Neue Lobby für serielles Sanieren am Start
Der Kreis der Gründungsmitglieder der Deutschen Allianz für Serielle Sanierung (DASS) besteht aus den Unternehmen B&O Bau, Ecoworks, Niersberger, Renowate und Saint-Gobain Pre.Formance. Die Initiative will Aufklärungsarbeit in der kommunalen und privaten Wohnungswirtschaft leisten.
Ziel sei es darüber hinaus, eine effektive Regulatorik zu erreichen, heißt es in einer Mitteilung. Zu den Kernvorschlägen der politischen Agenda zählen eine neue Musterrichtlinie, die Wiederaufnahme der Bundesförderung "Serielles Sanieren" und ein funktionales Vergaberecht ohne Fokussierung auf Einzellosvergaben. Die Allianz steht weiteren Gesamtlösungsanbietern offen und ist mit den maßgeblichen Branchenverbänden im Austausch.
Allianz: Wohnungswirtschaft bei Klimazielen unterstützen
"Wir stehen als Lösungspartner parat, um Eigentümern und Kommunen bei ihrer anspruchsvollen Sanierungsaufgabe mit Komplettlösungen zur Seite zu stehen", sagt DASS-Sprecher Alexander Fuchs.
Der Gebäudesektor, der 60 Prozent des Energieverbrauchs und 40 Prozent des CO2-Ausstoßes in Deutschland verantwortet, muss einen großen Beitrag zum Klimaschutz mit der ersten Zielmarke 2030 leisten. Das Ziel der Allianz: die Verdopplung der jährlichen Sanierungsquote auf zwei Prozent bis 2028. Die liege derzeit bei lediglich 0,67 Prozent.
Der Gebäudesektor ist verantwortlich für rund 100 Millionen Tonnen Treibhausgasemissionen jährlich. Das entspricht zirka 16 Prozent der CO2-Emissionen, wie aus einer Präsentation der DASS hervorgeht. Wird der Bau von Gebäuden einberechnet, liegt der Anteil bei 30 Prozent. Bis 2030 sollen die Emissionen auf 65 Millionen Tonnen sinken, bis 2045 ist ein klimaneutraler Gebäudebestand vorgesehen. Diese Ziele werden aktuell verfehlt.
Serielle Sanierung: Schlüssel zur Energiewende im Gebäudebestand
Nach Angaben der Deutschen Energie-Agentur (Dena) sind rund 90 Prozent aller Wohngebäude in Deutschland noch unsaniert oder nur teilmodernisiert. Bundesweit wurden seit dem ersten Pilotprojekt im Jahr 2019 bis dato 113 serielle Sanierungsprojekte fertiggestellt, weitere 46 befinden sich im Bau und etwa 230 Projekte mit mehr als 17.000 Wohneinheiten sind in verschiedenen Planungsphasen.
Nach Angaben des Umweltbundesamtes (UBA) eignen sich bis zu 6,5 Millionen Wohnungen für eine serielle Sanierung. Das entspricht einem Projektvolumen von schätzungsweise 120 Milliarden Euro. Laut einer im Oktober 2025 veröffentlichten Dena-Studie steigt die Effizienz serieller Sanierungen aufgrund wachsender Projekterfahrung deutlich: Die durchschnittliche Projektdauer reduzierte sich seit 2023 um die Hälfte von 42 auf 21 Wochen. Zudem sanken die durchschnittlichen Kosten um rund ein Drittel.
Wie DASS berichtet, sind von den 44 Millionen Wohnungen in Deutschland mehr als die Hälfte (etwa 23,5 Millionen) in Mehrfamilienhäusern. Hier liege bisher auch eindeutig der Fokus der seriellen Sanierung.
Politische Leitplanken für serielle Sanierung
Die Allianz fordert vom Gesetzgeber:
- Förderlandschaft: Vereinfachen, fortführen und serielle Verfahren aufgrund der Skaleneffekte privilegieren
- Genehmigungen: Praxistaugliches Bauordnungsrecht, bundesweit einheitliche Musterrichtlinie und Genehmigung von Standardbauteilen
- Effizienz und Emissionen: Technologieoffenheit und Realdaten in den Fokus
Die europäische Gebäuderichtlinie (EPBD) mit dem Schwerpunkt der Worst Performance Buildings steht vor der Implementierung in deutsches Recht. Die nationale Umsetzung verlagert den Fokus weg von Einzeltechnologien hin zur Gebäudehülle, so die Allianz.
Serielle Sanierungen könnten den Energiebedarf um mehr als 80 Prozent senken und die technologieoffene Grundlage schaffen, die das neue Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG) fordert.
Ausführliche Informationen:
Statement der Allianz und politisches Positionspapier (Download)
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