Wohnraumförderung: Bayern plant 1,7 Milliarden Euro ein

Die bayerische Landesregierung plant für den Doppelhaushalt 2019/2020 weitere 1,7 Milliarden Euro für die Förderung von bezahlbaren Wohnungen ein. Das Kommunale Wohnraumförderungsprogramm wird verlängert bis 2025. Und der Bestand der staatlichen Wohnungsbaugesellschaften wird aufgestockt.

"Bei der Förderung sind wir auf der sicheren Seite", so Hans Maier, Verbandsdirektor des VdW Bayern, nach der Vorstellung der geplanten Maßnahmen zur Wohnraumförderung. Die Mitgliedsunternehmen des Verbandes hätten ihre Investitionen in den Wohnungsbau deutlich erhöht. Doch die Flut von Bauauflagen und Normen, die hohen Baukosten und der Handwerkermangel machten den Bauherren oft das Leben schwer.

"Um das bayerische Ziel von 70.000 neuen Wohnungen pro Jahr zu erreichen, brauchen wir preisgünstiges Bauland, eine Baukostenbremse und langfristige Planungssicherheit – auch für das Bauhandwerk." VdW-Verbandsdirektor Hans Maier

"Wohnungspakt Bayern" und Wohnraumoffensive

Dem bayerischen Kabinett zufolge wurde die Zielgröße von 70.000 Wohnungen 2018 deutlich übertroffen. Für gleichwertige Lebensverhältnisse in Stadt und Land hatte die Regierung im Oktober 2015 den "Wohnungspakt Bayern" auf die Beine gestellt. Die Wohnraumoffensive wurde vor zwei Jahren beschlossen. 

Im Rahmen des sogenannten staatlichen Sofortprogramms, einer der drei Säulen des Wohnungspakts, entstanden bis zum 31. Januar diesen Jahren bereits 27 der bayernweit rund 40 geplanten Wohnanlagen für Menschen mit niedrigem Einkommen und für anerkannte Flüchtlinge. Die Kosten hierfür beliefen sich auf rund 60 Millionen Euro.

Großteil der Förderanträge aus dem ländlichen Raum

Mit dem Kommunalen Wohnraumförderungsprogramm (KommWFP), das sich speziell an Städte und Gemeinden zur Schaffung von Sozialwohnungen richtet, wurden zwischen 2016 und 2018 der Neubau und die Modernisierung von 2.645 Mietwohnungen gefördert. Mehr als 60 Prozent der Förderanträge kamen von Gemeinden aus dem ländlichen Raum. Das ursprünglich bis 2019 befristete Programm wird im Rahmen der Wohnungsbauoffensive bis 2025 fortgeführt. Dafür sollen noch einmal rund eine Milliarde Euro eingesetzt werden.

Mittels der staatlichen Wohnraum- und Studentenwohnraumförderung schließlich wurden seit Oktober 2015 der Neubau von 10.700 barrierefreien Mietwohnungen, die Schaffung von 1.162 Wohnplätzen für Menschen mit Behinderung sowie der Neubau und Erwerb von 4.450 Eigentumswohnungen und rund 4.200 Wohnplätzen für Studierende gefördert.

Staatliche Wohnungsbaugesellschaften: Investitionen von rund 3,4 Milliarden Euro geplant

Mittelfristig soll sich der Bestand der drei staatlichen Wohnungsbaugesellschaften BayernHeim GmbH, Stadibau GmbH und Siedlungswerk Nürnberg GmbH von aktuell 15.731 auf bis zu 28.500 Wohnungen erhöhen. Dafür seien Investitionen von mehr als 3,4 Milliarden Euro geplant, so das Kabinett.

Die BayernHeim GmbH wurde im Juli 2018 gegründet und entwickelt aktuell 17 Projekte an zwölf Standorten mit rund 2.600 Wohnungen. Weitere 13 Projekte in neun Gemeinden seien in Vorbereitung. Die Stadibau GmbH entwickelt rund 1.900 Wohnungen, zusätzlich werden 158 Wohnungen bis Ende 2019 in die Vermietung gehen. Die Siedlungswerk Nürnberg (SWN) GmbH entwickelt rund 1.200 Wohnungen, davon werden bis Ende 2019 insgesamt 400 Wohnungen vermietet.


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