruptive Herausforderungen seitens der PropTechs, der Zunahme von Anbietern flexibler Büroflächen und durch Probleme im Zusammenhang mit Fragen nach den wirtschaftlichen Eigentumsverhältnissen (Beneficial Ownership).

"Ohne transparente Strukturen und Prozesse können die Immobilienmärkte nicht effizient arbeiten", sagt Hela Hinrichs, JLL EMEA Research. Weltweit würden zwar weiterhin Fortschritte gemacht, doch noch immer zu langsam in einem Umfeld, in dem Investoren und Unternehmen höhere Standards verlangen.

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Schlagworte zum Thema:  Transparenz, Immobilienmarkt

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