23.11.2016 | Förderung

Sozialer Wohnungsbau: Sachsen stellt 140 Millionen Euro zur Verfügung

Dresden: Der Freistaat Sachsen fördert nach 16 Jahren wieder den Bau von Sozialwohnungen
Bild: Juergen Gessner ⁄

Die Regierung in Sachsen hat beschlossen, bis zum Jahr 2019 etwa 3.500 Sozialwohnungen zu bezuschussen. Dafür stehen laut Innenministerium 140 Millionen Euro zur Verfügung. Vor allem Leipzig und Dresden sollen profitieren: hier ist der Leerstand gering und preiswerter Wohnraum knapp. Die Förderung dürfe aber nicht an den Grenzen der beiden großen Städte enden, sagte Rainer Seifert, Direktor des Verbands der Wohnungs- und Immobilienwirtschaft (vdw) Sachsen.

Die neue Richtlinie für mietpreis- und belegungsgebundenen Mietwohnraum entlaste Mieter mit geringem Einkommen und gebe Kommunen Handlungsfreiheit, um die Förderung nach Bedarf weiterzugeben, sagte Innenminister Markus Ulbig (CDU).

Wegen des hohen Leerstandes und ausreichend preiswerter Wohnungsangebote waren in Sachsen seit 16 Jahren keine Sozialwohnungen mehr gefördert worden. Mittlerweile hat sich die Situation geändert.

Opposition und Wohnungswirtschaft geht das nicht weit genug

Die Förderung sollte für die Metropolregionen gelten, sagte vdw-Chef Seifert. Aus Sicht des Verbandes muss vor allem auch Chemnitz in die Förderung aufgenommen werden.

Auch die Grünen-Landtagsfraktion beanstandete die strengen Voraussetzungen für eine Vergabe der Zuschüsse. Außerdem werde nur ein Bruchteil der mehr als 172 Millionen Euro Bundesmittel für Sachsen verwendet, so die Grünen. Es müsse das gesamte vom Bund bereitgestellte Geld auch für soziale Wohnraumförderung ausgegeben werden, forderte Sprecher Wolfram Günther. Neben Sachsen haben auch einige andere Länder Bundesmittel für den Sozialen Wohnungsbau nicht genutzt in den vergangenen Jahren.

Nach Angaben von Günther gab es zwischen 2010 und 2015 einen "dramatischen Rückgang" an Sozialwohnungen in Sachsen: von rund 83.000 auf knapp 12.000.

Sozialer Wohnungsbau: Bezuschusst werden Neubau und Sanierung

Die soziale Wohnraumförderung kann von Vermietern als Zuschuss für Neubau oder Sanierung beantragt werden. Dafür muss die Wohnung 15 Jahre lang Menschen mit Wohnberechtigungsschein für eine deutlich reduzierte Miete (um bis zu 35 Prozent und maximal 3,50 Euro je Quadratmeter) überlassen werden. Der Zuschuss wird bereits in der Bauphase komplett ausbezahlt.

Schlagworte zum Thema:  Wohnungsbau, Sozialwohnung, Förderung

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