Berlin wächst und wird internationaler: der Wohnungsmarkt zieht weiter an Bild: Corbis

Der Run auf Berlin ist ungebrochen. Mieten und Kaufpreise am Wohnungsmarkt kletterten 2016 weiter und die Nachfrage verändert sich auch aufgrund der Internationalisierung der Stadt: Erstmals nahm möbliertes Wohnen einen so hohen Stellenwert ein, dass CBRE und BerlinHyp den Bereich ausklammerten. Die Nische sei so gewachsen, dass sie das Bild verzerre, sagte CBRE-Experte Michael Schlatterer bei der Vorstellung des Berichts in Berlin.

Die Angebotsmieten sind dem Wohnmarktreport von CBRE und BerlinHyp zufolge im vergangenen Jahr um durchschnittlich 5,6 Prozent auf neun Euro pro Quadratmeter gestiegen. Im Vorjahr lag die Steigerung demnach noch bei 2,3 Prozent. Möblierte Wohnungen, bei denen die Miete laut CBRE inzwischen um bis zu vier Euro pro Quadratmeter höher ist, machten mittlerweile 30 Prozent des Gesamtangebots aus.

Berlin wird internationaler

Die Analysten sehen diese Entwicklung als Beleg für die wachsende Internationalisierung der Stadt – und nicht etwa als Möglichkeit, die seit rund eineinhalb Jahren geltende Mietpreisbremse zu umgehen. Zum Vergleich: In München liegt der Anteil möblierter Wohnungen nach diesen Berechnungen aktuell bei knapp 48 Prozent, in Stuttgart bei rund 45 Prozent.

Die Mieten in Berlin steigen laut CBRE und BerlinHyp sowohl in den zentralen als auch in Randlagen wie etwa Marzahn-Hellersdorf, wo 2016 mit 6,70 Euro pro Quadratmeter rund zehn Prozent mehr verlangt wurden als noch im Jahr zuvor. Die höchsten Angebotsmieten im oberen Segment verzeichnete Berlin-Mitte mit 17,46 Euro pro Quadratmeter.

Neubau: Mehr Mietwohnungen als Eigentumswohnungen

Zuvor hatten bereits die Analysen von JLL Berlin als die Stadt mit dem höchsten Mietpreisanstieg bundesweit identifiziert. Etwa zwölf Prozent hatten demnach die Mieten im zweiten Halbjahr 2016 gegenüber dem Vorjahreszeitraum zugelegt; JLL hatte jedoch möblierte Wohnungen in die Berechnungen eingeschlossen.

Auch die Kaufpreise zogen dem Wohnmarktbericht von CBRE und BerlinHyp zufolge mit einem Plus von knapp zehn Prozent auf 3.289 Euro pro Quadratmeter weiter an, die Zahl der Neubauten wuchs ebenfalls an: auf derzeit mehr als 32.000 geplante Wohnungen. Erstmals übertraf dabei der Neubau von Mietwohnungen knapp den von Eigentumswohnungen.

Ein Abschwächen des Trends sehen die CBRE- und BerlinHyp-Analysten nicht, sie rechnen jedoch mit weiter sinkenden Renditen bei Projektentwicklungen und Verkäufen. Viele Investoren schwenkten auf die Projektentwicklung um, da das Angebot im Bestand sinke.

Laut einer aktuellen Studie von Union Investment nimmt die Akzeptanz für geringere Renditen unter Investoren zu.

Schlagworte zum Thema:  Wohnungsmarkt, Miete, Immobilienpreis

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