IW-Simulation

So wirken die Energiepreise auf die Inflation


Sparschwein rosa Piggy Bank Säge Inflation

Öl- und Gaspreise sind infolge des Iran-Krieges um jeweils knapp 40 Prozent gegenüber dem Vorjahr gestiegen. Besteht das Risiko, dass die Teuerungsrate nun ähnlich stark ansteigen wird wie bei der Energiekrise 2022 – bis auf zehn Prozent? Eine Simulation des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW).

Vor dem Hintergrund, dass die Anstiege der Öl- und Gaspreise relativ frisch sind und die Inflationsdaten bislang nicht reagieren konnten, kann keine Entwarnung gegeben werden, heißt es in einem Bericht des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW).

Noch sei eine Prognose wegen fehlender Daten schwierig. Einen Eindruck einer möglichen Inflationsdynamik 2026 und 2027 kann aber eine Simulation der Inflationszyklen aus der Energiekrise 2022 bieten.

Iran-Krieg: Niedrigere Inflation als 2022 erwartet 

Die Inflation in Deutschland dürfte in diesem Jahr im Durchschnitt bei 3,5 Prozent liegen und damit deutlich unter dem Krisenniveau von 2022 (6,9 Prozent) bleiben, wie die Simulation zeigt. Auf dem Höhepunkt im September 2022 hatte die Inflationsrate zehn Prozent erreicht. Für Dezember 2026 rechnet das IW mit einer Preissteigerung von 4,6 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat.

Zwar sind die Öl- und Gaspreise den Ökonomen zufolge im Zuge des Iran-Kriegs um jeweils knapp 40 Prozent gegenüber dem Vorjahr gestiegen, ähnlich stark wie 2022, doch der Schock falle in ein stabiles Umfeld – im Januar lag die Inflationsrate noch bei 2,1 Prozent. Anders vor vier Jahren: Damals explodierten die Energiepreise inmitten einer Inflationsphase, die die Pandemie hinterlassen hatte.

Damit sei der Spielraum der Europäischen Zentralbank (EZB) heute größer, auch wenn der Zielkonflikt ähnlich sei: Eine Erhöhung des Leitzinses würde die Inflation dämpfen, gleichzeitig aber das ohnehin schwache Wachstum weiter bremsen. Die nächste Sitzung der Notenbank ist für den 30. April angesetzt.

Heizkosten als Risikofaktor

Wie stark die Inflation steigt, könnte sich laut IW an den Gasspeichern entscheiden. Die sind aktuell schlechter gefüllt als 2022. Hohe Einkaufspreise im Sommer würden im Winter direkt die Heizkosten der Haushalte verteuern. Steigende Energiepreise schlagen aber auch auf die Produktionskosten durch – und damit auf die Verbraucherpreise.

"Je länger der Iran-Krieg dauert, desto höher fällt die Inflation aus", sagt IW-Finanzmarktexperte Markus Demary. Einkommensarme Haushalte könnten unter Druck geraten, zielgerichtete Entlastungen wären dann angemessen. Wie beim Tankrabatt mit der Gießkanne zu entlasten, sei dennoch falsch. Der Krieg im Iran werde zwangsläufig zu Wohlstandsverlusten führen – "Wir müssen in Deutschland lernen, dass der Staat nicht jede Härte auffangen kann", so Demary.

Zur Methodik: Für die Simulation wurden die Inflationsverläufe bei Lebensmitteln, Heizkosten und Kraftstoffen der Energiekrise 2022 auf die heutige Preisstruktur übertragen. Es handelt sich nicht um eine Prognose. Es wird nicht berücksichtigt, dass die aktuelle Energiekrise in Größenordnung und zeitlicher Dauer anders verlaufen kann.

Zum IW-Kurzbericht "Bleibt die große Inflation diesmal aus?"


Das könnte Sie auch interessieren:

Iran-Krieg beeinflusst deutsche Immobilienfinanzierer

Krieg im Nahen Osten: Effekt auf den Immobilienmarkt


Schlagworte zum Thema:  Immobilienmarkt
0 Kommentare
Das Eingabefeld enthält noch keinen Text oder nicht erlaubte Sonderzeichen. Bitte überprüfen Sie Ihre Eingabe, um den Kommentar veröffentlichen zu können.
Noch keine Kommentare - teilen Sie Ihre Sicht und starten Sie die Diskussion