Hartz/Meeßen/Wolf, ABC-Führer Lohnsteuer, Sponsoring
 

Rz. 1

Stand: EL 105 – ET: 02/2015

Unter Sponsoring wird üblicherweise die Gewährung von Geld oder geldwerten Vorteilen durch Unternehmen zur Förderung von Personen, Gruppen und/oder Organisationen in sportlichen, kulturellen, kirchlichen, wissenschaftlichen, sozialen, ökologischen oder ähnlich bedeutsamen gesellschaftspolitischen Bereichen verstanden, mit der regelmäßig auch eigene unternehmensbezogene Ziele der Werbung oder Öffentlichkeitsarbeit verfolgt werden. Als solche Werbeträger kommen auch Künstler, Sportler und andere Prominente in Betracht.

 

Rz. 2

Stand: EL 105 – ET: 02/2015

Die im Zusammenhang mit dem Sponsoring getätigten Aufwendungen können für den Leistenden Betriebsausgaben, > Spenden oder nicht abziehbare Aufwendungen für die private > Lebensführung sein. BA sind sie, wenn der Sponsor wirtschaftliche Vorteile für sein Unternehmen erstrebt oder für Produkte seines Unternehmens werben will. Zu Einzelheiten vgl FinMin BY vom 11.02.2000, DB 2000, 548 = FR 2000, 407; Heuer, DStR 1998, 19; Schauhoff, DB 1998, 494; Thiel, DB 1993, 2452 und 1998, 842; Krome, DB 1999, 2030; Becker, DStZ 2002, 663. Bestimmte BA wie zB Aufwendungen für ein Golfturnier sind aber nicht abziehbar (EFG 2013, 1477 – Rev, BFH IV R 24/13).

Zuwendungen eines Sponsors, die als BA nicht anerkannt werden, kommen als Spenden in Betracht, wenn die übrigen Voraussetzungen für den Spendenabzug erfüllt sind (> Spenden Rz 10 ff). Aufwendungen, die weder BA noch Spenden sind, werden als Aufwendungen für die Lebensführung (§ 12 Nr 1 Satz 2 EStG) steuerlich nicht berücksichtigt.

 

Rz. 3

Stand: EL 105 – ET: 02/2015

Für den Empfänger können solche Aufwendungen – grundsätzlich unabhängig von der Behandlung beim leistenden Unternehmen als BA – zu besteuerbaren Einnahmen führen. Das gilt nicht nur für Leistungen an Einrichtungen, die als Spendenempfänger iSd § 10b Abs 1 Satz 1 EStG (> Spenden Rz 48 ff; vgl Krome, DB 1999, 2030 sowie OFD Frankfurt/Main vom 07.05.2003, DStZ 2003, 590) in Betracht kommen, sondern besonders für natürliche Personen. Soweit die Leistungen an Personen erbracht werden, die in einem Dienstverhältnis zu dem leistenden Unternehmen stehen (> Arbeitnehmer Rz 18 ff), unterliegen die geldwerten Vorteile grundsätzlich dem LSt-Abzug. Außerdem besteht die Möglichkeit der pauschalen Steuerübernahme für Sachzuwendungen im Rahmen des § 37b EStG für Geschäftsfreunde und ArbN; zu Einzelheiten > Pauschalierung der Einkommensteuer für Sachzuwendungen Rz 10 ff.

 

Rz. 4

Stand: EL 105 – ET: 02/2015

Zu dieser Regelung haben nicht zuletzt die sog VIP-Logen Erlasse der FinVerw geführt. Aufwendungen für VIP-Logen in Sportstätten sind Ausgaben eines Stpfl, die dieser für bestimmte sportliche Veranstaltungen trägt und für die er vom Empfänger dieser Leistung Gegenleistungen mit Werbecharakter für die "gesponserte" Veranstaltung erhält. Neben üblichen Werbeleistungen (zB Werbung über Lautsprecheransagen, auf Videowänden, in Vereinsmagazinen) werden dem sponsernden Unternehmer auch Eintrittskarten für VIP-Logen überlassen, die nicht nur zum Besuch der Veranstaltung berechtigen, sondern auch die Möglichkeit der Bewirtung des Unternehmers selbst und Dritter (zB Geschäftsfreunde, ArbN) einschließen. Diese Maßnahmen können auch in einem Gesamtpaket vereinbart sein, wofür dem Sponsor ein Gesamtbetrag in Rechnung gestellt wird. Zur steuerlichen Behandlung dieser Aufwendungen vgl BMF vom 22.08.2005 (BStBl 2005 I, 845) und 11.07.2006 (BStBl 2006 I, 447). Ergänzend > Fußball-Weltmeisterschaft Rz 2, > Prominente und > VIP-Sponsoring.

Die Regelungen zum BA-Abzug beim Sponsor gelten unverändert weiter, die Regelungen der Erlasse zur Behandlung beim Empfänger sind durch die Möglichkeit der Steuerpauschalierung gemäß § 37b EStG (> Rz 3) modifiziert.

 

Rz. 5

Stand: EL 105 – ET: 02/2015

Wird jemand von einem Unternehmen ausschließlich zur Ausübung von Leistungssport als ArbN angestellt, ohne dass ein betrieblicher Zusammenhang außer dem eher privaten Wunsch des Unternehmers zu sponsern erkennbar ist, muss ein steuerliches Dienstverhältnis bezweifelt werden (vgl Schmidt, BB 1996, 569); es wird sich dann idR um sonstige Einkünfte iSv § 22 Nr 3 EStG handeln (> Arbeitslohn Rz 148/2). Ergänzend > Amateursportler; > Sport.

Das ist nur ein Ausschnitt aus dem Produkt Hartz, ABC-Führer Lohnsteuer (Schäffer-Poeschel). Sie wollen mehr? Dann testen Sie hier live & unverbindlich Hartz, ABC-Führer Lohnsteuer (Schäffer-Poeschel) 30 Minuten lang und lesen Sie den gesamten Inhalt.


Meistgelesene beiträge