Entgelt-Quiz: Was gilt bei steuerbegünstigten Zuwendungen?

In unserem Entgelt-Quiz in Zusammenarbeit mit der Lohnabrechnungsexpertin Birgit Ennemoser können Sie alle zwei Wochen Ihr Wissen testen - zu aktuellen wie auch zu Grundlagenthemen der Lohnabrechnung. Diese Woche geht es um drei Incentives: die Erholungsbeihilfe, Internetpauschale und Werbeflächenvermietung auf privaten Pkws.

Im Entgelt-Quiz geht es in diesem Serienteil um steuerbegünstigte Zuwendungen. Wie gut kennen Sie sich mit der Erholungsbeihilfe, Internetpauschale und Werbeflächenvermietung auf privaten Pkws aus? Die Lösungen zu Teil 6 "Was gilt für geringfügig Beschäftigte in der Sozialversicherung?" finden Sie hier.

Grundlagen: Voraussetzungen steuerbegünstigter Zuwendungen
 

Erholungsbeihilfen

Zuwendungen zu Erholungsreisen oder Erholungsaufenthalten zur Kräftigung oder Erhaltung der Gesundheit im Allgemeinen sind steuerpflichtiger Arbeitslohn. Dieser kann aber mit einem festen Pauschsteuersatz von 25 Prozent pauschaliert werden. Ein besonderer Antrag des Arbeitgebers beim Finanzamt ist hierfür nicht erforderlich. Zusätzlich zur Lohnsteuer fällt der Solidaritätszuschlag an, der 5,5 Prozent der pauschalen Lohnsteuer beträgt. Außerdem muss der Arbeitgeber die pauschale Kirchensteuer abführen.

Es ist für die Pauschalierung nicht erforderlich, dass Erholungsbeihilfen einer größeren Zahl von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern gewährt werden. Der Arbeitgeber kann also die Lohnsteuer auch dann mit 25 Prozent pauschalieren, wenn er nur einem Arbeitnehmer - zum Beispiel einem leitenden Angestellten - eine Erholungsbeihilfe zahlt. Voraussetzung für die Pauschalierung ist allerdings, dass die Beihilfen insgesamt in einem Kalenderjahr 156 Euro für den einzelnen Arbeitnehmer, 104 Euro für dessen Ehegatten bzw. eingetragenen Lebenspartner und 52 Euro für jedes Kind nicht übersteigen. Geschieht dies doch, werden die Erholungsbeihilfen in vollem Umfang steuer- und sozialversicherungsbeitragspflichtig.

Die mit dem festen Pauschsteuersatz von 25 Prozent besteuerten Erholungsbeihilfen sind beitragsfrei in der Kranken-, Pflege-, Renten- und Arbeitslosenversicherung.


Internetpauschale

Ist der oder die Mitarbeitende Anschlussinhaber bzw. Anschlussinhaberin, kann ein Arbeitgeber die vom Arbeitnehmer nachgewiesenen Internetnutzungsgebühren bis zu 50 Euro pro Monat mit 25 Prozent pauschalversteuert erstatten. Generell können die Kosten des Internetzugangs als steuerfreier Auslagenersatz erstattet werden, wenn diese belegmäßig nachgewiesen werden. Diese Form der Nachweisführung ist aber eher aufwendig.

Mit reduzierten Nachweisen kann der Arbeitgeber als Vereinfachung die Möglichkeit nutzen, Barzuschüsse zur Internetnutzung pauschal mit 25 Prozent zu besteuern, wenn die Zuschüsse zusätzlich zum ohnehin geschuldeten Arbeitslohn gewährt werden. Dabei können sowohl die Grundgebühr als auch die laufenden Gebühren für die Internetnutzung, zum Beispiel eine Flatrate, ersetzt werden.

Bei einer Begrenzung des Zuschusses auf maximal 50 Euro reicht es in der Regel aus, wenn der Arbeitgeber eine Bestätigung des Arbeitnehmers über den Betrag vorliegen hat, zum Beispiel auch als Bestandteil einer gezeichneten Einkommensvereinbarung. Wenn aber das Finanzamt hier genauere Angaben wünscht und Belege sehen möchte, dann wäre der Mitarbeiter auch in der Haftung, wenn er hier falsche Angaben gemacht haben sollte und eine Nachversteuerung würde beim Mitarbeiter direkt erfolgen. Wir empfehlen mit Blick aus der Praxis, die Beträge eher auf rund 30 Euro monatlich zu begrenzen, falls ein Prüfer oder eine Prüferin die echten Kosten beim Arbeitnehmenden tatsächlich einmal nachfragt.


Werbeflächenvermietung auf privaten Pkws

Mit dem Begriff der "Werbeflächenvermietung" bringen viele Mitarbeiter große Beklebungen auf den Seiten ihres Autos in Verbindung und stehen diesen Maßnahmen daher erst einmal wenig positiv gegenüber. In der Vergangenheit war es oftmals ausreichend, auf dem privaten Pkw auf der Rückseite neben dem Nummernschild Aufkleber mit der Firmenbezeichnung des Arbeitgebers anzubringen. Diese Regelung ermöglicht es, den Mitarbeitern monatlich einen Zuschuss von bis zu 21 Euro netto zukommen zu lassen. Dies erfordert neben der Bereitschaft des Mitarbeiters eine vertragliche Regelung mit diesem.

Die Finanzämter stehen diesen Ansätzen zunehmend negativ gegenüber und sehen darin keine steuerfreien Maßnahmen mehr, da die werbliche Wirkung mit einem solchen Aufkleber nicht wirklich nachweisbar erzielt werden kann und insbesondere der sogenannte Drittvergleich hier fehlt, das heißt das Angebot wird nur den Arbeitnehmern des Unternehmens unterbreitet, nicht aber fremden Dritten, die keinen Bezug zum Unternehmen aufbringen.

Quizfragen Teil 6: Steuerbegünstigte Zuwendungen
 

Erholungsbeihilfen

Frage 1: Können Sie eine Erholungsbeihilfe auch einem geringfügig Beschäftigten gewähren?

Ja
Nein


Frage 2:  Sie möchten einem Mitarbeiter eine Erholungsbeihilfe anstelle des bisherigen Urlaubsgeldes bezahlen. Ist das möglich?

Ja
Nein


Frage 3: Sie möchten sicherstellen, dass die Erholungsbeihilfe auch tatsächlich für Erholungszwecke verwendet wird. Wie ist dies möglich?

Sie stellen sicher, dass ein zeitlicher Zusammenhang zwischen Urlaub und Erholungsbeihilfe besteht. Dies erreichen Sie, wenn der Urlaub binnen drei Monaten vor oder nach der Auszahlung der Erholungsbeihilfe angetreten wird. Dabei ist unerheblich, ob der Urlaub im Ausland oder zu Hause verbracht wird.
Sie erhalten eine Vorlage einer Mutter-Kind-Kur für den Mitarbeiter.
Sie stellen sicher, dass ein zeitlicher Zusammenhang zwischen Urlaub und Erholungsbeihilfe besteht. Dies erreichen Sie, wenn der Urlaub binnen sechs Monaten vor oder nach der Auszahlung der Erholungsbeihilfe angetreten wird. Dabei ist unerheblich, ob der Urlaub im Ausland oder zu Hause verbracht wird.
Sie stellen sicher, dass ein zeitlicher Zusammenhang zwischen Urlaub und Erholungsbeihilfe besteht. Dies erreichen Sie, wenn der Urlaub binnen einem Monat vor oder nach der Auszahlung der Erholungsbeihilfe angetreten wird.
Sie lassen sich den Nachweis eines Kuraufenthaltes vom Mitarbeiter vorlegen.
Sie stellen sicher, dass ein zeitlicher Zusammenhang zwischen Urlaub und Erholungsbeihilfe besteht. Dies erreichen Sie, wenn der Urlaub binnen vier Monaten vor oder nach der Auszahlung der Erholungsbeihilfe angetreten wird und der Urlaub nicht zu Hause verbracht wird.


Frage 4: Sie möchten einem Mitarbeiter 350 Euro Erholungsbeihilfe gewähren. In welchem Fall ist dies möglich?

Der Mitarbeiter hat eine Frau und zwei Kinder, die noch auf der Lohnsteuerkarte sind.
Der Mitarbeiter erhält die Zahlung voll steuer- und sozialversicherungspflichtig.
Der Mitarbeiter hat eine Frau und ein Kind auf der Lohnsteuerkarte.
Der Mitarbeiter ist geschieden und hat vier Kinder auf der Lohnsteuerkarte.


Internetpauschale

Frage 5: Welche Beiträge können im Rahmen der Internetpauschale pauschal versteuert an den Arbeitnehmer gewährt werden?

30 Euro monatlich
500 Euro jährlich
20 Euro monatlich
51 Euro monatlich
360 Euro jährlich

Frage 6: Müssen für die Gewährung des Internetzuschusses die Telefonrechnungen als Nachweis gesammelt werden?

Ja
Nein


Werbeflächenvermietung auf privaten Pkws

Frage 7: Welche Größe muss ein Werbeflächenaufkleber für die Erlangung des Zuschusses für Werbeflächenvermietung haben?

Eine Tür des Autos muss mindestens beklebt sein.
Ein Aufkleber mit circa  20 Zentimeter Durchmesser reicht aus.
Ein Aufkleber mit circa 50 Zentimeter Durchmesser reicht aus.
Es gibt keine Vorgabe.


Frage 8: Würden Sie für Ihr Unternehmen die Nutzung dieser Maßnahme empfehlen?

Ja
Nein


Hinweis: Über die Lösung zu den Quizfragen Teil 7 informieren wir Sie bei der Veröffentlichung des nächsten Serienteils am Freitag, 6. August 2021. Möglich ist auch, die Lösungen per E-Mail an ratgebergehalt@str-auren.de zu senden (Betreff: Entgelt-Quiz). Die Steuerberatung Auren wird diese kostenlos überprüfen und sich zurückmelden.

Die Lösungen zu Teil 6 "Was gilt für geringfügig Beschäftigte in der Sozialversicherung?" unseres Quiz finden Sie in diesem Serienteil.

Zur Autorin: Birgit Ennemoser ist mit mehr als 25 Jahren praktischer Erfahrung in den verschiedenen Sparten des Personalwesens vorrangig beratend sowie als Trainerin, Seminarleiterin und Autorin tätig. Seit 2009 leitet sie das Geschäftsfeld Personal Services der Wirtschaftsprüfung, Steuerberatung und Rechtsberatung Auren in Stuttgart.


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