Fach- und Führungskräfte-Barometer 2026

Veränderungsbereite Beschäftigte werden strukturell ausgebremst


Besprechung

Das Fach- und Führungskräfte-Barometer (FUFBA) 2026 der dbb akademie zeigt: Im öffentlichen Dienst ist viel Potenzial vorhanden. Entscheidend sind Wertschätzung, Entlastung, Handlungsspielräume sowie gezielte Weiterbildung

Der öffentliche Dienst steht vor großen Herausforderungen – und verfügt zugleich über veränderungsbereite Fach- und Führungskräfte, die Verantwortung übernehmen und Veränderungen mitgestalten wollen. Dies zeigt die neue Vertiefung zum Fach- und Führungskräfte-Barometer 2025 der dbb akademie e. V., die 2026 gezielt Ursachen von Unzufriedenheit, Faktoren der Arbeitgeberbindung sowie wirksame Hebel für Motivation und Veränderung untersucht. Die Ergebnisse wurden mithilfe des Net Promoter Score (NPS) ausgewertet, der Zustimmung, Ablehnung und Veränderungspotenziale sichtbar macht. Deutlich wird: Die Motivation ist vorhanden. Entscheidend ist nun, die Rahmenbedingungen so weiterzuentwickeln, dass dieses Potenzial im Arbeitsalltag noch besser wirksam werden kann.

Insgesamt nahmen 1.012 Personen an der Vertiefungsbefragung teil, darunter 471 Führungskräfte und 541 Fachkräfte. Die Befragung knüpft an die Ergebnisse des Fach- und Führungskräfte-Barometers 2025 an und richtet den Blick gezielt auf die Ursachen von Unzufriedenheit, die Treiber von Motivation sowie die Faktoren, die Fach- und Führungskräfte langfristig an ihren Arbeitgeber binden.

Arbeitsbelastung und Bürokratie bleiben zentrale Herausforderungen 

Die Ergebnisse zeigen: Unzufriedenheit entsteht vor allem dort, wo hohe Arbeitsbelastung, bürokratische Prozesse, fehlende Ressourcen und mangelnde Wertschätzung zusammenwirken. Bei den Fachkräften nennt mehr als jede zweite befragte Person hohe Arbeitsbelastung und Arbeitsdichte als zentralen Belastungsfaktor. Es folgen bürokratischer Aufwand und lange Abstimmungsprozesse mit 45,1 Prozent, mangelnde Anerkennung und Wertschätzung mit 42,3 Prozent sowie zu wenig Personal oder finanzielle Mittel mit 38,1 Prozent. 

Ein ähnliches Bild zeigt sich bei den Führungskräften: Auch sie erleben hohe Arbeitsbelastung, bürokratischen Aufwand und fehlende Ressourcen als zentrale Herausforderungen. Hinzu kommt der Wunsch nach mehr Rückhalt und klareren Handlungsspielräumen. Viele Führungskräfte tragen Verantwortung und möchten gestalten – benötigen dafür aber verlässliche Rahmenbedingungen, klare Zuständigkeiten und ausreichend Vertrauen in ihre Entscheidungen.

„Gute Arbeit im öffentlichen Dienst braucht mehr als Engagement — sie braucht verlässliche Rahmenbedingungen, die Menschen stärken und nicht zusätzlich belasten.“ so Simone Fleischmann, Stellvertretende Bundesvorsitzende des dbb und Vorsitzende der dbb akademie.

Wertschätzung ist ein „must have“ und kein „nice to have“ 

Ein zentrales Ergebnis der Vertiefung: Wertschätzung ist ein entscheidender Hebel, damit Motivation und Veränderungsbereitschaft im Arbeitsalltag wirksam werden können. Dabei geht es nicht nur um Anerkennung im engeren Sinne, sondern auch um klare Kommunikation, Rückhalt durch Führungsebenen, Vertrauen in eigene Entscheidungen und die Einbindung in Entwicklungs- und Veränderungsprozesse. 

Die mögliche Wirkung entsprechender Verbesserungen ist deutlich erkennbar: Würden Maßnahmen zur Stärkung von Wertschätzung und Unterstützung umgesetzt, bewerten Fach- und Führungskräfte deren Einfluss auf ihre Motivation positiv. Der entsprechende Net Promoter Score liegt bei den Fachkräften bei +23 und bei den Führungskräften bei +17. 

Damit bestätigt die Vertiefung einen Befund, der bereits im Fach- und FührungskräfteBarometer 2025 erkennbar war: Viele Beschäftigte sind bereit, Veränderungen mitzugestalten. Damit diese Bereitschaft Wirkung entfalten kann, braucht es Anerkennung, moderne Strukturen und gute Entwicklungsmöglichkeiten.

Bindung entsteht durch Zusammenarbeit, Führung und Entwicklung 

Auch die Bindung an den Arbeitgeber zeigt, wo gezielte Verbesserungen ansetzen können. Der Net Promoter Score zur Arbeitgeberbindung liegt bei Fachkräften bei –21 und bei Führungskräften bei –2. Zugleich zeigen die Ergebnisse, dass Bindung nicht allein über finanzielle Faktoren entsteht. Besonders wichtig sind ein gutes Miteinander im Team, ein wertschätzendes und vertrauensvolles Verhältnis zur direkten Führungskraft, die Anerkennung der eigenen Leistung sowie Möglichkeiten zur persönlichen und beruflichen Weiterentwicklung. 

Gerade Weiterbildung kommt dabei eine zentrale Rolle zu: 76,9 Prozent der Fachkräfte und 72,4 Prozent der Führungskräfte geben an, dass Weiterbildung einen hohen bis sehr hohen Einfluss auf ihre Bindung an den Arbeitgeber hat. Die dbb akademie sieht darin einen wichtigen Ansatzpunkt, um Motivation, Zusammenarbeit und Führungsfähigkeit im öffentlichen Dienst gezielt zu stärken. 

„Die Ergebnisse zeigen sehr klar: Viele Herausforderungen entstehen nicht auf individueller Ebene, sondern in den Strukturen und in der gelebten Organisation. Genau hier liegt der entscheidende Ansatzpunkt für wirksame Personal- und Organisationsentwicklung im öffentlichen Dienst“, so Oliver Schieck, Geschäftsführer der dbb akademie e. V.

Weiterbildung stärkt einen zukunftsfähigen öffentlichen Dienst

Die Vertiefung macht deutlich: Die Befragten verstehen Weiterbildung nicht als Zusatz, sondern als wesentlichen Hebel, um zentrale Herausforderungen besser zu bewältigen –
etwa im Umgang mit Arbeitsprozessen, Kommunikation, Zusammenarbeit und Führung.

„Unsere Aufgabe ist es, Fach- und Führungskräfte genau dort zu unterstützen, wo sie im Arbeitsalltag Orientierung und neue Kompetenzen brauchen: bei moderner Führung,
klarer Kommunikation, Zusammenarbeit sowie Veränderungsfähigkeit und Digitalisierung“, so Schieck. „Wenn der öffentliche Dienst sein Potenzial noch besser
nutzen will, müssen die Rahmenbedingungen so weiterentwickelt werden, dass Gestaltungswille auch Wirkung entfalten kann.“

Das gesamte Fach- und Führungskräfte-Barometer 2026 finden Interessierte hier.

Über das Fach- und Führungskräfte-Barometer 2026 

An der Vertiefungsbefragung zum Fach- und Führungskräfte-Barometer 2025 nahmen Anfang 2026 insgesamt 1.012 Personen teil, darunter 471 Führungskräfte und 541 Fachkräfte. Sie baut auf der Ursprungserhebung von 2025 auf, an der insgesamt 2.818 Personen aus dem öffentlichen Dienst teilnahmen – darunter rund 1.600 Fachkräfte und rund 1.200 Führungskräfte. Die Vertiefung untersucht Ursachen von Unzufriedenheit, Faktoren der Arbeitgeberbindung sowie wirksame Hebel für Motivation und Veränderung. Die Teilnahme erfolgte anonym und freiwillig. 

Das FUFBA versteht sich als wiederkehrendes Stimmungs- und Entwicklungsbarometer für den öffentlichen Dienst. Es zeigt, was Fach- und Führungskräfte bewegt, was sie bindet und welche Rahmenbedingungen sie brauchen, um wirksam arbeiten zu können. Zur Einordnung einzelner Ergebnisse wurde unter anderem der Net Promoter Score (NPS) genutzt; er macht Zustimmung, Ablehnung und Veränderungspotenziale auf einer Skala von –100 bis +100 sichtbar.

Pressemitteilung der dbb akademie v. 10. Juni 2026

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