Bulwiengesa-Immobilienindex: Preise steigen seit 14 Jahren

Der Bulwiengesa-Immobilienindex entwickelt sich seit 14 Jahren in Folge positiv. Auch 2018 sind die Mieten und Kaufpreise in Deutschland gegenüber 2017 noch einmal um 5,6 Prozent gestiegen. Treibende Kraft bleibt der Wohnungsmarkt mit einem Plus von 6,8 Prozent. Doch das Gewerbesegment hat aufgeholt.

Während sich die Wohndynamik damit nach dem Rekordjahr 2017 leicht von 8,3 Prozent abgeschwächt hat, stieg die Performance 2018 im Gewerbesegment (Büro und Handel) von 2,1 Prozent auf 3,1 Prozent an.

Wohnen: D-Städte legen bei den Mieten prozentual am stärksten zu

Am stärksten steigt der Wohnimmobilienindex von Bulwiengesa in den sieben A-Städten Berlin, Düsseldorf, Frankfurt am Main, Hamburg, Köln, München und Stuttgart mit durchschnittlich 7,9 Prozent. Die Preise für neue Eigentumswohnungen legten um 8,9 Prozent, die für Reihenhäuser um 11,4 Prozent zu. Im bundesweiten Durchschnitt sind ebenfalls die Preise für Reihenhäuser am deutlichsten um rund neun Prozent gestiegen.

In den B- bis D-Städten liegen die Steigerungsraten relativ homogen zwischen 5,5 und 6,0 Prozent. Insgesamt ist der Anstieg bei den Kaufpreisen über alle Städtetypen hinweg stärker als bei den Wohnungsmieten.

"Aber obwohl die Kaufpreise stärker als die Mieten steigen, kann von flächendeckenden Überhitzungen nicht die Rede sein. Die wirtschaftlichen Fundamentaldaten stützen nach wie vor die aktuelle Entwicklung." Ralf-Peter Koschny, Vorstand bei Bulwiengesa

Einen etwas kritischeren Blick wirft das Forschungsinstitut Empirica auf die Entwicklung der Blasengefahr in Deutschland.

Bei den Wohnungsmieten haben die D-Städte prozentual am meisten zugelegt: die Neubaumieten um 5,8 Prozent, die Bestandsmieten um 3,7 Prozent. Der Grund: Die Preissteigerungen strahlen nun deutlicher bis in regionale Zentren ab.

Gewerbe: Überproportionale Preissteigerung bei Büroimmobilien in A-Städten

Beim Gewerbeindex findet sich laut Bulwiengesa das einzige Minus im Segment Einzelhandel: Die Mieten sanken in den Toplagen um 0,2 Prozent. In den Nebenlagen gab es dagegen einen Mietpreiszuwachs um 1,3 Prozent.

Die Kennzahlen für Büromiete und Gewerbegrundstücke legten jeweils deutlich um 5,6 Prozent zu. Insgesamt erreicht der Gewerbeindex damit ein deutliches Plus von 3,1 Prozent. In den sieben A-Städten ermittelte Bulwiengesa sogar ein durchschnittliches Wachstum von acht Prozent - die höchste Wachstumsrate seit der Wiedervereinigung.

Gerade im Gewerbemarkt konzentrieren sich viele Akteure auf die wirtschaftlichen Zentren, sagt Ralf-Peter Koschny. Doch seien sie nicht mehr breit, jeden Preis zu zahlen.

Ausblick: Wachstumsdynamik der Städte befeuert Nachfrage weiterhin

Die Wertentwicklung im aktuellen Bulwiengesa-Immobilienindex liegt erneut über der Inflationsrate von 2018 von 1,9 Prozent. Der Inflationsschutz von Wohnimmobilien überstieg damit erneut den von Gewerbeimmobilien.

Die Aussichten: Gestützt wird der Immobilienmarkt laut Bulwiengesa unter anderem durch einen stabilen Arbeitsmarkt. Zudem werde die positivere  Bevölkerungsentwicklung der Städte gegenüber dem ländlichen Raum auch künftig für anhaltende Nachfrage nach Wohn- und Arbeitsstätten in den Zentren sorgen. 

Auch die weiterhin expansive Geldpolitik begünstige den Immobilienmarkt. So ist laut Bulwiengesa mit einer ersten behutsamen Zinsanhebung frühestens zum Jahresende zu rechnen.


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