Makler: 30 Prozent Preisaufschlag für barrierefreie Wohnungen
Die Nachfrage nach barrierefreien Mietwohnungen ist 75 Prozent höher als noch vor zehn Jahren, wie eine aktuelle Auswertung des Maklerportals ImmoScout24 zeigt. Auch Eigentumswohnungen, die mit dem Rollstuhl zugänglich sind, werden häufiger gesucht: Hier stieg die Nachfrage im untersuchten Zeitraum um 14 Prozent.
Wie entwickeln sich Angebot und Preise?
Kaufmarkt: nur jede fünfte Eigentumswohnung barrierefrei
Das Angebot an barrierefreien Wohnungen in Deutschland ist demnach knapp und der Wettbewerb darum groß, insbesondere auf dem Mietmarkt. "Zudem sind barrierefreie Wohnungen oftmals teurer als reguläre Wohnungen, da sie vorrangig in Neubauten und in sanierten Altbauten zu finden sind", sagt ImmoScout24-Geschäftsführer Daniel Hendel .
Wer in der Mobilität eingeschränkt ist und eine Wohnung sucht, hat derzeit aber zum Kauf eine größere Auswahl als zur Miete: Knapp jede fünfte (18 Prozent) Eigentumswohnung, die auf der Plattform angeboten wird, ist barrierefrei – aber nur etwas mehr als jede zehnte (elf Prozent) Mietwohnung.
Vor zehn Jahren lag der Anteil der barrierefreien Mietwohnungen bei acht Prozent am gesamten Mietangebot, ist also leicht um drei Prozentpunkte gewachsen. Der Anteil barrierefreier Eigentumswohnungen blieb der Auswertung zufolge konstant.
Barrierefreie Wohnungen: der Preisunterschied wächst
Beim Vergleich der durchschnittlichen Angebotspreise und Neuvertragsmieten von barrierefreien Wohnungen und regulären Wohnungen, zeigt sich in der Auswertung eine erhebliche Preisdifferenz. Rollstuhl- und seniorengerechte Wohnungen sind deutlich teurer – und der Unterschied steigt laut laut ImmoScout24.
Bei Mietwohnungen liegt der Aufschlag demnach aktuell bei 19 Prozent. Für eine barrierefreie Eigentumswohnung sind es 30 Prozent – zum Vergleich: vor zehn Jahren lag der Preisaufschlag beim Kauf noch bei 23 Prozent.
Barrierefreier Wohnraum ist laut Jonas Deister, Geschäftsführer des Vereins Sozialhelden nicht nur für viele Wohnungssuchende eine dringende Notwendigkeit, sondern werde auch als Komfortmerkmal geschätzt, was den Druck auf das ohnehin knappe und teure Angebot noch verschärfe. "Wir brauchen daher eine soziale, inklusive und damit zukunftsfähige Wohnraumplanung", so Deister.
Methodik
Ausgewertet wurden alle Angebote für Mietwohnungen und Eigentumswohnungen, die 2015 und 2025 (bis einschließlich Mai) bei ImmoScout24 mit dem Hinweis "barrierefrei", "seniorengerecht" oder "rollstuhlgerecht" angeboten wurden.
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