25.09.2012 | Top-Thema Künstlersozialabgabe - sie trifft mehr, als man denkt

Wann ist keine Künstlersozialabgabe zu zahlen?

Kapitel
Nur wenn Entgelt gezahlt wird, wird die Künstlersozialabgabe fällig.
Bild: Haufe Online Redaktion

Von der Pflicht zur Künstlersozialabgabe gibt es Ausnahmen, zum Beispiel für nichtkommerzielle Veranstalter oder Vereine. Von der Abgabepflicht ebenfalls ausgenommen ist grundsätzlich die Eigenvermarktung durch den Künstler oder Publizisten selbst.

Auch Endverbraucher, die z. B. ein Buch oder eine Eintrittskarte für eine Theateraufführung kaufen, sind nicht abgabepflichtig. Denn dabei handelt sich nicht um Unternehmen, sondern um Konsumenten.

Beispiel: wenn ein Silberbrautpaar für die Silberhochzeitsfeier eine Musikband engagiert, entfällt auf das Honorar keine Künstlersozialabgabe, denn es handelt sich um eine rein private Veranstaltung.

Das Honorar muss tatsächlich gezahlt werden

Erteilt ein Verwerter zwar einen Auftrag, nimmt das Werk aber nicht ab und zahlt kein Honorar, besteht ebenfalls keine KSA-Pflicht. Erst dann, wenn auch tatsächlich Entgelt, Honorar oder Gage gezahlt wird, tritt die tatsächliche Abgabeschuld ein. Unerheblich ist im Übrigen auch, ob der Künstler/Publizist überhaupt in der Künstlersozialversicherung versichert ist.

Besonderheiten bei nichtkommerziellen Veranstaltungen

Nichtkommerzielle Veranstalter wie Hobby- und Laienmusikvereinigungen, Liebhaberorchester, Amateurtheater oder Karnevalsvereine sind nicht abgabepflichtig. Allerdings dürfen in einem Kalenderjahr höchstens 3 Veranstaltungen mit vereinsfremden Künstlern aufgeführt oder dargeboten werden. Auch die regelmäßige Tätigkeit von vereinseigenen Chorleitern oder Dirigenten führt für Musikvereine grundsätzlich nicht zur Abgabepflicht nach der Generalklausel.

Es besteht keine Abgabepflicht als Ausbildungseinrichtung,

  • wenn weniger als 20 Schüler im Verein unterrichtet werden.

  • Sind es mehr Schüler, aber höchstens 60, besteht keine Abgabepflicht, wenn der Verein keinem Ausbilder eine höhere Vergütung als 2.100 EUR (Übungsleiterfreibetrag) im Jahr zahlt.

  • Erhält nur ein Ausbilder eine höhere Vergütung, entscheidet die KSK im Einzelfall, ob ein Prüfverfahren zur Abgabepflicht eingeleitet wird.

  • Bei einer noch höheren Anzahl von Musikschülern entscheidet die KSK unter Berücksichtigung des Gesamtbildes.

Betriebsfeste sind grundsätzlich abgabenfrei

Abgabepflichtig sind grundsätzlich nur öffentliche Veranstaltungen. Eine Betriebsfeier, zu der ausschließlich Betriebsangehörige, ggf. mit Ehegatten oder Partnern  eingeladen sind, handelt es sich um keine öffentliche Veranstaltung. Nur wenn sich die Einladung auch an freie Mitarbeiter, Geschäftsfreunde, Personen des öffentlichen Lebens usw. richtet, handelt es sich um eine abgabenpflichtige öffentliche Veranstaltung.

Schlagworte zum Thema:  Künstlersozialabgabe, Künstlersozialversicherung, Künstlersozialkasse

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