Der Bonner Stadtrat hat am 28. Juni in einer nicht-öffentlichen Sondersitzung beschlossen, die ehemalige Oberbürgermeisterin Bärbel Dieckmann (SPD) auf Schadenersatz zu verklagen. Das teilte eine Sprecherin der Stadt mit. Hintergrund ist der Bauskandal um das Bonner Kongresszentrum WCCB, der in Dieckmanns Amtszeit (1994 bis 2009) fiel.

Wie die Sprecherin sagte, sei eine Kanzlei damit beauftragt worden, umgehend eine Klage gegen Dieckmann und vier ehemalige Angestellte der Stadt vorzubereiten. Die Verjährungsfrist endet bereits am 30.6.2018. Vor einigen Wochen soll der Stadtrat die Erfolgsaussichten einer möglichen Klage prüfen lassen haben. Eine Schadenersatzklage der Stadt gegen den Investor hatte das Landgericht Bonn abgewiesen.

Der Bau des Kongresszentrums WCCB war zum Finanzdebakel geworden, weil der südkoreanische Investor nicht einmal annähernd das nötige Eigenkapital von 40 Millionen Euro aufwiesen konnte. Das Landgericht Bonn verurteilte den Mann später wegen Betrugs zu einer Haftstrafe. Nach der Insolvenz des Investors folgte ein Baustopp, der sich über Jahre hinweg zog. Die ursprünglich auf 140 Millionen Euro geschätzten Kosten für den Bau explodierten. Erst 2015 wurde das WCCB eröffnet.

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