In Berlin sind von 2011 bis 2016 mehr als 62.000 Mietwohnungen in Eigentumswohnungen umgewandelt worden. Das teilt die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung auf eine parlamentarische Anfrage der Linken mit. In einigen der so genannten sozialen Erhaltungsgebiete gelten seit 2015 Restriktionen bei Umwandlung und baulichen Veränderungen. Trotzdem wurden seitdem fast 7.000 Mietwohnungen zu Eigentum gemacht.

Trotz des Milieuschutzes wurden in den sozialen Erhaltungsgebieten seit März vor zwei Jahren 324 Anträge auf Umwandlung von 7.462 Wohnungen gestellt. Das ist der Stand Ende 2016. Nur für 622 Wohnungen untersagten das die Behörden, wie aus der Antwort an die Anfrage der Linken weiter hervorgeht.

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Die meisten Mietwohnungen gingen im Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg in privates Eigentum über: Seit 2011 waren es 13.532. Pankow folgt mit 11.730 Wohnungen. In Marzahn-Hellersdorf (82) und in Reinickendorf (892) wurden die wenigsten Mietwohnungen in Eigentum umgewandelt.

Der Wohnungsmarkt in Berlin wird für viele Menschen zunehmend zum Problem, weil Mieten vielfach explodieren. Mit der Umwandlung in Eigentum und teuren Sanierungen geht meist eine Verdrängung der alten Mieter einher. In den seltensten Fällen kaufen Mieter ihre Wohnung.

Insgesamt weist die Statistik für 2015 rund 1,9 Millionen Wohnungen in Berlin aus, darunter 1,6 Millionen Mietwohnungen. 1,12 Millionen dieser Mietwohnungen – ungefähr 70 Prozent – gehören privaten Eigentümern. Die Quote des selbst genutzten Wohneigentums liegt bei 15 Prozent.

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