Frauen in Führungspositionen sind ein Wettbewerbsvorteil
Seit über 100 Jahren steht der internationale Frauentag am 8. März ganz im Zeichen des Kampfes für Gleichberechtigung und Chancengleichheit. Die Initiative geht auf einen sozialistischen Ursprung zurück – dennoch sind diese Forderungen auch heute für Unternehmen zentrale Faktoren für Wachstum, Wettbewerbsfähigkeit und ein größeres Innovationspotenzial.
Obwohl sich schon einiges getan hat, hinterlässt ein Blick auf den Frauenanteil in Vorständen und Führungspositionen noch immer Ernüchterung. So haben laut aktuellem Bericht der Allbright-Stiftung 14 von 24 börsennotierten Immobilienunternehmen noch keine einzige Frau im Vorstand. Die Zielgröße Null ist noch immer omnipräsent.
Dabei steht außer Frage: Unternehmen mit einem homogenem Führungsteam schaden sich selbst. Sie berauben sich vieler Fähigkeiten, über die hochqualifizierte Immobilienexpertinnen verfügen. Fehlende Vielfalt in der Unternehmensführung ist also vor allem auch eine betriebswirtschaftliche Frage.
Um den "War for Talents", die strukturellen Veränderungen und die wachsenden Herausforderungen zu meistern, werden Führungskompetenzen wie Kommunikationsfähigkeit, Mitarbeitermotivation und -bindung sowie Change Management immer wichtiger. Diese Fähigkeiten finden sich erwiesenermaßen häufiger im Führungsverhalten von Frauen wieder – neben der fachlichen Kompetenz, wohlgemerkt.
Miteinander statt Gegeneinander
So ist durch mehrere Studien belegt, dass es gemischtgeschlechtlichen Führungsteams besser gelingt, nachhaltige Erfolge für ihr Unternehmen zu erzielen und Risiken zu senken. Die Boston Consulting Group hat bei einer Analyse der Top 100 der börsennotierten Unternehmen in Deutschland homogene und diverse Führungsteams verglichen: Letztere haben eine um neun Prozent höhere Gewinnmarge und einen 20 Prozent höheren Umsatzanteil erzielt.
Dabei geht es immer um ein Miteinander, nicht um ein Gegeneinander: In einer gleichermaßen mit Frauen und Männern besetzten Unternehmensführung ergänzen sich die verschiedenen Fähigkeiten und Stile von Männern und Frauen zugunsten des Unternehmens. Vereinzelt besetzte Frauen in Führungsteams sind dabei nicht ausreichend. So wird der positive Einfluss von geschlechtergemischten Führungsteams auf die Unternehmensleistung laut Untersuchungen erst ab einem Frauenanteil von rund 30 Prozent erreicht.
Ob man die Frauenquote bejaht oder nicht: Die Immobilienwirtschaft braucht einen tiefgreifenden Mentalitäts- und Kulturwandel, damit die Unternehmen ihr Potenzial ausschöpfen können und für künftige Herausforderungen gewappnet sind. Ein größerer Frauenanteil im Vorstand und in Führungspositionen muss deshalb endlich als das begriffen werden, was er ist: Ein wirtschaftlicher und nachhaltiger Wettbewerbsvorteil.
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