Neue Bundesförderung für effiziente Gebäude am Start

Die Wohnungswirtschaft muss ihre Gebäudebestände künftig den ambitionierten politischen Klimaschutzzielen anpassen. Fürs energieeffiziente Sanieren gibt es Zuschüsse vom Bund. Die neue "Bundesförderung für effiziente Gebäude" (BEG) soll die Förderlandschaft übersichtlicher machen. Wofür gibt es Geld?

Bis 2050 will die Bundesregierung einen klimaneutralen Gebäudebestand für Deutschland haben. Marktanreize für das energieeffiziente Sanieren und Bauen sowie zur Nutzung erneuerbarer Wärme sollen helfen, dieses Ziel zu erreichen.

Am 1.1.2021 ging die neue "Bundesförderung für effiziente Gebäude" (BEG) an den Start. Die neuen Förderrichtlinien gelten zunächst bis 2030. Im BEG werden die bisherigen Programme zur Förderung von Energieeffizienz und Erneuerbaren Energien im Gebäudebereich der staatlichen Förderbank KfW und des Bundesamts für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) nun schrittweise integriert und neu geordnet. Aus bisher zehn Teilprogrammen sollen bis Juli 2021 drei Förderprogramme werden:

  • BEG WG: Förderung von Vollsanierung und Neubau von Wohngebäuden;
  • BEG NWG: Förderung von Vollsanierung und Neubau von Nichtwohngebäuden;
  • BEG EM: Förderung von Einzelmaßnahmen an Wohn- und Nichtwohngebäuden.

BEG-Start: Förderung energetischer Einzelmaßnahmen in und an Bestandsgebäuden

Das Förderprogramm BEG EM macht den Anfang. Vorerst können ausschließlich Zuschüsse (noch keine Kredite) für energetische Einzelmaßnahmen in und an bestehenden Gebäuden beantragt werden. Bestandsgebäude sind Immobilien, bei denen Bauantrag oder Bauanzeige zum Zeitpunkt der Antragstellung mindestens fünf Jahre zurückliegt. Zuständig ist das BAFA. Laut BAFA-Präsident Torsten Safarik sind bereits 2020 mehr als eine halbe Milliarde Euro für Erneuerbare Wärme im Gebäudebereich ausgezahlt worden – für 2021 erwartet er einen weiteren Schub für die Wärmewende. Das BEG EM löst die Fördermaßnahmen der Teilprogramme "Heizen mit erneuerbaren Energien" (MAP), Energieeffizienz (APEE) und Heizungsoptimierung (HZO) ab.

Gefördert werden anteilig Kosten etwa für Maßnahmen an der Gebäudehülle, der Anlagentechnik, Erneuerbare Energien für Heizungen, der Anschluss an ein erneuerbares Gebäude- oder Wärmenetz und Maßnahmen zur Heizungsoptimierung, aber auch eine Fachplanung und Baubegleitung. Die Höhe der Förderung der Baubegleitung bei Wohngebäuden hängt von der Anzahl der Wohneinheiten ab. Bei Mehrfamilienhäusern mit drei oder mehr Wohneinheiten gibt es bis zu 2.000 Euro pro Wohneinheit, insgesamt gibt es maximal 20.000 Euro pro Zuwendungsbescheid.

Die Teilprogramme BEG NWG und BEG WG (in der Zuschuss- und der Kreditvariante) sowie die BEG EM (Kreditvariante) sind nach derzeitigem Stand für Juli 2021 geplant. Bis zum 30.6.2021 laufen diese Förderungen zunächst weiterhin über das Förderprogramm Energieeffizient Bauen und Sanieren (EBS). Zuständig ist dann jeweils die KfW, deren alte Förderregeln bis dahin weiter gelten.

BEG Stufe zwei: Änderungen bei der Effizienzhaus-Sanierungsförderung

Beim Bau nach einem hohen Energiestandard kann auch weiterhin ein Tilgungszuschuss bei der KfW beantragt werden, der nicht zurückgezahlt werden muss. Der Zuschuss ist jedoch abhängig vom Energie-Effizienzhaus-Standard des Hauses.

Bei der Effizienzhaus-Sanierungsförderung sind für Stufe zwei des BEG ab Sommer 2021 Änderungen angekündigt: Die Förderstufe Effizienzhaus 115 fällt weg. Dafür gibt es kein Geld mehr. Stattdessen gibt es für Sanierungen in Wohngebäuden künftig eine Förderung auf Niveau des Effizienzhauses 40. Die Stufen Effizienzhaus 100, 85, 70 und 55 bleiben. Für ein KfW-Effizienzhaus 40 Plus gibt es mit 25 Prozent Tilgungszuschuss (maximal 30.000 Euro) laut KfW die höchste Förderung.

Insgesamt wird die Höchstsumme der förderfähigen Kosten von 120.000 Euro auf 150.000 Euro pro Wohneinheit erhöht. Neu ist: Auch bei Wohngebäuden müssen künftig die Energie- und CO2-Einsparungen angegeben werden, die mit Förderung erreicht werden können.

Förderboni und andere Extras im BEG

Die seit 2020 geltenden Fördersätze für die energieeffiziente Sanierung von Wohngebäuden werden weitgehend beibehalten. Für alle Förderungen kann ab in Kraft treten von Stufe zwei des BEG zwischen Zuschuss und Kredit gewählt werden.

Neu ist etwa, dass es eine Extra-Förderung geben kann: So soll etwa der Einsatz von effizienten Heizungstechniken auf Basis erneuerbarer Energien künftig stärker gefördert werden, wenn mindestens 55 Prozent der Wärme aus erneuerbaren Energien stammen (sogenannte "Effizienzhaus EE"-Boni).

Bei Wohngebäuden wird es künftig eine Nachhaltigkeitsförderung für Neubauten geben. Die Anforderungen an den baulichen Wärmeschutz entfallen beim "Effizienzhaus Denkmal".

Erleichtert wird auch das Verfahren: Künftig muss nur noch ein Antrag für die Förderung von Effizienzmaßnahmen und Erneuerbare Energien bei Sanierungs- oder Neubauvorhaben und die Förderung der Baubegleitung gestellt werden. Stichtag ist die Auftragserteilung, nicht mehr der Baubeginn für das Vorhaben.

BEG "digital": Zuschussförderung für die Gebäudeautomatisierung

Um Wohngebäude nachhaltig und wirtschaftlich zu betreiben, müssen auch digitale Anwendungen gefördert werden, wie der GdW, Spitzenverband der Wohnungswirtschaft, beim Digital-Gipfel 2020 deutlich machte. Hauptgeschäftsführerin Ingeborg Esser lobte dort die geplante Zuschussförderung für die Gebäudeautomatisierung, die das BEG auch vorsieht: Erstmals sollen Digitalisierungsmaßnahmen zur Verbrauchsoptimierung im Gebäudebereich eigenständig gefördert werden.

"Die BEG ist ein mutiges und zukunftsgerichtetes Vorhaben, die mit Weitblick die Grundlage für die Erreichung der Klimaziele im Gebäudesektor legt", kommentierte Esser. Förderfähig sind unter anderem Smart Meter.


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