Wohnungsbau: Staatliche Bayernheim nimmt Arbeit auf
Wohnungen werden knapp auf dem Markt, bundesweit steigen die Mietpreise – auch in Bayern. Insbesondere Menschen mit geringem und mittlerem Einkommen haben Schwierigkeiten, bezahlbare Wohnungen zu finden. Die von der Bayerischen Staatsregierung im Mai 2018 angekündigte und im Juli 2018 gegründete Wohnungsbaugesellschaft Bayernheim GmbH soll hier Abhilfe schaffen.
Konkrete Projekte sind schon in Planung
Die staatliche Wohnungsbaugesellschaft soll zunächst einen Wohnungsbestand von 10.000 preisgünstigen Wohnungen bis 2025 aufbauen. Damit zählt die Bayernheim zu den größten Wohnungsunternehmen Bayerns. Auch darüber hinaus soll sozialer Mietwohnraum geschaffen werden.
"Wohnen ist ein Grundbedürfnis. Wir brauchen bezahlbare Wohnungen im ganzen Land, insbesondere für niedrige Einkommensgruppen wie beispielsweise Pfleger und Erzieher", sagte Ministerpräsident Dr. Markus Söder (CSU). Noch in diesem Jahr ist der Beginn eines Großprojektes auf dem McGraw-Gelände in München-Obergiesing geplant. Allein dort sollen bis zu 1.000 Wohnungen und Wohnheimplätze entstehen.
Daneben sind konkrete Projekte in München-Großhadern sowie in Fürth und Bayreuth geplant. Zudem ist das Bauministerium bereits in Kontakt mit 22 weiteren Kommunen. Hier stehen derzeit 32 potenzielle Flächen zur Verfügung. Die ersten Spatenstiche von Bayernheim-Projekten soll es bereits im kommenden Jahr geben und die ersten Fertigstellungen von Wohnungen sind für 2020 geplant.
Wohnungen für jede Lebenssituation
Die Bayernheim will Wohnungen kostengünstig und dennoch mit hoher Wohnqualität anbieten. Dafür setzt sie auch auf serielle Bauweise. Die Grundrisse sollen flexibel gestaltet und an die jeweiligen Wohnbedürfnisse angepasst werden können. Das staatliche Wohnungsunternehmen will sowohl Ein-Zimmer-Wohnungen für Singles als auch Familienwohnungen anbieten. Für die Bauleistungen werden externe Baufirmen beauftragt.
Größtenteils unterliegen die Wohnungen der sozialen Wohnraumförderung und sollen Menschen mit geringem und mittlerem Einkommen vorbehalten sein. Die Mietpreise richten sich nach dem Herstellungsaufwand der Wohnung, sollen aber im sozialverträglichen Rahmen gehalten werden, so das Bauministerium. Tiefgaragen oder aufwendige Fundamente verteuerten ein Bauvorhaben deutlich, hieß es weiter.
Um ihre Aufgabe zu realisieren, erhielt die Bayernheim eine Kapitaleinlage von 500 Millionen Euro aus staatlichen Mitteln. Das Vermögen darf von Verfassung wegen nicht geschmälert werden. Von den 500 Millionen Euro sollen ab sofort 50 Millionen Euro als Stammkapital – größtenteils in Form von eigenen Grundstücken – zur Verfügung stehen. Der Rest ist als schrittweise Einbringung in Form von Geldmitteln und Grundstücken geplant.
Peter Baumeister übernimmt die Geschäftsführung
Der Betriebswirt Peter Baumeister ist der Geschäftsführer des neuen Wohnungsunternehmens. Er arbeitete zuvor knapp 30 Jahre in der privaten Wohnungswirtschaft und war zuletzt Mitglied in der Geschäftsleitung der Wohnungs- und Siedlungsbau Bayern GmbH & Co. OHG. Seit 2011 ist er als kaufmännischer Prokurist bei der Stadibau GmbH beschäftigt. Die neuen Büros der BayernHeim am Karl-Scharnagl-Ring in München bieten zunächst Platz für 20 Mitarbeiter. Bereits im Frühjahr 2019 ist der Umzug in eine größere Immobilie geplant.
"Unser neues Unternehmen wird rasant wachsen. Wir suchen für die Anfangsphase vor allem Architekten, Bauingenieure und Techniker für die Planung der Projekte, aber auch einige Betriebswirte und Juristen. Wenn das Unternehmen gewachsen ist, benötigen wir dann mehr Personal für die laufende Bewirtschaftung der Wohnungen im Bestand, hier besonders Immobilienkaufleute und Verwaltungsfachleute", so Ilse Aigner (CSU), Staatsministerin für Wohnen, Bau und Verkehr.
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