Studie

Ein Fünftel der über 50-Jährigen bildet sich nicht weiter


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Eine aktuelle Studie zeigt eine deutliche Schieflage: Ältere Mitarbeitende nehmen deutlich seltener an Weiterbildungen teil als jüngere. Für Unternehmen besteht Handlungsbedarf. Denn häufig lässt die Personalentwicklung über 50-Jährige außen vor.

18 Prozent der über 50-Jährigen nehmen nie an Weiterbildungen teil – und damit dreimal so viele wie bei den unter 50-Jährigen. Das zeigt die aktuelle Randstad-Ifo-HR-Befragung für das erste Quartal 2026. Ältere Beschäftigte profitieren demnach deutlich seltener von Qualifizierungsangeboten als jüngere. Die Zahlen sind besorgniserregend, denn angesichts des demografischen Wandels sind Unternehmen zunehmend auf ältere Mitarbeitende angewiesen.

Personalentwicklung vernachlässigt ältere Beschäftigte 

Auch bei der Teilnahmehäufigkeit zeigt sich ein klarer Unterschied zwischen den Altersgruppen: Nur acht Prozent der Beschäftigten über 50 bilden sich sehr häufig weiter, bei den unter 50-Jährigen sind es fast doppelt so viele (15 Prozent). Ein Grund dafür dürfte sein: Viele Unternehmen berücksichtigen ältere Beschäftigte in ihrer Personalentwicklung zu wenig. Sieben Prozent der Unternehmen bieten ihnen gar keine entsprechenden Maßnahmen an. Bei jüngeren sind es nur zwei Prozent.

Grundlage der Ergebnisse ist eine Befragung von circa 1.000 Personalverantwortlichen in Unternehmen unterschiedlicher Größe und Branchen, die der Personaldienstleister Randstad quartalsweise durchführt. In diesem Quartal beantworteten sie 531 Unternehmen.

Weiterbildung bleibt strategisch wichtig

Dabei messen Unternehmen Weiterbildung insgesamt einen hohen Stellenwert bei – vor allem, um Mitarbeitende zu gewinnen und zu binden. Zwei Drittel (66 Prozent) der Unternehmen setzen Qualifizierungsangebote gezielt als Instrument im Recruiting ein, um Fachkräfte zu gewinnen. Für 61 Prozent steht das Erlernen neuer Fähigkeiten im Vordergrund, 60 Prozent wollen Motivation und Bindung stärken, und 43 Prozent setzen auf die Vertiefung bestehender Kompetenzen.

Dennoch nahm im Jahr 2025 nur knapp ein Drittel der Beschäftigten (31 Prozent) an entsprechenden Maßnahmen teil – ein Wert, der im Vergleich zum Vorjahr stagniert. Bereits hier zeigt sich, dass das Potenzial von Weiterbildung vielerorts noch nicht ausgeschöpft wird.

Fairness in der Weiterbildung

Weiterbildung soll effizient und wirksam sein – aber fair? Selten wird Lernen unter diesem Aspekt betrachtet. Dabei kann es fatale Folgen haben, wenn sich ein Gefühl der Benachteiligung breit macht. Die neue Ausgabe des Magazins neues lernen beschäftigt sich damit, wie Fairness in der Weiterbildung aussehen kann.

Ältere Beschäftigte gewinnen an Bedeutung

Die Zahlen deuten zudem auf eine strukturelle Benachteiligung älterer Beschäftigter hin. Mitarbeitende über 50 Jahre werden offenbar seltener in Qualifizierungsstrategien einbezogen, obwohl ihre Erfahrung und ihr bereits bestehendes Wissen für Unternehmen von großer Bedeutung sind. Die Ergebnisse sind auch deshalb brisant, weil ältere Beschäftigte einen immer größeren Teil der Belegschaften ausmachen. Laut Studie sind bereits 37 Prozent der Mitarbeitenden in den befragten Unternehmen über 50 Jahre alt. Gleichzeitig liegt ihr Anteil bei Neueinstellungen lediglich bei 17 Prozent.

38 Prozent der Unternehmen ergreifen Maßnahmen, um ältere Beschäftigte länger im Betrieb zu halten. Besonders verbreitet sind flexible Arbeitsmodelle (87 Prozent), altersgerechte Arbeitsplätze (50 Prozent) und Maßnahmen zur Gesundheitsförderung (43 Prozent). Doch ein entscheidender Hebel bleibt weitgehend ungenutzt: Nur neun Prozent der Unternehmen setzen gezielt auf Weiterbildung, um ältere Beschäftigte länger beschäftigungsfähig zu halten.

Erfahrene Mitarbeitende stärker in Weiterbildungsstrategien einbeziehen

"Unternehmen wissen längst, wie wertvoll Erfahrung und Fachwissen älterer Beschäftigter sind", sagt Christoph Kahlenberg, Leiter der Randstad Akademie bei Randstad Deutschland. Umso wichtiger sei es, diese Beschäftigtengruppe nicht nur länger im Unternehmen zu halten, sondern sie auch gezielt auf neue Anforderungen vorzubereiten. "Wer als Arbeitgeber diese Gruppe vernachlässigt, verzichtet auf einen wichtigen Hebel, um insbesondere vor dem Hintergrund der demografischen Entwicklung Fähigkeiten im Unternehmen zu sichern und Beschäftigte langfristig anschlussfähig zu halten." Die Ergebnisse legen nahe, dass Unternehmen ihre Weiterbildungsstrategien überdenken und ältere Beschäftigte unbedingt stärker einbeziehen sollten.


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