Wer macht das Rennen um die besten Flächen? Auf welche Kriterien kommt es an? Diese Fragen werden im Kampf um die immer knapper werdenen Grundstücke in Hamburg immer wichtiger.

Wie groß ist denn die LBBW-Niederlassung in Hamburg jetzt?
Maaß: Wir sind mehr als 20 Mitarbeiter und suchten 1.100 Quadratmeter Bürofläche. Wir sitzen am Neuen Wall. Als Bank wollten wir nicht in eine 2A-Lage gehen. Sonst müssten wir jedesmal die weniger renommierte Adresslage kommentieren…

Sonnenschein: …dann hätte man erst mit einer weniger guten Adresse anfangen sollen und sich dann hocharbeiten…

Maaß: Hamburg hat – das muss ich ja fairerweise sagen – noch ein einigermaßen moderates Mietzinsniveau. Wir wollen deshalb gerne mittendrin sein. Wir werden dann anders wahrgenommen.

Arbeitsplätze als Schlüsselkriterium bei Flächenvergabe

Wie viel Fläche, Frau Detig, wurde seit der Gründung von Hamburg Invest auf den Markt gebracht?
Detig: Wir haben zirka 105 Hektar Flächen gekauft. Konkrete Abschlüsse stehen unmittelbar bevor.

Wir erleben eine große Nachfrage. Diese Flächen werden in einem Zeitfenster von unter zehn Jahren entwickelt werden. Deshalb werden wir neue Flächen erwerben.

Sind Arbeitsplätze ein Schlüsselfaktor bei der Flächenvergabe?
Detig: Das ist richtig! Deswegen hat Herr Sonnenschein auch richtig Schwierigkeiten – denn er schafft nicht die große Zahl an Arbeitsplätzen…

Sonnenschein: …dafür schafft er sehr viel Einkommensteuer! Wenn man das mal umrechnet, kann man das auch für Standorte in die Waagschale werfen!…

Detig: …um städtische Gewerbeflächen zu erhalten, müssen bestimmte Wirtschaftsförderungskriterien erfüllt sein. Da geht es im Wesentlichen um das Verhältnis neuer Arbeitsplätze zur Fläche, nicht um fiskalische Effekte.

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Und natürlich wollen wir die wissens- und technologiebasierte Wertschöpfung erhöhen.

Unterschiedliche Nutzungsarten, unterschiedliche Flächen

Gibt es dabei Unterschiede zwischen den einzelnen Wirtschaftssegmenten?
Detig: Logistik und Produktion haben natürlicherweise mehr Flächen und weniger Mitarbeiter. Wir haben unsere Flächen in Hamburg in allen sieben Bezirken verteilt. Diese eignen sich natürlich alle unterschiedlich für die verschiedenen Nutzungsarten.

Maaß: Ist das Vergabekriterium der beste Preis oder das ansprechendste Konzept?

Detig: Weder Konzept noch Preis sind allein ausschlaggebend.

Also Verkehrswert und Erfüllung des Arbeitsplatzkriteriums?
Detig: Genau! Für Büroflächen etwa gilt: Pro 100 Quadratmeter Bürofläche muss ein Arbeitsplatz geschaffen werden. Beim Handwerkerhof ist das vielleicht etwas schwieriger. In der Logistik steigt das Verhältnis an auf 200 Quadratmeter Fläche pro Mitarbeiter.

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