Makler bündelt Ressourcen

Ein-Marken-Strategie und mehr KI bei Immowelt


Ein-Marken-Strategie: Immowelt stellt sich neu auf

Der Fokus steht auf gezieltem regionalem Wachstum, die Ressourcen werden gebündelt, aus zwei Marken wird eine und es wird massiv in KI-gestützte Produkte investiert: Wo das hinführen soll, haben wir Immowelt-Geschäftsführer Dr. Robert Wagner gefragt.

Die Marke Immonet geht vollständig in Immowelt auf – Die Bündelung der Ressourcen auf die Kernmarke soll die Kapazitäten für KI-gestützte Services schaffen. Die frei werdenden Ressourcen sollen direkt in die Produktentwicklung fließen. Außerdem will das Unternehmen die Präsenz in den Kernregionen verstärken.

Dafür wurde das Führungsteam des Onlinemaklers mit internationalen Tech- und Management-Experten verstärkt. Um Theo Mseka als Chief Executive Officer (CEO), Dr. Robert Wagner als Chief Operating Officer (COO) und Frida Elisson als Chief Marketing Officer (CMO), kamen im Januar und Februar 2026 Chief Technology Officer (CTO) Dmitry Korolkov, Chief People Office (CPO) James Brooke van Laack und Chief Human Resources Officer (CHRO) Sanam Moayedi-Stummer an Bord, die bei weltweiten Marktführern wie etwa Google, Netflix oder Coca-Cola Erfahrung gesammelt werden.

Tech-Offensive und Marken-Power

Herr Dr. Robert Wagner, Immowelt und immonet fusionierten bereits im Jahr 2015, also vor knapp zehn Jahren. Wie kam es jetzt zu der Entscheidung, sich auf die Marke immowelt zu fokussieren?

Dr. Robert Wagner: Nach der Fusion 2015 war die parallele Führung zweier Marken die richtige Antwort auf die damaligen Marktbedingungen. Doch das Umfeld hat sich fundamental gewandelt: Die Innovationszyklen sind heute wesentlich kürzer und technologisch anspruchsvoller geworden. In dieser neuen Realität bindet die Pflege zweier Systeme enorme operative Kapazitäten, die wir nun gezielt für die Weiterentwicklung freisetzen.

Klarheit und Umsetzungsgeschwindigkeit sind heute die entscheidenden Wettbewerbsfaktoren. Wir haben uns daher ganz bewusst für eine Fokusstrategie entschieden. Indem wir Komplexität reduzieren, gewinnen wir die nötige Agilität, um schneller zu innovieren und ein erstklassiges Kundenerlebnis über alle Kontaktpunkte hinweg sicherzustellen.

Welche Vorteile bieten sich aus der Fokussierung und was bedeutet das für die Kunden? Wie bereiten Sie die technische Migration der Kundendaten vor?

Unsere Partner profitieren zweifach: von technologischer Exzellenz und einer deutlich gesteigerten Sichtbarkeit im Markt. Da wir uns künftig auf eine einzige Plattformarchitektur konzentrieren, entfallen aufwändige Doppelarbeiten. Neue Tools und Optimierungen erreichen unsere Kunden dadurch deutlich schneller. Ein wesentlicher strategischer Vorteil liegt zudem in der Bündelung unserer Marketinginvestitionen.

Statt die Mittel aufzuteilen, konzentrieren wir unser Budget auf eine starke Marke. Das erlaubt es uns, die Reichweite noch effizienter zu steuern und Inserate gezielt mit den passenden Suchenden zusammenzuführen.

Was die technische Migration betrifft, hat Kontinuität für uns oberste Priorität. Da viele Prozesse und das Backend im Hintergrund bereits harmonisiert sind, ist der finale Schritt für unsere Kunden vor allem ein organisatorischer Gewinn. Die Datenmigration erfolgt nach höchsten Sicherheitsstandards. Nutzer behalten ihre gewohnten Zugänge und finden ihre gesamte Historie nahtlos auf Immowelt wieder. Wir garantieren einen reibungslosen Übergang, damit das Tagesgeschäft unserer Makler ungestört weiterlaufen kann.

KI für Effizienz in der Immobilienvermarktung

Sie sprechen von einer operativen Bündelung der Ressourcen – was bedeutet das für die Mitarbeiter, die für Immonet gearbeitet haben?

Für unsere Teams bedeutet dieser Schritt ein Ende der geteilten Aufmerksamkeit. Bisher waren viele unserer Experten damit beschäftigt, Lösungen für zwei unterschiedliche Markenwelten zu koordinieren. Mit der Ein-Marken-Strategie führen wir diese Kompetenzen unter dem Dach von Immowelt zusammen.

Unsere Mitarbeiter arbeiten nun gemeinsam an einer einzigen, klaren Vision. Das schafft intern kürzere Entscheidungswege und sorgt dafür, dass die Expertise jedes Einzelnen unmittelbar in die Qualität des Kernprodukts fließt.

Können Sie Details erklären, inwiefern KI das Produkt unterstützen wird? Wie wird sich das Produkt für Nutzer verbessern?

Wir sehen Künstliche Intelligenz als das entscheidende Werkzeug der Zukunft, um die Effizienz in der Immobilienvermarktung auf ein neues Level zu heben. Entsprechend bauen wir den Bereich massiv aus. Aktuell nutzen wir KI bereits bei der Erstellung von Exposés.

Unser Fokus für die kommenden Jahre liegt darauf, weitere KI-Lösungen anzubieten, die für den Makler echte Zeitersparnis bedeuten, etwa bei der intelligenten Vorqualifizierung von Anfragen oder der datengestützten Marktübersicht.

Das übergeordnete Ziel liegt darin, den Vermarktungszyklus für unsere Partner zu beschleunigen und dafür zu sorgen, dass Angebot und Nachfrage über Immowelt noch schneller und präziser zusammenfinden.


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