Solarpflicht für Dächer: das regelt die EU
Eine EU-weite Solarpflicht wurde über Jahre diskutiert. Die Europäische Kommission schlug 2022 den sogenannten REPowerEU-Plan vor, um unabhängig von russischen Energielieferungen zu werden. Im Mai 2024 trat die EU-Gebäuderichtlinie (EPBD – Energy Performance of Buildings Directive, Richtlinie 2024/1275) in Kraft – mit gestaffelten Vorgaben zur Solarpflicht für Gebäude aller Mitgliedstaaten.
Die Umsetzungsfrist für die nationalen Gesetzgeber lief am 28.5.2026 ab – Deutschland hat die Frist noch nicht vollständig eingehalten. Die Bundesregierung will mit dem neuen Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG) die Vorgaben 1:1 übernehmen.
Stufenplan der EU-Solarpflicht (Artikel 10 EPBD)
- 31.12.2026: Neue öffentliche Gebäude und neue Nichtwohngebäude (mehr als 250 Quadratmeter Nutzfläche)
- 31.12.2027: Bestehende Nichtwohngebäude (mehr als 500 Quadratmeter Nutzfläche) bei größerer Renovierung oder genehmigungspflichtigen Dacharbeiten
- 31.12.2028: Bestehende öffentliche Gebäude (ab 2.000 Quadratmeter Nutzfläche)
- 31.12.2029: Alle neuen Wohngebäude und neue überdachte Parkplätze
- 31.12.2030: Bestehende öffentliche Gebäude (mehr als 250 Quadratmeter Nutzfläche)
Eine generelle Solarpflicht für Bestandswohngebäude ist in der EPBD nicht vorgesehen – auch nicht bei Dachsanierungen.
EU-Solarpflicht: Einschränkungen & Ausnahmen
Die Solarpflicht in den EU-Mitgliedstaaten soll nur gelten, wenn die Installation technisch, finanziell und funktional vertretbar ist. Ausnahmen sind unter anderem:
- Statisch ungeeignete Dächer
- Denkmalgeschützte Gebäude
- Zu geringe Nutzfläche
- Unverhältnismäßig hohe Kosten
Die genaue Definition dieser Schwellen obliegt den einzelnen Mitgliedstaaten.
Solarpflicht im Gebäudemodernisierungsgesetz
In § 106 GModG "Solarenergie in Gebäuden“ soll die Einführung einer bundesweiten Solarpflicht geregelt werden. Die Umsetzung des Standards aus der EPBD ist überfällig. Viele Bundesländer haben bereits eigene Vorgaben geschaffen.
Der Bundesrat hat gebeten, im weiteren Gesetzgebungsverfahren zu prüfen, inwieweit die Regelungen zur Solarnutzungspflicht konkretisiert werden können. Derzeit fehlten Vorgaben zur Größe der zu errichtenden Solaranlage, heißt es in einer Stellungnahme.
Das könnte Sie auch interessieren:
-
Sonder-AfA für Neubau von Mietwohnungen: Tipps & Fallstricke
1.2036
-
Gebäude-AfA: Nachweis für Nutzungsdauer wieder einfacher
5592
-
Degressive AfA für den Wohnungsbau: fünf Prozent, sechs Jahre
437
-
Energetische Sanierung: Kosten von der Steuer absetzen
390
-
Hydraulischer Abgleich und Heizungsprüfung 2026
3461
-
Hitzewelle und Mietminderung: relevante Urteile
344
-
CO2-Kostenaufteilung – Stufenmodell in der Kritik
3357
-
Neubauförderung EH55-Plus: Frist wird verlängert
3101
-
Aktuelle Rechtslage für AfA-Nachweis jetzt nutzen
277
-
Mindesttemperatur in Wohnungen: Die Rechtslage
2721
-
Läden in der Innenstadt: Wo hohe Mieten drin sind
26.06.2026
-
Grundsteuer: Schieflage bei Wohneigentum – ein Überblick
26.06.2026
-
Bauleitplanverfahren bald vollständig digital
24.06.20261
-
Solarpflicht für Dächer: das regelt die EU
24.06.2026
-
Hitze-Ranking: Wo Gebäude unter Druck geraten
24.06.2026
-
Regierung plant Kürzungen beim Wohngeld
23.06.20261
-
Gebäudemodernisierungsgesetz: Verband will klagen
23.06.2026
-
Länder wollen Grenzen für Vergesellschaftung von Wohnungen
23.06.2026
-
Auch Grundsteuergesetz in Niedersachsen verfassungsgemäß
22.06.2026
-
So will Hubertz jetzt die Baukosten senken
19.06.20261