Grundlagen der Lohnsteuerer... / 4 Lohnsteuertabellen/Lohnsteuertarif

4.1 Maschinelle Berechnung

Setzt der Arbeitgeber eine elektronische bzw. maschinelle Lohnabrechnung ein, ermittelt ein Berechnungsprogramm die Lohnsteuer. Für die maschinelle Lohnsteuerberechnung gibt das Bundesfinanzministerium jährlich einen amtlichen Programmablaufplan bekannt, nach dem das Berechnungsprogramm zu erstellen ist.[1]

Alternativ kann die abzuführende Lohnsteuer mithilfe von Lohnsteuertabellen abgelesen werden.

4.2 Tabelle ist abhängig vom Abrechnungszeitraum

Welcher Lohnsteuertarif bzw. welche Lohnsteuertabelle anzuwenden ist, richtet sich bei laufendem Arbeitslohn nach dem jeweiligen Lohnabrechnungszeitraum. Für den Lohnsteuerabzug ist die maßgebende Monats-, Jahres-, Wochen- und Tageslohn-Steuertabelle anzuwenden. Bei der Lohnsteuerermittlung für sonstige Bezüge ist stets die Jahreslohnsteuertabelle anzuwenden.[1]

Für die Lohnsteuerberechnung ist der steuerpflichtige Arbeitslohn um einen eventuellen Freibetrag zu kürzen, der als Lohnsteuerabzugsmerkmal gebildet worden ist. Hat das Finanzamt einen Hinzurechnungsbetrag gebildet, ist der steuerpflichtige Arbeitslohn entsprechend zu erhöhen.

Will der Arbeitgeber die auf den Arbeitslohn entfallende Lohnsteuer selbst tragen (sog. Nettolohnvereinbarung), hat er die Lohnsteuer aus dem Bruttoarbeitslohn zu berechnen, der nach Abzug der Lohnsteuer den ausgezahlten Nettobetrag ergibt.[2]

4.3 Allgemeine und besondere Lohnsteuertabelle

4.3.1 Abgrenzung der Steuertabellen

Für eine zutreffende Lohnsteuerermittlung muss der Arbeitgeber entscheiden, ob die allgemeine Lohnsteuertabelle oder die besondere Lohnsteuertabelle anzuwenden ist.

Die allgemeine Lohnsteuertabelle ist zu verwenden für Arbeitnehmer, die in allen Sozialversicherungszweigen versichert sind (also Beiträge zur gesetzlichen Renten-, Kranken- und Pflegeversicherung entrichten).

Die besondere Lohnsteuertabelle kommt grundsätzlich zur Anwendung, wenn der Arbeitnehmer privat kranken- und pflegeversichert ist oder in keinem Sozialversicherungszweig (pflicht-)versichert ist.

Die besondere Lohnsteuertabelle weist regelmäßig eine höhere Lohnsteuer aus, als die allgemeine Lohnsteuertabelle. Grund ist die geringere Vorsorgepauschale, die bei bestimmten nicht rentenversicherungspflichtigen Arbeitnehmern berücksichtigt wird.

 
Hinweis

Keine zusätzlichen Ermittlungspflichten des Arbeitgebers

Für die Anwendung der allgemeinen oder besonderen Lohnsteuertabelle sind allein die dem Arbeitgeber ohnehin bekannten Tatsachen maßgebend. Zusätzliche Ermittlungen braucht der Arbeitgeber nicht anzustellen.

4.3.2 Sozialversicherungspflichtige Arbeitnehmer

Die allgemeine Lohnsteuertabelle ist zu verwenden zur Berechnung der Lohnsteuer für Arbeitnehmer, die in allen Sozialversicherungszweigen versichert sind. Sie entrichten Beiträge zur gesetzlichen Renten-, Kranken- und Pflegeversicherung. Dies sind neben den pflichtversicherten Personen auch Arbeitnehmer, die in der gesetzlichen Rentenversicherung pflichtversichert sind und in der gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung freiwillig versichert sind. Maßgebend ist stets der Versicherungsstatus am Ende des jeweiligen Lohnzahlungszeitraums. Das Dienstverhältnis ist nicht auf Teilmonate aufzuteilen.

4.3.3 Nicht sozialversicherungspflichtige Arbeitnehmer

Die besondere Lohnsteuertabelle kommt grundsätzlich nur dann zur Anwendung, wenn der Arbeitnehmer in keinem Sozialversicherungszweig (pflicht-)versichert ist oder privat kranken- und pflegeversichert ist. Sie ist anzuwenden für

Weitere Anwendungsfälle

Die besondere Tabelle gilt auch, wenn der Arbeitgeber den Gesamtsozialversicherungsbeitrag allein tragen muss.[1] Betroffene Fälle sind u. a.:

  • Arbeitnehmer in Berufsausbildung mit einem Arbeitsentgelt von bis zu monatlich 325 EUR.
  • Geringfügig entlohnte Beschäftigungen und versicherungsfreie kurzfristige Beschäftigung, bei denen die Lohnsteuer nach den individuellen Lohnsteuerabzugsmerkmalen erhoben wird.
  • Weiterbeschäftigte Rentner, selbst wenn ein Arbeitgeberanteil zur gesetzlichen Rentenversicherung zu entrichten ist.
  • Andere Arbeitnehmer, die nicht in der gesetzlichen Rentenversicherung pflichtversichert sind und deshalb auch keinen Arbeitnehmerbeitrag zur gesetzlichen Rentenversicherung zu leisten haben (z. B. Praktikanten).
  • Arbeitnehmer, wenn ihnen eine betriebliche Altersversorgung zugesagt wurde.

4.4 Berücksichtigung gesetzlicher Frei- und Pauschbeträge

Der Lohnsteuertarif ist aus dem Einkommensteuertarif abgeleitet. Wesentlicher Unterschied ist die Berücksichtigung gesetzlicher Frei- und Pauschbeträge. Folgende Frei- bzw. Pauschbeträge sind bereits im Lohnsteuertarif bzw. den Lohnsteuertabellen berücksichtigt:

  • Grundfreibetrag (steuerfreies Existenzminimum) i. H. v. 9.408 EUR (2019: 9.168 EUR) für Alleinstehende bzw. 18.816 EUR (2019: 18.336 EUR) für Verheiratete bzw. Lebenspartner,
  • Arbeitnehmer-Pauschbetrag i. H. v. 1.000 EUR,
  • Sonderausgaben-Paus...

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