25.09.2012 | Top-Thema Künstlersozialabgabe - sie trifft mehr, als man denkt

Die Beiträge der Künstler und Publizisten

Kapitel
Die Künstlersozialabgabe bestimmt die Höhe der Beiträge.
Bild: Haufe Online Redaktion

Die Beitragslast zur Finanzierung der Sozialversicherung der selbstständigen Künstler und Publizisten ist auf drei Ebenen verteilt.

Die Versicherten selbst tragen durch ihren eigenen Beitragsanteil 50 %. Unternehmen, die künstlerische/publizistische Leistungen verwerten tragen 30 % und 20 % trägt der Bund. Dieses Finanzierungsprinzip gilt für die Kranken-, Pflege- und Rentenversicherung.

Die Künstlersozialabgabe (KSA) stellt dabei den Beitragsanteil der abgabepflichtigen Unternehmen (Auftraggeber, Arbeitgeber, Verwerter) dar, welcher an die Künstlersozialkasse (KSK) zu zahlen ist. Die KSA wird in Höhe eines für alle abgabepflichtigen Unternehmen geltenden einheitlichen Prozentsatzes erhoben. Sie berechnet sich aus den Entgeltzahlungen an selbstständige Künstler/Publizisten.

KSA-Satz steigt seit langem wieder an

Ab 2013 wird die KSA um 0,2 %-Punkte auf 4,1 % erhöht. Die Erhöhung ist die erste seit 2005 mit dem damaligen Höchststand von 5,8 %. Danach war der Abgabesatz 5 Mal in Folge gesunken und lag von 2010 bis 2012 zuletzt konstant bei 3,9 %. Die KSA wird jedes Jahr auf Basis von Schätzungen des Bedarfs für das folgende Jahr durch das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) zusammen mit dem Bundesministerium für Finanzen (BMF) festgelegt.

Bemessungsgrundlage

Die von den Verwertern in einem Kalenderjahr an selbstständige Künstler/Publizisten gezahlten Entgelte sind die Bemessungsgrundlage für die KSA. Als Entgelt gilt alles, was der Unternehmer aufwenden muss, um das künstlerische/publizistische Werk bzw. die Leistung zu erhalten oder zu nutzen (z. B. Gagen, Honorare, Tantiemen). Dazu gehören auch alle anfallenden Nebenkosten wie Telefon- oder Materialkosten.

Nicht abgabepflichtig sind jedoch

  • die gesondert ausgewiesene Umsatzsteuer,

  • steuerfreie Aufwandsentschädigungen (z. B. Reise- und Bewirtungskosten)

  • Entgelte, die im Rahmen der Übungsleiterpauschale (2.100 EUR jährlich) als steuerfreie Aufwandsentschädigungen gelten (§ 3 Nr. 26 EStG).

Status des Künstlers spielt keine Rolle

Die Abgabepflicht besteht, sobald die gesetzlichen Kriterien dafür erfüllt sind. Weder der sozialversicherungsrechtliche noch der steuerrechtliche Status des Auftragnehmers (Künstlers/Publizisten) spielen dabei eine Rolle. Künstler/Publizist in diesem Sinne ist auch, wer die künstlerische Tätigkeit nur nebenberuflich oder/und nicht berufsmäßig ausübt. Das betrifft z. B. Studenten, Rentner, die sich durch eine künstlerische Tätigkeit etwas hinzuverdienen wollen. Auch keine Rolle spielt, ob der Künstler seinen ständigen Aufenthalt im Ausland hat oder im Ausland tätig ist.

Die Abgabepflicht besteht unabhängig davon, ob der künstlerische Auftrag an einen einzelnen freischaffenden Künstler oder eine Gruppe (Gesellschaft bürgerlichen Rechts) oder eine Firma (Einzelfirma, OHG...) erteilt wurde. Die steuerliche Einordnung als Gewerbetreibende oder Freiberufler ist in diesem Zusammenhang unerheblich. Allerdings gehören Zahlungen an juristische Personen (GmbH, AG, GmbH & Co KG, e.V.) oder Kapitalgesellschaften (KG) nicht zur Bemessungsgrundlage.

Schlagworte zum Thema:  Künstlersozialabgabe, Beitragsberechnung, Bemessungsgrundlage, Künstlersozialversicherung, Künstlersozialkasse

Aktuell

Meistgelesen