Zweitmarkt: Reger Handel mit Fondsanteilen erwartet

Institutionelle Investoren wollen auf dem Sekundärmarkt für offene Immobilienspezialfonds mehr einkaufen. Umgekehrt denkt etwa jeder zehnte Anleger darüber nach, Fondsanteile zurückzugeben. Als Hauptgrund für Verkäufe wird in der aktuellen REAX-Trendumfrage die Optimierung des Portfolios genannt.

Auf dem Zweitmarkt für offene Immobilienspezialfonds wird für die kommenden zwölf Monate mehr Bewegung erwartet. Zum einen wollen mehr institutionelle Investoren einkaufen – 40,74 Prozent (plus 1,84 Prozentpunkte) der befragten Anleger gehen davon aus –, zum anderen steigt der Anteil der Investoren, die Anteile an den AIFM (Alternative Investment Fund Manager) zurückgeben wollen, deutlich auf 14,81 Prozent (plus 9,25 Prozentpunkte).

Für das aktuelle Trendbarometer, das mehrmals im Jahr erhoben wird, hat das Beratungsunternehmen Real Exchange AG (REAX) zur Entwicklung auf dem Sekundärmarkt 800 institutionelle Investoren, Fondsmanager und Fondsinitiatoren zwischen Mitte Januar und Mitte Februar 2022 befragt.

Unzufriedenheit mit Fondsperformance und Management wächst

Der Hauptgrund für einen Verkauf der Fondsanteile ist die Portfoliooptimierung, wie Jörn Zurmühlen, Vorstand der Real Exchange AG, sagt. Die aktuelle Befragung zeige aber auch, dass die Unzufriedenheit mit der Fondsperformance beziehungsweise dem Fondsmanagement zugenommen hat. Das sagte knapp ein Drittel (rund 60 Prozent) der Befragten (plus 12,04 Prozentpunkte). Über Jahre hinweg haben demnach Immobilienfonds parallel zur Marktentwicklung eine sehr gute Performance erzielt. Doch auf dem Scheitelpunkt des Marktzyklus legen Investoren mehr Wert auf Outperformance der Fondsbeteiligungen durch aktives Asset Management.

Neben der Unzufriedenheit haben auch regulatorische Anforderungen (26,93 Prozent; plus 12,04 Prozentpunkte) und ESG-Erwägungen (18,52 Prozent; plus 10,19 Prozentpunkte) als Motive für Verkäufe an Bedeutung gewonnen.

Auch Umplatzierungen sind ein Thema

Das Megathema ESG spielt für knapp die Hälfte (42,86 Prozent) der Umfrageteilnehmer auch bei ihren Überlegungen zu Umplatzierungen eine entscheidende Rolle. Rund ein Drittel (37 Prozent; plus 5,61 Prozentpunkte) der befragten Investoren denkt über eine Umplatzierung von Anteilen nach, 14,81 Prozent (minus 2,33 Prozentpunkte) planen das fest ein.

Für Käufe ist für mehr als die Hälfte (59,26 Prozent, plus 15,14 Prozentpunkte) der Investoren laut REAX vor allem der schnellere Return im Sekundärmarkt im Vergleich zu Zeichnungen auf dem Primärmarkt interessant. Ebenfalls deutlich an Bedeutung gewonnen hat die Nutzung von Investment-Opportunitäten (37,04 Prozent; plus 10,57 Prozentpunkte).

"Die Abrufgeschwindigkeit des Kapitals von bis zu 36 Monaten auf dem Primärmarkt wird für viele Investoren zum Problem", erläutert Heiko Böhnke, Vorstand der Real Exchange AG. Daher sei es wenig überraschend, dass an erster Stelle der schnellere Return von Ankäufen auf dem Sekundärmarkt genannt wird. Auch das Wegfallen des Blind-Pool-Risikos sei für viele Investoren (48,15 Prozent der Befragten; plus 6,97 Prozentpunkte) ein wichtiges Argument.


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