Die Nachfrage nach flexiblen Arbeitsplatzkonzepten, zu denen neben Business Centern und Coworking-Spaces auch hybride Anbieter zählen, ist weltweit auf einem neuen Rekordhoch, wie eine Studie von Cushman & Wakefield zeigt. In Europa liegt London vorn, aber unter den Top 5 sind neben Berlin und München, mit besonders großem Potenzial, auch Frankfurt am Main und Hamburg vertreten. Treiber für diese Entwicklung sind der Studie zufolge auch Synergien in der nachhaltigen Nutzung.

Seit 2017 hat Cushman & Wakefield rund 65.000 Quadratmeter für flexible Arbeitsplätze in den vier deutschen Bürohochburgen Berlin, München, Frankfurt am Main und Hamburg vermittelt, dabei war Berlin unangefochtener Spitzenreiter, doch München, Frankfurt und Hamburg folgen mittlerweile mit geringem Abstand. Laut Savills wächst der Markt rasant.

In diesen wirtschaftsstarken Top-Städten hat sich der Büroflächenumsatz mit den neuen Bürokonzepten von 2016 auf 2017 laut Cushman & Wakefield verfünffacht: Der relative Anteil am gesamten Flächenumsatz betrug 2017 rund sechs Prozent; 2016 waren es nur 1,4 Prozent.

Der Research-Bericht "Co-Working 2018 – The flexible workplace evolves" untersucht die Entwicklung und Marktreife der Branche. "Die Dynamik auf dem Markt der Flexible Workspaces hat sich vor allem in den Metropolregionen innerhalb weniger Jahre potenziert", sagt Matthias Huss, Leiter Bürovermietung Hamburg und Leiter der Niederlassung Hamburg bei Cushman & Wakefield.

Berlin profitiert von Startups

In Berlin gibt es derzeit insgesamt 18,6 Millionen Quadratmeter Büroflächen. Davon gehören rund 177.000 Quadratmeter zu Flexible-Workspace-Modellen. Das ist ein Anteil von knapp einem Prozent. Hier sind fast alle bekannten Anbieter flexibler Arbeitsplatzkonzepte präsent, darunter an WeWork, Regus und Rent24. Nach Zahlen von Savills entfielen alleine im ersten Quartal 2018 acht Prozent des Umsatzes in der Hauptstadt auf flexible Workspaces.

Doch was macht den Spitzenreiter Berlin aus? Laut einer Studie von Nestpick bietet Berlin alles, was die so genannte Generation Y schätzt. Untersucht wurden unter anderem die Startup-Szene: Hier erreichte die deutsche Hauptstadt neun von zehn Punkten. In Sachen "Coworking" ist Berlin alleine deshalb schon Trendsetter – wie Cushman & Wakefield in einer früheren Studie prognostiziert hatte.

Frankfurt bietet 123.000 Quadratmeter Flexible Workspaces

Unter den insgesamt 11,7 Millionen Quadratmetern Büroflächen in Frankfurt befinden sich knapp 123.000 Quadratmeter für Flexible Workspaces. Das sind ebenfalls ein Prozent des Gesamtbestands. In der deutschen Finanzmetropole sind WeWork, Regus, Plug & Work, Design Offices und Tribes unterwegs.

München holt zu Berlin auf

Unter den insgesamt 20,5 Millionen Quadratmetern Büroflächen in München befinden sich knapp 190.000 Quadratmeter für Flexible Workspaces. Damit liegt München nach Fläche schon vorn, aber der Anteil von 0,9 Prozent am Gesamtbestands reicht noch nicht ganz, um Berlin zu überholen. In München sind Anbieter flexibler Arbeitsplatzkonzepte wie Regus, Friendsfactory, Design Offices, Agendis Business Center und Mindspace Germany aktiv.

Hamburg auf dem vierten Platz in Deutschland

Hamburg nimmt den vierten Platz unter den Flexible-Workspace-Hochburgen in Deutschland ein. In der Hansestadt gibt es derzeit insgesamt 14,7 Millionen Quadratmeter Büroflächen. Davon gehören knapp 91.000 Quadratmeter zu Flexible-Workspace-Modellen. Das ist ein Anteil von 0,6 Prozent. Internationale Anbieter von Co-Working-Spaces wie Regus/Spaces, WeWork und Rent24haben in Hamburg Standorte.

Junge Startup-Unternehmen streben laut einer Marktanalyse von JLL auch zunehmend auf den Hamburger Büromarkt und suchen vor allem flexibel anmietbare Arbeitsplätze.

Synergien in der nachhaltigen Nutzung

Die Vielseitigkeit von Flexible-Workspace-Anbietern schätzen nicht nur Freelancer und Startups, sondern laut Cushman & Wakefield inzwischen auch etablierte internationale Unternehmen. Das Konzept bietet eine Alternative zu langen Mietvertragsbindungen. Unternehmen können so je nach Notwendigkeit schnell auf einen kleinen oder größeren Flächenbedarf reagieren.

Treiber der Entwicklung ist der Studie zufolge auch die Möglichkeit, Synergien in der nachhaltigen Nutzung von hochwertig-funktionaler Büroausstattung und -technik, Meeting- und Eventflächen sowie weiteren professionellen Service-Angeboten ("Space as a Service") zu erreichen. Gefördert wird auch die Kommunikation zwischen den Nutzern innerhalb der Community, die neben einer angenehmen Arbeitsatmosphäre die Zusammenarbeit mit Gewinn für alle beteiligten Unternehmen fördern kann, ist Cushman &Wakefield überzeugt.

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