Kapitel
Wie sind die Umlagebeiträge zur U1/U2 zu berechnen? Bild: mauritius images / Westend61 / Sebastian Gauert

Die am Umlageverfahren teilnehmenden Arbeitgeber führen Umlagebeiträge an die Krankenkassen ab. Die Umlagesätze ergeben sich aus der Satzung der Krankenkasse. Bemessungsgrundlage für die Umlagen ist das Arbeitsentgelt, nach dem die Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung bemessen werden.

Die Beiträge zur Umlage U1/U2 sind für alle beschäftigten Arbeitnehmer zu entrichten. Die versicherungsrechtliche Beurteilung der einzelnen Arbeitnehmer ist dabei unbedeutend. 

Für krankenversicherungsfreie höherverdienende Arbeitnehmer sind ebenso Umlagebeiträge zu entrichten, wie für geringfügig entlohnte Beschäftigte.

Umlageverfahren U1/U2: Krankenkasse ist Ansprechpartner

 Die Entrichtung der Umlagebeiträge erfolgt jeweils an

  • die Krankenkasse, bei der der Arbeitnehmer versichert ist,
  • sofern eine Mitgliedschaft bei einer Krankenkasse nicht besteht, die zuständige Einzugsstelle für die Beiträge zur Renten- und Arbeitslosenversicherung,
  • sofern sich eine Zuständigkeit daraus nicht ergibt, die Krankenkasse, die der Arbeitgeber gewählt hat.

Abweichend davon ist für alle geringfügig Beschäftigten die Deutsche Rentenversicherung Knappschaft-Bahn-See als Träger der knappschaftlichen Krankenversicherung die zuständige Krankenkasse.

Umlageverfahren U1: Bemessungsgrundlage für die Umlagebeiträge

Umlagepflichtig sind nur Vergütungen die zum beitragspflichtigen Arbeitsentgelt gehören. Dabei wird das Arbeitsentgelt bis zur Beitragsbemessungsgrenze der gesetzlichen Rentenversicherung mit Umlagebeiträge belegt.

Umlagen nur vom laufenden Arbeitsentgelt

Umlagen sind nur vom laufenden Arbeitsentgelt zu erheben. Einmalig gezahltes Arbeitsentgelt ist bei der Berechnung der Umlagen nicht zu berücksichtigen.

Beispiel: Der Arbeitnehmer erhält im April 2018 folgende Bezüge:

Gehalt:3.000 EUR
Mehrarbeitsvergütung: 300 EUR
Steuerfreie Nachtarbeitszuschläge:  150 EUR
Gewinnbeteiligung für 2017:         1.500 EUR

Ergebnis: Die steuerfreien Nachtarbeitszuschläge stellen kein beitragspflichtiges Arbeitsentgelt dar. Bei der Gewinnbeteiligung handelt es sich um einmalig gezahltes Arbeitsentgelt. Diese beiden Bezüge sind nicht umlagepflichtig. Die Umlagebeiträge sind aus 3.300 EUR zu berechnen.

Umlageverfahren U1/U2 in Gleitzone: Reduzierte Berechnungsgrundlage

Bei Arbeitnehmern mit einem regelmäßigen monatlichen Arbeitsentgelt zwischen 450,01 EUR und 850,00 EUR (Gleitzone) mindert sich die Beitragsberechnungsgrundlage in den Monaten, in denen das Arbeitsentgelt 850 EUR nicht überschreitet. Das geminderte Arbeitsentgelt ist auch Grundlage für die Berechnung der Umlagebeiträge.

Beispiel: Der Arbeitnehmer erhält ein monatlich gleichbleibendes Arbeitsentgelt in Höhe von 600 EUR. Im Mai 2018 erhält er zusätzlich ein Urlaubsgeld in Höhe von 300 EUR.

Ergebnis: Im April 2018 mindert sich die beitragspflichtige Einnahme durch Anwendung der Gleitzonenformel auf (1,2759625 x 600 - 234,568125 =) 531,01 EUR. Dies gilt auch für die Beiträge für die Umlageverfahren U1 und U2. Im Mai beträgt das Arbeitsentgelt insgesamt 900 EUR und liegt damit nicht in der Gleitzone. Die Rentenversicherungsbeiträge sind daher von 900 EUR zu berechnen. Da es sich bei dem Urlaubsgeld um einmalig gezahltes Arbeitsentgelt handelt, sind die Beiträge zu den Umlageverfahren U1 und U2 aus 600 EUR zu berechnen.

Schlagworte zum Thema:  Umlageverfahren, Erstattung, Mutterschaft, Entgeltfortzahlung

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