Lohnsteuer-Anmeldung

Zusammenfassung

 

Begriff

Der Arbeitgeber muss für jede lohnsteuerliche Betriebsstätte beim Betriebsstättenfinanzamt sowohl die von ihm einbehaltene als auch die zu seinen Lasten pauschal erhobene Lohnsteuer anmelden.

Dies muss unabhängig davon geschehen, ob Lohnsteuer anfiel oder ob die Lohnsteuer auch tatsächlich abgeführt wird. Die Verpflichtung zur Abgabe weiterer Lohnsteuer-Anmeldungen entfällt erst, wenn Arbeitnehmer, für die Lohnsteuer einzubehalten oder zu übernehmen ist, nicht mehr beschäftigt werden und das dem Finanzamt mitgeteilt wird.

Der Arbeitgeber kann von der Verpflichtung zur Abgabe von Lohnsteuer-Anmeldungen befreit werden, wenn er nur Arbeitnehmer beschäftigt, für die er lediglich die einheitliche Pauschsteuer von 2 % an die Minijob-Zentrale entrichtet.

 

Gesetze, Vorschriften und Rechtsprechung

Lohnsteuer: Die Anmeldung und Abführung der Lohnsteuer ist geregelt in § 41a EStG i. V. m. § 149 AO. Näheres regeln R 41a.1 bis 41a.2 LStR sowie H 41a.1 LStH. Das Vordruckmuster der Lohnsteuer-Anmeldung 2020 wurde mit BMF-Schreiben v. 24.7.2019, IV C 5 – S 2533/19/10001, bekannt gemacht.

 

Lohnsteuer

1 Anmeldung der Steuerabzugsbeträge

Für jede Betriebsstätte und jeden Anmeldezeitraum ist eine einheitliche Lohnsteuer-Anmeldung einzureichen. Die Abgabe mehrerer Lohnsteuer-Anmeldungen für dieselbe Betriebsstätte und denselben Lohnsteuer-Anmeldezeitraum (z. B. getrennt nach den verschiedenen Bereichen der Lohnabrechnung) ist nicht zulässig. Den Vordruck für die Lohnsteuer-Anmeldung gibt die Finanzverwaltung jährlich neu bekannt.

Lohnsteuer-Anmeldung auch bei "Nullmeldung"

In der Lohnsteuer-Anmeldung ist insbesondere anzugeben, wie viel Lohnsteuer im Anmeldezeitraum einzubehalten bzw. zu übernehmen ist. War im Anmeldezeitraum Lohnsteuer vom Arbeitgeber weder einzubehalten noch zu übernehmen, so besteht der Inhalt der Lohnsteuer-Anmeldung in der Mitteilung dieser Tatsache.

Pauschale Lohnsteuer anmelden und abführen

Bei der Pauschalbesteuerung von Aushilfskräften und Teilzeitbeschäftigten ist nur die pauschale Lohnsteuer anzumelden und abzuführen, die der Arbeitgeber mit dem Steuersatz von 5 %, 20 % oder 25 % des Arbeitslohns berechnet hat.

 

Achtung

Keine Lohnsteuer-Anmeldung für 2-%-Pauschalabgabe

Die Lohnsteuer für Minijobber, die mit dem einheitlichen Pauschsteuersatz von 2 % des Arbeitslohns erhoben wird, ist bei der Minijob-Zentrale anzumelden und an diese abzuführen.

2 Gesondert einzutragende Beträge

Von der angemeldeten Lohnsteuer kann der Arbeitgeber abziehen:

  • das ausgezahlte Kindergeld (gilt nur für öffentliche Arbeitgeber),
  • die gesamte Lohnsteuer der Besatzungsmitglieder eigener oder gecharterter Handelsschiffe. Der Lohnsteuereinbehalt durch den Reeder gilt für den Kapitän und alle Besatzungsmitglieder einschließlich des Servicepersonals, die ein Seefahrtsbuch besitzen und die in einem zusammenhängenden Dienstverhältnis von mehr als 183 Tagen beschäftigt sind. Voraussetzung ist außerdem, dass die Handelsschiffe in einem inländischen Seeschiffsregister eingetragen sind, die deutsche Flagge führen und z. B. zur Personen- oder Güterbeförderung mit oder zwischen ausländischen Häfen betrieben werden.

Nach Abzug dieser gesondert einzutragenden Beträge ergibt sich die abzuführende Lohnsteuer.

Seit 2018 ergeben sich zudem ergänzende Eintragungen in den Zeilen 22 und 16, wenn das neue Fördermodell bei der betrieblichen Altersversorgung (sog. BAV-Förderbetrag) in Anspruch genommen wird.

3 Abgabefrist und Anmeldezeitraum

Die Lohnsteuer-Anmeldung muss spätestens am 10. Tag nach Ablauf des Lohnsteuer-Anmeldezeitraums abgegeben werden. Dieser Zeitraum richtet sich nach der Höhe der für das Vorjahr abzuführenden Lohnsteuer. Anmeldezeitraum ist:

  • der Kalendermonat, wenn die abzuführende Lohnsteuer für das vorangegangene Kalenderjahr mehr als 5.000 EUR betragen hat;
  • das Kalendervierteljahr, wenn die abzuführende Lohnsteuer für das vorangegangene Kalenderjahr mehr als 1.080 EUR, aber höchstens 5.000 EUR betragen hat;
  • das Kalenderjahr, wenn die abzuführende Lohnsteuer für das vorangegangene Kalenderjahr nicht mehr als 1.080 EUR betragen hat.

Maßgebend für die Bestimmung des Anmeldezeitraums ist die Summe der einbehaltenen und übernommenen Lohnsteuer aller Mitarbeiter ohne Kürzung um Kindergeld sowie ohne Kürzung um den Lohnsteuereinbehalt durch den Reeder.

4 Abführung der Lohnsteuer

Der Arbeitgeber muss zu den gleichen Terminen, zu denen die Lohnsteuer anzumelden ist, die angemeldete Lohnsteuer in einem Betrag an das Betriebsstättenfinanzamt abführen. Die Abführung der Lohnsteuer in mehreren Teilbeträgen ist ohne Genehmigung des Finanzamts nicht zulässig. Eine Stundung ist nicht zulässig, weil der Arbeitgeber eine treuhänderische Stellung einnimmt. Deshalb ist auch eine generelle Einräumung einer längeren Abführungsfrist, z. B. vierteljährlich statt monatlich, nicht möglich.

Säumniszuschlag bei verspäteter Zahlung

Bei verspäteter Abführung der Lohnsteuer wird für jeden angefangenen Monat der Säumnis ein Säumniszuschlag von 1 % des rückständigen, auf 50 EUR nach unten abgerundeten Steuerbetrags erhoben.

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