CLOUDBERRY: immowelt funktioniert – auch im harten Neubaumarkt
Herr Dieke, CLOUDBERRY hat sich von Anfang an ausschließlich auf Neubau und Grundstücke spezialisiert. Warum dieser klare Fokus?
Weil das meine Welt ist. Ich war 16 Jahre als Projektentwickler tätig und habe in über 100 Projekten mehr als 16.000 Wohnungen und Häuser vermarktet. Als wir CLOUDBERRY gegründet haben, gab es in der Region kein anderes privates Maklerhaus, das sich auf Neubau und Grundstücke spezialisiert hatte. Genau diese Lücke wollten wir füllen. Was uns von einem klassischen Makler unterscheidet: Wir verkaufen nicht nur, wir beraten von Anfang an mit. Beim Grundstückseinkauf, bei den Grundrissen, bei der Baubeschreibung. Wer tagesaktuell weiß, was Käufer suchen, plant am Ende bessere Produkte.
Das zieht sich durch bis ins Team. Jede Kollegin und jeder Kollege hat Baustellenschuhe und Helm und geht auch sonntags mit Kunden auf die Baustelle. Alle können erklären, was Bauzeit- oder Bereitstellungszinsen bedeuten. Im Bestand ließe sich derzeit leichter Geld verdienen. Aber Neubau ist die größere Herausforderung, und genau die reizt uns. Und wenn ich nach sieben Jahren an einem fertigen Projekt vorbeilaufe und die Menschen, die dort wohnen, mir zuwinken, dann ist das für mich der eigentliche Maßstab unserer Arbeit.
CLOUDBERRY ist im gesamten Rheinland aktiv. Was macht diesen Markt, gerade in Köln, so herausfordernd?
Köln ist bei der Wohnraumversorgung leider ein Negativbeispiel. Die Stadt deckt ihren Bedarf nur zu 37 Prozent und liegt damit auf dem letzten Platz unter allen deutschen A-Städten. Entsprechend ist der Mietmarkt völlig aus dem Ruder gelaufen. Da zahlen Sie teils 25 bis 30 Euro pro Quadratmeter, und trotzdem stehen 300 Bewerber Schlange. Das hat strukturelle Gründe: Verwaltungshürden, die höchste Grunderwerbsteuer, hohe Baustandards. All das macht Neubau in NRW einfach teurer als anderswo.
Dazu kommt die Leistbarkeit. Ein vernünftiges Haus im Umland kostet mit Grundstück schnell 600.000 Euro, und dafür braucht eine Familie rund 8.500 Euro netto im Monat. Steigt der Zins dann um einen halben Prozentpunkt, sind viele plötzlich raus. Solche Käufer muss man eng begleiten und im richtigen Moment wieder ansprechen. Aber trotz allem haben wir in den letzten vier Jahren über 500 Einheiten begleitet und vermarktet, in denen heute Menschen wohnen.
Wie verkauft man unter solchen Bedingungen überhaupt noch erfolgreich?
Indem man die Vermarktung sehr breit aufstellt. Die Zeiten, in denen man ein Inserat einstellte und hundert Anfragen bekam, sind vorbei. Heute setzen wir auf einen echten Multichannel-Mix: Projektbegleitende Öffentlichkeitsarbeit in lokalen Medien, Werbung an der Baustelle, Social Media – und Portale als feste Säule. Allein in diesem Jahr hatten wir schon rund 6.000 Anfragen, verteilt auf fünf Berater.
Nur ein Weg, nur Portal oder nur Print, ist nicht die Zukunft. Man muss als Makler breiter denken und genau wissen, welche Zielgruppe über welchen Kanal kommt. Manche erreiche ich über Social Media, andere fast nur über die Samstagszeitung, viele über das Portal.
Sie setzen auf viele Kanäle – von der Baustelle bis zu Social Media.. Welche Rolle spielt immowelt in diesem Mix?
immowelt spielt dabei eine wichtige Rolle. Für sehr viele Käufer ist ein Portal nach wie vor der Hauptweg. Rund 30 Prozent unserer Käufer kommen über Portale. Allein damit käme ich nicht aus, aber ohne eben auch nicht. Entscheidend ist: immowelt ist in der Region inzwischen auf einem sehr starken Niveau angekommen, das es vor fünf Jahren noch nicht hatte. In den Anfragen, in den Besichtigungsterminen und in den Verkäufen ist das Portal heute relevant. Und das neue Bauträger-Paket ist eigentlich gar kein reines Portal mehr, sondern Portal plus Newsletter plus Social-Media-Werbung. Das ist genau die richtige Richtung.
Deshalb zeige ich das heute auch Bauträgern, die skeptisch sind. Ich mache dabei keine Werbung – ich zeige ihnen einfach, dass immowelt funktioniert.
Was unterscheidet die Zusammenarbeit mit immowelt für Sie von anderen Plattformen?
Der persönliche Kontakt. Den Ausschlag gab seinerzeit ein immowelt-Mitarbeiter, der nicht über den Wettbewerb herzog, sondern fragte: Was braucht ihr, was können wir tun? Genauso läuft es bis heute. Wir haben feste Ansprechpartner, mit denen wir regelmäßig sprechen. Allein bis Juni waren es mindestens vier persönliche Treffen, dazu die Telefonate dazwischen. Da geht es nicht ums Verkaufen, sondern darum, gemeinsam Lösungen zu finden. Das empfinde ich als Partnerschaft, nicht als Kundenbeziehung.
Zum Namen, der ja alles andere als typisch für die Branche ist: Woher kommt CLOUDBERRY?
In der Branche gibt es viele Kunstnamen mit "Wert" oder "Treu". Davon wollten wir weg. Gefunden haben wir den Namen im Urlaub in Finnland, ich bin halber Finne. Dort wächst die Lakka-Beere. Man kann sie nicht kultivieren, man muss genau wissen, wo sie steht, und sich anstrengen, um sie zu ernten. Es braucht Wissen, Fleiß und Durchhaltevermögen. Wer das mitbringt, erntet eine der wertvollsten Beeren der Welt. Auf Englisch heißt sie Cloudberry. Nordische Verwurzelung, internationaler Klang, und im Grunde genau die Haltung, die unser Geschäft braucht.
Zum Abschluss: Was treibt Sie persönlich an?
Projekte über Jahre zu begleiten und zu sehen, wie aus einer alten Lagerhalle ein Zuhause wird. Das ist meine Welt. Und wir haben uns von Anfang an eine Maxime gesetzt: Wir arbeiten nur mit netten Menschen. Das klingt simpel, aber wir ziehen das wirklich durch. Gerade in schwierigen Marktphasen hilft das enorm – wenn man vertrauensvoll zusammenarbeitet, löst man auch schwere Probleme leichter.
Zur Person
Henning Dieke ist Diplom-Volkswirt und geschäftsführender Gesellschafter der CLOUDBERRY Real Estate GmbH in Köln, die er gemeinsam mit Martin Becker aufgebaut hat. CLOUDBERRY ist ein auf Neubau und Grundstücke spezialisiertes Maklerhaus im Rheinland. Anders als ein klassischer Makler begleitet das interdisziplinäre Team aus Wirtschaftswissenschaftlern sowie Bau- und Immobilienfachleuten die Projekte nicht nur beim Verkauf, sondern von der Grundstücksbeschaffung über Grundrissplanung und Baubeschreibung bis zur vollständigen Vermarktung. In den vergangenen vier Jahren hat CLOUDBERRY über 500 Einheiten begleitet und vermarktet. Derzeit betreut das Team zwölf aktive Projekte sowie rund 5.000 Einheiten in der Beratungspipeline.
-
Solarstrom für Mieter: Leitfaden und Mustervertrag
1481
-
Mieterhöhung nach Aufwertung der Baualtersklasse
89
-
Glasfaser im Haus: Kein Ausbau ohne Eigentümer
69
-
Asbest im Boden entfernen: Kosten und Vorschriften
58
-
Neue EU-Regeln bremsen Wohnungsbau
501
-
EmpCo: Verbot von Greenwashing in der Kommunikation
39
-
Redaktionsteam
30
-
Bundeswehr: Serielles Bauen als Blaupause
27
-
Blei im Trinkwasser: Regeln, Pflichten und Urteile
27
-
Zweckentfremdungsverbot: Was in den Bundesländern gilt
24
-
CLOUDBERRY: immowelt funktioniert – auch im harten Neubaumarkt
05.10.2026
-
Berlins Landeseigene erhöhen Mieten und kontern die Linke
01.10.2026
-
Wachsen statt verwalten
01.10.2026
-
Wohnungswirtschaft kämpft mit Zinsen und Regulierung
01.10.2026
-
DW-Zukunftspreis 2027: Jetzt bewerben!
25.09.2026
-
Wenn IT einfach funktioniert: Wie Microsoft 365 den Arbeitsalltag bei der SWG Dresden verändert
24.09.2026
-
Klimaneutralität braucht eine neue Finanzierungslogik
24.09.2026
-
Bundesbaugesellschaft: Ablenkungsmanöver statt Problemlösung?
23.09.20261
-
EmpCo: Verbot von Greenwashing in der Kommunikation
17.09.2026
-
Smart Home: Chancen und Hürden für die Wohnungswirtschaft
16.09.2026