Wohntraum-Studie: Wie will Deutschland wohnen?

Zwei Drittel der deutschen Mieter würden gerne ein Haus oder eine Wohnung kaufen. Gleichzeitig hat die Zahl derer, die sich Wohneigentum wünschen, innerhalb eines Jahres um zehn Prozent abgenommen. Warum das so ist und wie die Deutschen wohnen wollen, zeigt eine aktuelle Studie von Interhyp.

Während im Jahr 2018 noch 76 Prozent der Mieter sagten, sie träumten vom Eigentum, sind es in der "Wohntraumstudie 2019" von Interhyp nur 66 Prozent der 2.600 Umfrageteilnehmer, die sich ein eigenes Haus oder eine eigene Wohnung wünschen. Davon wiederum gaben 38 Prozent an, sie hätten gar nicht die finanziellen Mittel, um kaufen zu können.

Zwischen 18 und 29 Jahren ist der Wunsch nach Wohneigentum am größten

Vor allem Menschen zwischen 18 und 39 würden gerne kaufen. Von den 18- bis 29-Jährigen sagten nur 15 Prozent, dass sie lieber weiter mieten wollen. Insgesamt gab jeder zehnte Befragte an, er wolle zeitnah Wohneigentum erwerben. Vom freistehenden Einfamilienhaus träumen 63 Prozent der Deutschen. Nur 19 Prozent der Befragten würden gerne in der Großstadt leben, 24 Prozent im Umland und 32 Prozent in kleineren und mittleren Städte.

Anhaltender Niedrigzins, steigende Mieten oder Immobilienpreise: Was sind die Kaufgründe?

Als Gründe für den Immobilienkauf wurden vor allem Sicherheit im Alter (91 Prozent), Mietfreiheit (95 Prozent) und mehr Gestaltungsspielraum (92 Prozent) angegeben. Das aktuell niedrige Zinsumfeld sehen 81 Prozent als Kaufgrund, 87 Prozent sehen sich durch die steigende Nachfrage nach Immobilien motiviert und 84 Prozent gehen davon aus, dass die Kaufpreise in ihrer Gegend weiter steigen werden. Sie sehen sich unter Zugzwang.

Für 33 Prozent der Befragten ist die Sorge, sie könnten in einigen Jahren zu hohe Mieten nicht mehr zahlen, ein Argument, Wohneigentum zu kaufen. Vor allem Großstädter machen sich Sorgen, dass die Mieten weiter steigen könnten (82 Prozent). In kleineren und mittleren Städten befürchten das nur 73 Prozent, auf dem Land sind es 59 Prozent.

Mieter im Mehrfamilienhaus: Mehrzahl ist zufrieden mit der Wohnsituation

Befragt nach der Wohnsituation der Menschen, darunter auch Mieter, die in Mehrfamilienhäusern leben, gaben 78 Prozent der Befragten in der aktuellen Interhyp-Studie an, dass sie zufrieden seien. Mit dem baulichen Zustand der Immobilie sind 64 Prozent zufrieden, mit der Höhe der Wohnkosten 69 Prozent.

Nur 37 Prozent der 2.600 Befragten gaben an, sie würden gerne umziehen. Das war 2018 (36 Prozent) ähnlich. Eine Mehrheit (53 Prozent) der Immobilieninteressenten, die in den vergangenen zwei Jahren eine Immobilie zum Kauf oder zur Miete gesucht haben, empfindet das als stressig. Im Durchschnitt 2017 und 2018 sagten das laut Interhyp nur 39 Prozent.

Die Zufriedenheit unter anderem der Mieter mit ihrer Wohnsituation erklären sich die Studienautoren unter anderem damit, dass die Größe der Wohnungen oder Häuser komfortabel sind: Laut Umfrage leben die Deutschen im Durchschnitt auf 101,6 Quadratmetern und haben 4,3 Zimmer. Bezüglich der Ausstattung gaben 48 Prozent der Befragten an, sie hätten gerne Solaranlagen und Energiespar-Isolierungen: nur acht Prozent sind damit ausgestattet. Gleiches gilt für Smart-Home-Systeme.


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