Der Zentrale Immobilien Ausschuss (ZIA) hat zum zweiten Mal die Innovationskraft der Immobilienbranche untersucht. Der Think Tank des ZIA kommt in seinem Bericht zum Schluss, dass die Branche auf dem richtigen Weg ist. Vor allem der Bereich Smart Building ist auf dem Vormarsch. Ein Sonderthema in dieser Untersuchung war die Smart-Meter-Technologie.

Die Konkurrenz der Beiträge war in diesem Jahr deutlich größer als im Vorjahr. Die 26 Best-Practice-Innovationen aus sämtlichen Bereichen der Immobilienwirtschaft hat eine zehnköpfige Jury unter der Leitung von Prof. Dr. Peter Russo, Partner der Goetzpartners Management Consultants, schließlich aus 80 Bewerbungen ausgewählt. Zusätzlich wurden Anwendungsbeispiele für die Smart-Meter-Technologie in einem Sonderkapitel zusammengetragen.

"Der Vorwurf, unsere Branche sei trist, altbacken oder konservativ, ist spätestens jetzt nicht mehr haltbar. Wir müssen uns nicht verstecken", schreibt ZIA-Präsident Andreas Mattner im Vorwort des Berichts, der auf dem Tag der Immobilienwirtschaft am 13. Juni in Berlin vorgestellt worden war.

Smart Building im Kommen

Im Bereich Smart Building ist etwa die Zertifizierung der Vernetzung durch WiredScore besonders zukunftsweisend. Das PropTech-Unternehmen hat ein internationales Bewertungssystem für die digitale Infrastruktur und die Konnektivität von Gewerbeimmobilien entwickelt. Immobilieneigentümer können die digitale Infrastruktur ihrer Gebäude gezielt verbessern. Zu den bislang weltweit mehr als 1.400 WiredScore-zertifizierten Gebäuden zählen, neben dem Empire State Building in Berlin unter anderem der "Cube Berlin".

Die Jury hat überzeugt, dass die Analyse der Konnektivität bei Büroimmobilien Transparenz in Bereichen schafft, wo bisher keine Transparenz war. Die Bedeutung der Konnektivität von Gebäuden wird im Rahmen der Digitalisierung der Branche überproportional steigen, heißt es in der Begründung.

Digitalisierung von Arbeitsabläufen

Unter den 26 ausgewählten Best-Practice-Innovationen war beispielsweise das Softwareunternehmen 21st Real Estate, das mit neuen Standards ein komplettes Online Trading auf nur einer Plattform anbietet: von Immobiliensuche über die Bewertung von Objekten bis zur Voraussage von Renditen. Die Jury hob vor allem den Beitrag von "Real Estate Online Trading 4.0" zur Steigerung der Transparenz im Transaktionsprozess hervor.

Der Smart-Meter-Rollout kommt

Den ZIA-Experten zufolge hat die Entwicklung der Smart Metering in Deutschland auch aufgrund der international vergleichsweise hohen Sicherheitsanforderungen lange gedauert: nun beginne der flächendeckende Rollout. Die Immobilienwirtschaft habe die Chancen erkannt, die im intelligenten Messen und Steuern liegen. Anderer Ansicht ist unser Autor Frank Urbansky in seinem Beitrag "Smart Metering: Deutschland fährt mit angezogener Handbremse". Die vom ZIA ausgewählten Best Practice-Innovationen sind jedoch zukunftsweisend.

Ein Beispiel dafür ist Kalo: Über die Bündelung des wettbewerblichen Messstellenbetriebs für Strom und Erdgas hinaus hat das Unternehmen zusätzlich das Submetering in die intelligenten Messsysteme integriert. Die Infrastruktur ist hochsicher über das Smart Meter Gateway, heißt es in der Beschreibung. Die Bündelung wird im Full-Service sowie als White-Label-Lösung für Messgeräte, Infrastruktur, Auslesung und Abrechnung angeboten.

>> Alle Best-Practice-Innovationen im Überblick

Jury

Die Jury setzte aus folgenden Mitgliedern des ZIA-Innovation Think Tank zusammen: Prof. Dr. Peter Russo (Vorsitzender), Eike Becker (Eike_Becker Architekten), Prof. Dr. Christian Glock (TU Kaiserslautern), Andreas Göppel (Noventic Group), Christof Hardebusch (Immobilienmanager), Martin Rodeck (Edge Technologies), Michael Müller (Deloitte), Christian Schulz-Wulkow (EY Real Estate), Alexander Ubach-Utermöhl (Blackprint Partners) und Kai Zimprich (JLL).

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Schlagworte zum Thema:  Investment, Baugewerbe