ZIA-Innovationsbericht: "Schnittstellen-Innovationen" im Fokus

Energie, Mobilität und Stadtgesellschaft – gebäuderelevante Bereiche, die über die Zukunft von Immobilien wesentlich mitentscheiden. Wie clevere und innovative Schnittstellen zur Immobilienwirtschaft aussehen könnten, zeigen Best-Practice-Beispiele im aktuellen ZIA-Innovationsbericht.

Gerade in den Städten müssen sich Immobilienentwickler und Bauherren damit auseinandersetzen, wie Menschen schneller und effizienter zu ihrem Arbeitsplatz, ihrer Wohnung oder in die Freizeit kommen, wie Gebäude besser bewirtschaftet werden oder in die notwendige Infrastruktur eingebettet werden oder wie (neue) Quartiere sozialadäquat miteinander vernetzt werden können. Dieser Aspekt hat durch die Digitalisierung weiter an Bedeutung gewonnen.

Schnittstellen-Innovationen: Brücke zwischen Immobilienwirtschaft, Mobilität und Energie

Mit solchen Fragestellungen "öffnen wir den Horizont deutlich und erfassen Entwicklungen, die eine Immobilie – gleich welchen Nutzen sie stiftet – in einem gesamtgesellschaftlichen Kontext betrachten und geben ihr noch viel stärker die Bedeutung, die ihr auch zusteht", sagt Prof. Dr. Peter Russo. Er ist Managing Director von One Square Advisors und Vorsitzender einer zwölfköpfigen Jury, die für den Innovationsbericht 2020 des Zentralen Immobilien Ausschusses (ZIA) aus 110 Bewerbungen 26 Best-Practice-Lösungen zu sogenannten "Schnittstellen-Innovationen" ausgewählt hat. Die sollen "Brücken" bauen zwischen der Immobilienwirtschaft und Gebäude-relevanten Industrien und Wirtschaftszweigen – wie zum Beispiel der Mobilität und der Energie, erklärt ZIA-Präsident Dr. Andreas Mattner Präsident den Begriff.

Außerdem werden in dem Bericht acht Einzelinnovationen vorgestellt, die in die Cluster "Digital Twins – Digitale Zwillinge der gebauten Wirklichkeit" und "Intelligente Energieversorgung und Digitalisierung in vernetzten Quartieren" unterteilt sind.

Innovationspotenzial, Coronakrise und Klimaschutz

In der aktuellen Krise sieht ZIA-Chef Mattner einen Treiber für die Zukunftsfähigkeit der Branche, mit "Möglichkeiten für etwas Neues". Aber nicht nur die Pandemie, auch der Klimawandel zwingt die Branche zum Neudenken und Hinterfragen. In einem so dynamischen Umfeld geben Innovationen Impulse zur Lösung der großen gesellschaftlichen Herausforderungen, ergänzt Martin Rodeck, Chef der Edge Technologies GmbH und Vorsitzender des ZIA Innovation Think Tank, der vor vier Jahren gegründet worden ist.

Die ausgewählten Unternehmen äußerten grundsätzlich positiv zum Reifeprozess in der zu transformierenden Immobilienwelt. Der sei zwar durch Corona erheblich beschleunigt worden, habe aber bereits vor der Krise eingesetzt. Dass dieses Potenzial noch nicht besser ausgeschöpft ist, liegt nach Meinung der PropTechs, die im Bericht ihre Innovationen vorstellen, vor allem an der Datengrundlage und der fehlenden Transparenz über diese Daten. Sie bemängelten zudem erneut, dass die Branche nach wie vor nicht agil genug auf neue Herausforderungen reagierten und mit den Newcomern und Innovations-Spezialisten kooperierten.

Zum ZIA-Innovationsbericht 2020

Rückschau ZIA-Bericht 2019: Trend Künstliche Intelligenz

Künstliche Intelligenz (KI) war das Trendthema 2019. Im Innovationsbericht aus dem Vorjahr kam der ZIA zu dem Schluss, dass sich das Mindset der Immobilienbranche deutlich verändert hat, was den Einsatz von innovativen Technologien betrifft. Die Automatisierung des intelligenten Problemlösungsverhaltens habe in den vergangenen Jahren enorme Entwicklungssprünge gemacht, auch wenn das tatsächliche Potenzial für die Immobilienwirtschaft noch nicht absehbar sei. Auch berge die Künstliche Intelligenz viele Risiken, vor allem hinsichtlich Cyber-Kriminalität, etwa dem Diebstahl sensibler Daten. Außerdem werde die Qualifizierung von KI-Spezialisten mit zunehmendem Einsatz der Technologie zum Engpassfaktor.


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