| Studie zu Wohntrends 2030

Wohnungsunternehmen stehen vor drastischen Veränderungen

Präsentation der Studie durch Frau Harms auf der Pressekonferenz
Bild: (C)2013 {Torsten George}, all rights reserved

Der Wohnungsmarkt ist in Bewegung, die Wohnwünsche der Mieter werden vielfältiger. Das zeigen die Ergebnisse der Studie „Wohntrends 2030“. Im Zuge der Veränderungen wandelt sich auch die Rolle der Wohnungsunternehmen. Sie werden zum Wohnpartner, der weit mehr bietet als nur Wohnungen.

„Planer, Investoren und Politiker müssen künftig noch stärker darauf achten, dass die verschiedenen Bevölkerungsgruppen unterschiedliche Wohnkonzepte haben. Die Zeiten der einheitlichen Standardwohnung sind lange vorüber. Das Wohnen wird immer individueller“, bringt Michael Neitzel, Geschäftsführer von InWIS Forschung und Beratung, die Ergebnisse der Trendstudie auf den Punkt. InWIS hat die Studie gemeinsam mit dem Unternehmen Analyse & Konzepte im Auftrag des Bundesverbandes deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen GdW erstellt. Und das bereits zum zweiten Mal: Bereits 2008 hatten die Trendforscher im Rahmen der Studie „Wohntrends 2020“ sechs übergeordnete Wohnkonzepte ermittelt, das heißt sechs grundlegende Vorstellungen vom Wohnen.

Am bedeutendsten in Deutschland ist heute das anspruchsvolle Wohnkonzept. Ihm sind der Zukunftsstudie zufolge knapp 26 Prozent der Haushalte zuzurechnen, die überwiegend nach Werten wie Individualismus, Selbstverwirklichung und Leistungsbereitschaft streben. Knapp 23 Prozent der Haushalte sind dem häuslichen Wohnkonzept zuzuordnen. Diese Haushalte sind stark innenorientiert. Freunde, Familie und gute Nachbarschaften sind hier ebenso wichtig wie Sicherheit und Nachhaltigkeit. Während das häusliche und das anspruchsvolle Wohnkonzept in den kommenden Jahren zunehmen werden, wird gleichzeitig erwartet, dass die Anzahl der Haushalte mit kommunikativem und konventionellem Wohnkonzept abnimmt. Der Anteil von Haushalten mit bescheidenem und funktionalem Wohnkonzept liegt derzeit bei 14,3 beziehungsweise 4,7 Prozent. Beide Wohnkonzepte werden in den kommenden Jahren aber wieder häufiger auftreten.

Doch nicht nur die Mieter mit dem entsprechenden Wohnkonzept werden bei der Wohnungssuche anspruchsvoller, das gilt eigentlich für alle Gruppen. Dabei ist die überwiegende Mehrheit zurzeit mit ihrer Wohnsituation durchaus zufrieden, lediglich sieben Prozent sind unzufrieden oder sehr unzufrieden. Auch was die Höhe der Miete anbelangt, haben die meisten Mieter offenbar keinen Grund zur Klage. 46 Prozent der 3.000 befragten Haushalte halten ihre Miete für angemessen, 26 Prozent empfinden sie sogar als günstig und nur 21 Prozent als zu hoch. Die Durchschnitts-Nettokaltmiete liegt laut Studie in städtischer Wohnlage bei 6,80 Euro, am Stadtrand bei 5,80 und im ländlichen Raum bei 5,34 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche. Freilich zahlen immerhin sieben Prozent der Befragten 9,51 Euro und mehr. „Die Ergebnisse zeigen: Wohnen ist nicht zu teuer“, konstatiert InWIS-Geschäftsführer Neitzel.

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