Bulwiengesa-Index: Immobilienpreise steigen seit 17 Jahren

Die Immobilienpreise steigen seit 17 Jahren. Wachstumstreiber im gerade vorgelegten Immobilienindex von Bulwiengesa ist das Segment Wohnen – am steilsten aufwärts ging es beim Wert für Gewerbegrundstücke. Coronabedingte Konjunkturschwankungen haben nur zu partiell sinkenden Preisen geführt.

Der aktuelle Bulwiengesa-Immobilienindex – in dem die (ungewichtete) durchschnittliche Preisentwicklung in 125 deutschen Städten und Kreisen für 2021 abgebildet ist – wird vor allem von den rasant steigenden Wohnungspreisen und -mieten getrieben. Im Vergleich zum Vorjahr hat sich das Wachstum sogar noch einmal beschleunigt: Der Gesamtindex verzeichnet segmentübergreifend ein Plus von 4,6 Prozent (2020: 3,8 Prozent).

"Seit nunmehr 17 Jahren steigen die Immobilienpreise. Selbst das coronabedingte Auf und Ab der Konjunktur seit zwei Jahren führt nur zu partiell sinkenden Preisen", heißt es in dem Bericht.

Wohnungspreise und Mieten: starke Performance

Der Teilindex Wohnen befeuert den Bulwiengesa-Gesamtindex mit einem starken Plus von 5,7 Prozent (2020: 5,2 Prozent); der Teilindex Gewerbe legt um 2,1 Prozent zu (2020: ein Prozent).

Besonders deutlich gestiegen gegenüber dem Vorjahr sind im vergangenen Jahr die Kaufpreise für Reihenhäuser mit einem Anstieg um 7,8 Prozent. Ähnlich gut performen Grundstücke für Einfamilienhäuser (plus 7,6 Prozent). Auch die Grundstücke für Neubauwohnungen haben sich weiter verteuert (plus 6,4 Prozent). Moderater legten die Neubaumieten mit plus 3,6 Prozent zu – im Bestand zahlten Mieter 2,2 Prozent mehr.

Einzelhandelsmieten bremsen Teilindex Gewerbe

Beim Teilindex Gewerbeimmobilien bremsen die Einzelhandelsmieten: In 1A-Lagen gingen die Spitzenmieten laut Bulwiengesa im Jahr 2021 um drei Prozent zurück; Neben- und Stadtteillagen (0,0 Prozent) waren weniger betroffen.

Bei den Büromieten ging es leicht aufwärts mit plus 1,9 Prozent. Im Kontext der sich verändernden Büroarbeitswelt ist der Leerstand 2021 um mehr als zwölf Prozent gestiegen. Grund zur Sorge sieht Bulwiengesa aber nicht: In vielen Märkten würden aktuell nur notwendige Fluktuationsreserven im Bereich einer Leerstandsquote von vier bis fünf Prozent frei.

"Der Kampf um Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer bleibt das ausschlaggebende Motiv im Büroimmobilienmarkt", sagt Andreas Schulten, Generalbevollmächtigter bei Bulwiengesa.

Gewerbegrundstücke: dynamische Wertsteigerung

Die Preise für Gewerbegrundstücke weisen unter den analysierten gewerblichen Variablen mit einem Plus von 7,4 Prozent die höchsten Steigerungsraten in dem Immobilienindex auf. Sie steigen bereits seit 2009 kontinuierlich an. Laut Bulwiengesa spiegelt diese Entwicklung das aktuelle Wirtschaftsmodell und die rahmengebende Stadt- und Regionalentwicklung wider.

"Konsum benötigt Platz (Produktionsstätten, Verteilzentren, Lagerstätten), und dieser Platz wird immer knapper. Unter Berücksichtigung einer zu reduzierenden Flächenneuversiegelung werden Grundstücksneuausweisungen schwieriger", schreiben die Researcher. Im Logistikbereich gewinnen sogenannte Brownfield-Entwicklungen immer mehr an Bedeutung – selbst in peripheren Logistikregionen übersteigt die Logistiknachfrage das Angebot. "So steigen auch die Logistikmieten sukzessive an, vor allem in den großen Ballungsräumen und verkehrlich gut erschlossenen verstädterten Regionen", schreibt Bulwiengesa.


Das könnte Sie auch interessieren:

Geraten die Hauspreise aus dem Gleichgewicht?

Ob neu oder gebraucht: Häuser werden noch teurer

Boom bei Wohnimmobilien – Ökonomen sehen Blasen platzen

Schlagworte zum Thema:  Immobilienmarkt, Immobilienpreis